Freundschaft im Wandel

Manchmal bedeutet Freundschaft auch Abstand nehmen. 
Weil ein neues Kapitel beginnt, man sich weiter entwickelt hat und dementsprechend ändern sich auch die Verhältnisse.
Es gibt den Moment, in dem Abstand mehr Tiefe erzeugt.
Wenigstens fühle ich das so.
Ich empfinde sehr viel Wärme, Respekt, Dankbarkeit und Verbundenheit.
Auch empfinde ich Abstand nicht mehr als voneinander entfernen, sondern als neu ordnen.
Besonders schön ist die Verbundenheit die ich mit mir selbst empfinde.
Die war noch nie so innig, wie in diesem Augenblick.

Schilddrüse, oder einfach nur sentimental?

Das ist eine gute Frage.
Ich fahre in die Bosch Werkstatt, für die Abgas Untersuchung. Der Chef ist ein wenig jünger als ich; erzählt, sein Junior hat heute morgen sein erstes Wort gesprochen.
Als ich die Werkstatt wieder verlasse, wird mir klar, wir sind die nächste Generation.
Mein Vater war Kunde seines Vaters. Jetzt bin ich seine Kundin und selber Chefin des Unternehmens, das vorher meinem Vater gehörte.
Ebenso verhält es sich mit meinem Mechaniker.
Ich kenne alle ihre Väter und sie alle kannten den meinen.
Irgendwie muss ich weinen, seit dem Augenblick, da ich das dachte.
Es ist auch völlig Ok, sentimental zu sein. Nur bin ich mir in meinem Fall nicht sicher;
Bin ich wirklich sentimental oder macht meine Schilddrüse gerade Spirenzchen?
Das ist es, was mich stört. Ich wage nicht traurig zu sein, weil ich fürchte, die Kränke ist schuld.
Aber ist das nicht eigentlich scheißegal?!
Ich lass einfach mal laufen.