Zehnwortgeschichte von Westendstories – Raunacht

Wir schreiben wieder gemeinsam. Westendstories bittet zu Stift. Und ich nehme gerne Platz 🙂

Raunacht.
Schwülstig intonierte der Gestaltwandler uralte Zaubersprüche.
Die alte Hexenküche, die er aufgetan hatte, war minimalistisch ausgestattet.
Den Mörser, für die Herstellung der Grundmischung, hatte er aus Blitzzement gegossen.
In diesen gab er nun die mitgebrachte Pfefferminze und die Zaubernuss.
Auch der Stößel fehlte, doch entdeckte er an der Decke einen angeranzten Klappspaten.
Das würde gehen. Flux den Stiel abmontiert und mit dessen Ende kräftig in den Mörser stoßend,
wurde aus den Zutaten ein staubfeiner Puder.
Mit der Textur zufrieden, schritt er mit dem Mörser zu der Nebelmaschine, die er im Gebrauchtwarenhaus
ergattert hatte und füllte den Puder hinein.
Beim Betätigen des Schalters gab es erst einen röchelnden Laut, dann war sie da:
Die Pfefferminz-Zaubernuss-Sahnewolke.
Welch ein Duft, welch ein Nebel. 🙂

Westendstories, gemeinsam schreiben

Endlich, schreiben. Komisch, dazu fehlte mir die Zeit. Und es hat mir wirklich gefehlt. Mensch, habe ich Freude! Da hab ich richtig Spaß in den Backen, als ich diese Einladung lese: Danke, Westendstories, habe eben noch daran gedacht, wie schön das war. Und zack, legst Du vor. Klasse!

Backfischzugspeckgürtel

Jetzt war der Zug entgültig abgefahren. Sie hatte ihn mit ihrer Unentschlossenheit bravourös in die Flucht geschlagen.Nun stand sie hier, aufgetakelt, am Backfischstand und pflegte ihren Speckgürtel. Es hatte wohl nicht so gepasst. Sie, die Stadtpflanze und er, das Landei. Ok, eher hatte er es mit dem Wald. Sie hatte gewusst, sie tanzte auf einem heißen Pflaster, als ihre Geschichte begann. Jetzt war sie mitten drin, im freien Fall. Dabei hatte alles so schön angefangen. Wie im Märchen. Ihre romantische Ader hatte alles schwer aufgschäumt. Puh! Sie hatte schon ganz schön einen sitzen. Es wurde Zeit, die Rückfahrt anzutreten, in die gute Stube.

12 Minuten, wenn das von Interesse ist 🙂

Zehnwortgeschichte mit Westendstories – Zerberus auf Glibberzeug

Westendstories lädt ein weiteres Mal zum gemeinsamen Schreiben ein. Ich habe mir gestattet eine kleine Verbindung herzustellen, zu einem anderen Schreibprojekt. Wer schon länger mit liest kommt vielleicht drauf. Wer nicht klickt den Link am Ende der Story. Es geht los:

Ein Blick auf den Kalender zeigte ihr, es war nicht mehr lang,
bis sie ihren Liebsten wieder sehen würde.
Diesmal gab es sogar eine Rückfahrkarte.
Inzwischen hatte sie heraus gefunden, dass ihre Verwandlungen
mit ihren Chromosomen zusammen hingen.
Angeblich sollte eine Mixtur aus Schnittlauch und Schneckengift
dem Zerberus in ihrem Blut entgegen wirken.
Beides rührte sie in einer Radkappe zusammen. Ihr
Geschirr wollte sie mit dem Glibberzeug nicht besudeln.
Sie konnten nur gewinnen.
Auf die Gefahr hin, fürchterlich in die Ecke kübeln zu müssen
schluckte sie den Schmodder hinunter und wartete auf das Elend.
Das jedoch blieb aus.
Stattdessen dachte sie voll Zärtlichkeit an Peter, der ihr Schicksal teilte.
Sie füllte den Rest der Mixtur in ein goldenes Fläschchen und packte es in
ihren Koffer. Nur noch ein paar Stunden. Dann würden sie sich wieder sehen.

Na, habt Ihr’s?

Westendstories Zehnwortgeschichte Part 8 – Zerberus, back to hell?

Zerberus, back to hell?

Er beherrschte das.
Toleranz und Diplomatie; war alles andere als Mainstream.
Auch lies er sich von diesem nicht beeinflussen. Er hatte seinen ganz eigenen Kopf.
Er, der so schön und eloquent war fühlte sich, so schien es, immer hervorragend.
Und sie?
Sie wusste nicht mehr was richtig oder falsch war.
Sie litt unsagbaren Seelenschmerz. Wenn dieser aufflammte blähte sie die Nüstern, sog tief die Luft ein um sie in einem lauten Schrei in die Nacht zu entlassen.
Und sie spürte, wie er zurück kehrte:
Der Hunger auf Menschenfleisch.

Westendstories Zehnwortgeschichte Part VII – Frau Zerberus loves Writing

Nun ist mir wochenlang nichts eingefallen, und dann? Ich werde wach und noch bevor meine Augen sich öffnen, formuliere ich Sätze, die auch sofort raus müssen:-)
Los geht’s, ich hoffe Ihr habt Freude beim Lesen.

Frau Zerberus loves Writing

Sie hatte sich verliebt. In die Schönheit seiner Sprache.
Sein Schreiben fand ihre höchste Anerkennung. Las sie seine Texte herrschte Frieden in ihrer Zerberus Seele. Ja, auch ein Zerberus hat eine Seele.
Sie hatte seine Texte immer bewundert.
Vor zwei Jahren im Spätsommer hatte es begonnen. Sie las,  bei Tee und Kerzenschein.
In kühlen Nächten unter einer Häckeldecke.
War länger keine Zeit, sich seinen Geschichten hinzugeben, wurde sie traurig.
Ging es auf das Weiterlesen zu, erfasste sie unbändige Wiedersehensfreude, als träfe sie einen guten, alten, lange vermissten Freund.
Sein Schreiben verebbte.
Wurde zu Rinnsalen, bis es fast gänzlich zum Erliegen kam.
Zurück blieben die alten Texte, Erinnerungen in einer Wollkiste.
Und in ihr eine tiefe Traurigkeit.

Westenstories Schreibprojekt mit Verspätung 6.Teil

Frau Zerberus

Ist sie eine Frau hat sie die Haut einer Aprikose.

Männer wie Anthony Hopkins findet sie interssant.

Sie lebte schon zur Zeit der Gothik.

Auch in Südafrika war sie schon auf der Jagd; das Wild hat sie natürlich verschont.

Sie liebt Seide auf nackter Haut.

Auf Ihrer Reise durch die Zeit überquerte sie schon häufig den Ozean.

Sie trägt ein Piercing, in Form einer Perle.

Sie liebt es heimelig.

Und von mancher Liebe musste sie schon Abschied nehmen.

Westendstories Schreibprojekt Phase IV

Keine Idee. Einfach drauf los.

Frau Zerberus hat ’ne Schreibblockade.
Da guckt sie ins Ofenrohr und es hilft nicht mal Vetternwirtschaft. Am liebsten würde sie sich in diffusem Licht vom Acker machen, dann hätten auch die Behörden sie nicht mehr auf dem Schirm. Vielleicht nach Altenhain, im Ostblock. Dort könnte sie auf einem Kissen aus Kunstleder, vor ihrem Buddha meditieren und danach in einem Biergarten vielleicht mal wieder Blut lecken.

Westendstories‘ Schreibprojekt Part III

So, die Wörter für den 3. Teil sind verarbeitet. Langsam hab ich meinen Zerberus richtig lieb und hoffe ich konnte was Unterhaltsames daraus bauen.
Viel Spaß!

Zerberus goes Menschlichkeit

Sie stand oberhalb des R(h)einfalls und blickte hinab auf den Schaum, der beim Sturz der Fluten über die Felsen entstand.
Das große Anwesen hatte sie aufgeben müssen. Zu neugierig war die Nachbarschaft gewesen, nachdem immer wieder Tiere aus dem Zoo und der Nachbarschaft verschwunden waren.
Das fiel wohl in die Kategorie Reinfall.
Mit ihr an der Brüstung stand Martin Rittberger und hatte den Arm um ihre Schultern gelegt.
Sie hatte ihn bei einem Ausflug nach Wien kennengelernt, wo sie zum Zeitvertreib in einen Club ging.
Das Musikthema des Abends: Laurie Anderson.
Bei ihrem Titel Sharkey’s Day waren sie an der Bar ineinander gelaufen und hatten sich seither nicht mehr getrennt.
Sie fühlte sich ihm so verbunden.
Das lag vielleicht ein wenig daran, dass er gleich gemerkt hatte, dass sie keine normale Frau war.
In einer heißen Liebesnacht war ihr ein Grollen entglitten, das einer Erklärung bedurfte. Sie erzählte ihm alles.
Als sie geendet hatte, war er, zu ihrer Verwunderung, keineswegs erschrocken. Vielmehr schien er sie noch mehr zu wollen und sie fühlte sich seither sehr erleichtert.
Sogar, als sie aus dem Wiener Zoo ein Wildschwein anschleppte und im Hotelzimmer eine ziemliche Schweinerei hinterließ, blieb er bei ihr;
besorgte sogar den Schlüssel zum Hinterausgang, um mit ihr die Reste der Sau zu entsorgen.
Nur den Schwanz behielt er.
„Vielleicht brauch ich den noch. Für Dich, als Bauchpinsel.
Sie liebte seine kuriose Art von Humor.
Sie fröstelte, es war spät geworden und sie gingen, eng umschlungen, in Richtung ihrer neuen Behausung. Wieder ein großes Grundstück, diesmal mit weniger Nachbarn.
Als sie das Haus betraten, stieg Ihnen ein wunderbarer Duft in die Nase.
Martin hatte nicht nur keine Angst vor ihr. Er war zudem auch noch ein ausgezeichneter Koch.
Im Ofen schmorte eine vorzügliche Oralfreude: Ihr Leibgericht (nach rohem Fleisch), Osso Bucco.
Sie liebte diesen Kerl…