Zehnwortgeschichte von Westendstories – Raunacht

Wir schreiben wieder gemeinsam. Westendstories bittet zu Stift. Und ich nehme gerne Platz 🙂

Raunacht.
Schwülstig intonierte der Gestaltwandler uralte Zaubersprüche.
Die alte Hexenküche, die er aufgetan hatte, war minimalistisch ausgestattet.
Den Mörser, für die Herstellung der Grundmischung, hatte er aus Blitzzement gegossen.
In diesen gab er nun die mitgebrachte Pfefferminze und die Zaubernuss.
Auch der Stößel fehlte, doch entdeckte er an der Decke einen angeranzten Klappspaten.
Das würde gehen. Flux den Stiel abmontiert und mit dessen Ende kräftig in den Mörser stoßend,
wurde aus den Zutaten ein staubfeiner Puder.
Mit der Textur zufrieden, schritt er mit dem Mörser zu der Nebelmaschine, die er im Gebrauchtwarenhaus
ergattert hatte und füllte den Puder hinein.
Beim Betätigen des Schalters gab es erst einen röchelnden Laut, dann war sie da:
Die Pfefferminz-Zaubernuss-Sahnewolke.
Welch ein Duft, welch ein Nebel. 🙂

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Zehnwortgeschichte mit Westendstories – Zerberus auf Glibberzeug

Westendstories lädt ein weiteres Mal zum gemeinsamen Schreiben ein. Ich habe mir gestattet eine kleine Verbindung herzustellen, zu einem anderen Schreibprojekt. Wer schon länger mit liest kommt vielleicht drauf. Wer nicht klickt den Link am Ende der Story. Es geht los:

Ein Blick auf den Kalender zeigte ihr, es war nicht mehr lang,
bis sie ihren Liebsten wieder sehen würde.
Diesmal gab es sogar eine Rückfahrkarte.
Inzwischen hatte sie heraus gefunden, dass ihre Verwandlungen
mit ihren Chromosomen zusammen hingen.
Angeblich sollte eine Mixtur aus Schnittlauch und Schneckengift
dem Zerberus in ihrem Blut entgegen wirken.
Beides rührte sie in einer Radkappe zusammen. Ihr
Geschirr wollte sie mit dem Glibberzeug nicht besudeln.
Sie konnten nur gewinnen.
Auf die Gefahr hin, fürchterlich in die Ecke kübeln zu müssen
schluckte sie den Schmodder hinunter und wartete auf das Elend.
Das jedoch blieb aus.
Stattdessen dachte sie voll Zärtlichkeit an Peter, der ihr Schicksal teilte.
Sie füllte den Rest der Mixtur in ein goldenes Fläschchen und packte es in
ihren Koffer. Nur noch ein paar Stunden. Dann würden sie sich wieder sehen.

Na, habt Ihr’s?

Westendstories Zehnwortgeschichte Part 8 – Zerberus, back to hell?

Zerberus, back to hell?

Er beherrschte das.
Toleranz und Diplomatie; war alles andere als Mainstream.
Auch lies er sich von diesem nicht beeinflussen. Er hatte seinen ganz eigenen Kopf.
Er, der so schön und eloquent war fühlte sich, so schien es, immer hervorragend.
Und sie?
Sie wusste nicht mehr was richtig oder falsch war.
Sie litt unsagbaren Seelenschmerz. Wenn dieser aufflammte blähte sie die Nüstern, sog tief die Luft ein um sie in einem lauten Schrei in die Nacht zu entlassen.
Und sie spürte, wie er zurück kehrte:
Der Hunger auf Menschenfleisch.

Westendstories Zehnwortgeschichte Part VII – Frau Zerberus loves Writing

Nun ist mir wochenlang nichts eingefallen, und dann? Ich werde wach und noch bevor meine Augen sich öffnen, formuliere ich Sätze, die auch sofort raus müssen:-)
Los geht’s, ich hoffe Ihr habt Freude beim Lesen.

Frau Zerberus loves Writing

Sie hatte sich verliebt. In die Schönheit seiner Sprache.
Sein Schreiben fand ihre höchste Anerkennung. Las sie seine Texte herrschte Frieden in ihrer Zerberus Seele. Ja, auch ein Zerberus hat eine Seele.
Sie hatte seine Texte immer bewundert.
Vor zwei Jahren im Spätsommer hatte es begonnen. Sie las,  bei Tee und Kerzenschein.
In kühlen Nächten unter einer Häckeldecke.
War länger keine Zeit, sich seinen Geschichten hinzugeben, wurde sie traurig.
Ging es auf das Weiterlesen zu, erfasste sie unbändige Wiedersehensfreude, als träfe sie einen guten, alten, lange vermissten Freund.
Sein Schreiben verebbte.
Wurde zu Rinnsalen, bis es fast gänzlich zum Erliegen kam.
Zurück blieben die alten Texte, Erinnerungen in einer Wollkiste.
Und in ihr eine tiefe Traurigkeit.