Letzte Meldung vor dem Blackout

So. Dublin Heuston Station. Ich sitze im Zug, Richtung Killarney. Zerrissene Wolkendecke und, naja, richtig warm ist es nicht. Noch dreieinhalb Stunden, dann bin ich fast da. Nach siebzig Kilometer mit dem Auto, dann kann ich endlich verschnaufen.
Habe nette Sitznachbarn gehabt bisher. Ich hätte aber auch nichts gegen ein wenig Ruhe, nach der Beschallung auf dem Bahnhof.
Es geht los. BLACKOUT.

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Irland – Eine besondere Reise IV

Der Abschleppunternehmer ist gleichzeitig der Patron der Werkstatt. Auch ein Hotel weiß er für
uns. Der ADAC ist spendabel, wir bekommen zwei Zimmer. Nachdem das Auto an der Werkstatt abgeladen ist, fährt uns der Patron im Abschleppwagen zum Hotel. Das ist ein echtes Großraumtaxi. Sogar das Gepäck trägt er uns hinein. Nun abwarten, wie es weiter geht. Die Diagnose (wir werden erfahren, es war die Zündspule) gibt es erst am nächsten Tag. Das Hotel liegt in einem Industrie Gebiet. Große Ausflüge fallen aus.
Ein Mitarbeiter des Hotels trägt das Gepäck zum Zimmer, öffnet und wünscht mir eine gute Nacht. Ich staune nicht schlecht, als ich das Zimmer betrachte: mehrere Tische stehen aneinander, darum viele Stühle, kein Bett. Ich trete auf den Flur, rufe den Hotelangestellten, mache das Zeichen für schlafen und frage: „Konferenz?“ Da geht ihm ein Licht auf, er entschuldigt sich, besorgt ein anderes Zimmer. Mit Roland verabrede ich mich in zehn Minuten in der Lobby, wir möchten auf den Schrecken noch etwas trinken. Als ich Rotwein trinkend im Sessel sitze, kommt er lachend die Treppe hinunter. Auch er hatte ein Konferenz Zimmer. Nun residiert er eine Etage höher als ich. Nach dem Wein verabschieden wir uns, ich sinke in das himmlich bequeme Bett.
Am nächsten Morgen Petit Dejuerne. Dann, warten. Mehrfaches telefonieren, bis wir wissen, das Auto wird gegen sechzehn Uhr repariert sein. Wir essen zu Mittag. Das Restaurant im Hotel ist hervorragend. Den Nachmittag verbringen wir in der Lobby, sehen im TV, dass ein Flugzeug abgestürzt ist.
Um zwei Minuten vor vier ruft der Patron an, in fünf Minuten sei er da, uns abzuholen. Wieder alles zurück, kurz die Rechnung bezahlt, geht es weiter. Noch ist das Ziel Trier, wo ich mich in den Zug setzen will. Wir kommen bis Laon. Roland zeigt mir die Kathedrale und wir beschließen, sie am nächsten Tag noch einmal von innen anzuschauen.
Wir suchen ein Hotel, finden eines mit automatischer Rezeption. Auch hier bekommen wir Hilfe, weil wir es einfach nicht blicken. Eine junge Französin, ebenfalls Gast, führt uns durchs Menü. Zimmerkarte ausgedruckt, Gepäck verstaut, auf in eine Brasserie, im mittelalterlichen Teil der Stadt. Sehr schön.
Zurück im Hotel erinnert mich das Zimmer an die Fähre, nur das Bett ist beqemer und größer.
Nach dem Frühstück, am nächsten Morgen, fahren wir zur Kathedrale. Wer mal in Laon landet, folge meiner Empfehlung sie sich von innen zu gönnen. Ein wunderbares Bauwerk, voller Harmonie.
Weiter Richtung Trier. In der Nähe von Verdun sehen wir, dass dort der TGW hält. Wir fragen am Bahnhof nach einer Verbindung nach Bonn, erfahren, dass ab Metz mehr Möglichkeiten geboten sind. Also Metz, nicht Trier. Um halb zwei erreichen wir den Bahnhof in Metz, parken auf dem Taxistand (natürlich gibt es Diskussionen), schnell laden wir das Gepäck aus. Kurzer Abschied, der Taxler drängelt.
Am Ticketschalter stelle ich fest, meine Geldbörse liegt noch auf dem Armaturenbrett, im Auto. Mit fünfzehn Kilo auf dem Rücken hetze ich durch die Halle, suche schon hektisch Roland’s Telefonnummer. Guter Mann: Er hat’s gemerkt und gewartet. Nochmaliger Abschied. Jetzt aber: Ich kaufe mein Ticket und erfahre, dass der Zug nach Luxembourgh in zwanzig Minuten abfährt. Das fluppt ja. In Luxemburg steige ich um, bis Trier, wieder umsteigen, nach Koblenz, von dort nach Bonn. Immer habe ich einen Sitzplatz, immer meine Ruhe. Und auf der Fahrt von Trier nach Koblenz gibt es sogar einen Catering Service.
In Bonn werde ich am Bahnhof abgeholt. Meine Stadt hat mich wieder. Nur weiß ich nicht, wie lange. Das prüfe ich jetzt.

Das war IRLAND – Eine besondere Reise. Und ich bin jetzt ein anderer Mensch. Mit weniger Ängsten, mehr Selbstvertrauen, mehr Selbstwertgefühl, eigenständiger.

Erste Hürden

Unser Flug hat eineinhalb Stunden Verspätung. Somit verfallen die Tickets für den Easybus Transfer, zwischen Gatwick und Waterloo Station. Neu buchen lohnt nicht, da wir das Ticket nicht ausdrucken können.
Wir beschließen uns nicht stressen zu lassen und notfalls mit dem Zug zu fahren. Der fährt alle 15 Minuten und direkt durch zur Viktoria Station, wo wir auch ganz in der Nähe unser Hotel haben.

EasyJet :Verspätung
EasyBus: Verfallen

Fahr mit dem Zug = Alles easy.