Hexenküche

Zwölf Stunden. Sägen, bohren, hämmern. Manchmal leise Flüche.
Der Mensch der Spedition hat seine Schuldigkeit getan.
Sie steht. Meine Hexenküche.
Ich kann es kaum glauben. Die Bude ist komplett. Herrlich!

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Weder noch

Weder laufen, noch cyceln. Beide Ideen verwerfe ich. Denn ich möchte meine Kommode aufbauen. Vorher rücke ich dem ramponierten Laminatboden mit einem erstklassigen Orangenreiniger auf die Pelle. Und siehe da: Er wird tatsächlich sauber. Immer noch unter aller Kanone verlegt, sieht er sauber eine ganze Ecke besser aus.
Freundin Piwi kommt vorbei. Sie hilft, die Kommode, die das Gewicht eines Safes hat, aus dem Auto, in die erste Etage zu wuchten. Dann ist die Helferin wieder durch die Tür. Wie ein guter Geist.
Ich mache mich an die Arbeit. Der Aufbau geht leicht von der Hand. Als ich mein fertiges Werk betrachte, überkommt mich Zufriedenheit. Alles hier ist meins. Meine Ideen. Mein Geschmack. Ich fühle mich jeden Tag wohler. Sehr angenehm. Ich werde hervorragend schlafen.

Manchmal

Ein kurzes Lebenszeichen. Viel Veränderung hat es nicht gegeben. Ich wohne immer noch in „unserem“ Haus, unter dem Dach. Manchmal empfinde ich die Situation als unerträglich. Dann weine ich, lasse Druck ab. Dann geht es wieder. Warum ich noch nicht gen Süden gezogen bin? Mein Innerstes sagt:“ Moment mal, Fräulein! Bevor Herr Faun in Dein Leben trat, wolltest Du auf eigenen Beinen stehen, eigenverantwortlich Leben. Dir selbst beweisen, dass Du nötigenfalls auch alleine, ohne Netz und doppelten Boden zu Potte kommst. Schon vergessen? Und jetzt? Ins nächste Nest und wieder das Gleiche? Und in ein paar Wochen wieder Existenzängste,weil Du Dir immer noch nicht bewiesen hast, dass Du Dich auf Deine Fähigkeiten und Deine Instinkte verlassen kannst.“ Dabei steht es vor mir, mein Innerstes: Eine Augenbraue hochgezogen, die Fäuste in die Hüften gestemmt, mit einem Fuß auf den Boden tippend. Und, ich und weiß, es hat recht. Selbst Herr Faun unterstützt die Meinung meines innersten Selbst. Meint, wenn das nicht so wichtig für mich wäre, sei ich längst zu ihm gezogen. Irgendwas sei noch nicht ganz richtig. Da ist was dran. Wenn Sehnsucht brennt, dann in mir, wenn ich ihn eine Woche nicht sehe.
Also suche ich mir jetzt eine Behausung, die in mein Budget passt, die mir gefällt und sich nicht unbedingt in einem sozialen Brennpunkt von Bonn befindet. Außerdem muss ich von da, flott zur Ablösung gelangen. Ja, eine Maklerin meinte, die Wohnung müsse man stricken. Vielleicht. Vielleicht liegt die Lösung aber auch vor meinen Füßen und ich muss nur die Augen öffnen. Und dann, steht längeren Aufenthalten eines gewissen Herrn Faun, in Bonn, nichts mehr im Wege. Das macht dann auch einiges leichter. Ich werde berichten.