Das richtige Maß

Das richtige Maß finden, lerne ich gerade.
Im Kontakt mit anderen Menschen fällt es mir ungewöhnlich schwer. Doch wird es langsam besser. Noch merkt man es kaum, spüre ich immer noch den Drang. Dieses „sieh mich“, „spiegele mich“, obwohl ich längst gesehen wurde. Dann so lange scharren, bis es zuviel wird. Irgendetwas fehlt noch im großen Silviapuzzle. Und ich finde heraus, was es ist.
Was inzwischen anders ist? Ich nehme ein wenig früher wahr, wenn es kippt. Das befriedigt nicht wirklich, denn kippen tut es trotzdem, weil ich mich den Menschen immer noch zu sehr zumute.
Froh bin ich, wenn der Mensch dann klar stopp sagt, schreibt. Vielleicht sogar, bevor es kippt. Damit ich mich orientieren kann. Ruhe geben, damit man sich beim nächsten Treffen wieder aufeinander freuen kann. Manchmal brauche ich nur einen Hinweis, ein Aufmerksammachen, dass ich übertreibe.
So, wie andere nicht merken, wie stark sie sind, so merke ich häufig nicht, das Zuviel an Silvia. Da wünsche ich mir aufrichtig Unterstützung.
Mit Feedback fällt das Lernen leichter. Nun erfordert ein ehrliches Feedback Mut von der anderen Seite. Und Wohlwollen.

Zurückhaltung lernen ist verdammt schwer, doch nicht unmöglich.
Und nun, zurück zum Kassenbuch.