Man darf auch gehen

Die Beiden hatten sich in der Kneipe getroffen, bevor sie zu ihm gingen. Sie freute sich auf den Joint, der ihr versprochen worden war. Jetzt saßen sie auf seiner Couch. Er war nett, zuvorkommend und unterhaltsam. Sie unterhielten sich und lachten viel. Manchmal erzählte er Stuss, manchmal sie. Die Sprechpausen wurden länger. Sie kannte solche Situationen von früher. Er rückte näher heran. Sie begann ihre Schuhe anzuziehen, die sie zugunsten bequemeren Sitzens ausgezogen hatte. Den Abend über hatte sie zwei Liter Wasser, auf einen Korn, getrunken. An der Tür, eine Umarmung zum Abschied. Etwas steif. Den Rückweg durch den nächtlichen Park, am murmelnden Bach entlang genaß sie. Sternenhimmel, mit einem neuen Mond. Ihr fiel auf, dass sie sich nicht mal die Telefonnummer hatte geben lassen.

Welche Weisheit hatte ihr Frau Begovic, eine Kundin, letztlich mit gegeben: Wenn Du etwas vergisst, oder nicht mal daran denkst, ist es entweder unwichtig, oder nicht gut für Dich. Da ist etwas in Dir, das weiß bescheid.

Sie schloss die Haustür auf und freute sich zu Hause zu sein. Allein.

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London, London, London

Nach dem Frühstück brechen wir auf.
Ich finde hier alles spannend. Speziell die Tube. Geht es mir der Rolltreppe aufwärts, denke ich daran, wie man mit der Achterbahn auf die Höhe gezogen wird; so steil und lang sind die Rolltreppen. Geht’s abwärts, denke ich an alle möglichen Sciencefiction Filme, die ich mal gesehen habe. Und all die Menschen!
Ich gebe mir das London Eye. London aus 133 Metern Höhe, sehr cool. Ich muss allerdings alleine rauf. Susi hat Höhenangst. Zum Glück sind wir früh da. Als ich wieder runter komme, steht die Menschenschlange bis zur Straße.
Noch schnell die Duck Tours für Freitag gebucht. Mit dem Amphibienbus ein Rundfahrt durch die Stadt und einen Teil davon, im Bus, über die Themse. Ich freu mich drauf.

Unsere nächste Station ist Waterloo Little Venice. Von hier mit dem Waterbus über den Kanal nach Camden Lock.
Holla! Köln, Hohe Straße, ist da ein kleiner Furz gegen. Was für ein Treiben. Verhungern kann man nicht. Alleine, wenn man alles probiert, was einem unter die Nase gehalten wird, ist man pappsatt.
Eintauchen, Stable Market, den ehemaligen Pferdemarkt in Camden. Wieder auftauchen, kurz durchatmen, eintauchen Hauptstraße, die kleinen Geschäfte abklappern.

Gegen 16.30 Uhr haben wir alles durch. Jetzt wird es bunt, heiß und stickig. Rushhour in der Tube.

Viktoria Station noch schnell in den Supermarkt, Obst und Wasser kaufen.

Um 18 Uhr sind wir endlich zu Hause. Ja, ich nenne unseren begehbaren Wandschrank zu Hause.
Denn egal, wie klein die Bude und das Bett auch sein mögen. Es ist im Erdgeschoss, es ist kühl, es geht nach hinten raus, sprich es ist ruhig, ich hab freies WLAN, kann in Ruhe schreiben und unsere Beine dürfen in die Waagerechte, damit die Füße ein weiteres Mal abkühlen können.
Und wir haben den Schlüssel zu diesem kleinen Paradies.

Mehr braucht es momentan nicht für den Titel zu Hause.