Nach dem Marathon….

Ihr wisst schon, ist vor dem Marathon.
Deshalb, heute Abend gleich den nächsten Trainingsreiz setzen.
Ich hoffe sehr, dass Moritz, der letzte Woche krank war, wieder am Start ist.
Seine Vertretung war gut, jedoch, wenn man eine härtere Gangart gewohnt ist.
Mal sehen, was meine Beine heute Abend sagen.
Mein Daumen heilt in einem Affenzahn vor sich hin, was mich ganz besonders freut.
Was soll ich sagen; Wonderwoman halt 🙂
(Frühstückt die eigentlich auch Kryptonit?)

Der Lauf

8.30h hole ich die Dame von der Burg ab. Sie hat Halsschmerzen, will aber die Hälfte trotzdem mitlaufen. Ok, laufe ich Runde zwei alleine.
Es geht ganz gut an. Es hat 3 Grad, ich kann gut atmen. Nach zwei Kilometern merke ich, ich bin zu schnell und reduziere.
Jetzt geht es. Nach fünf Kilometern, denke ich: vielleicht doch nur schnelle zehn? Was die Dame dann laut ausspricht.
Fast gebe ich meiner Schwäche nach; doch ich entscheide: Heute will ich’s wissen.
Am Auto wenden wir; laufen die gleiche Strecke zurück. Kurz vor Kilometer zehn, die erste Mauer. Die Meter zählen rauf, zäh, wie Honig.
Bei elfeinhalb wird es noch schlimmer. Jetzt kommen die Schmerzen dazu. Mein Körper weiß scheinbar, dass jetzt eine neue Grenze überschritten wird. Ich muss gehen. Ein paar Meter nur. Wieder laufen. Bis Kilometer dreizehn, das rechte Bein knickt kurz weg. Ich fange mich, gehe wieder kurz. Will nicht mehr.
Jetzt meldet sich die Dame: „Du bist noch nicht durch. Das muss schließlich von Nutzen sein, dass Du mich mitgenommen hast.“
Genau dafür 🙂  Ich falle wieder in Laufschritt. Langsam, aber ich laufe. Merke, das funktioniert eigentlich besser, als zu gehen.
Ich hab ein Mantra (Lass die Musik an…) und denke an „Freeze“, sprich: Körperspannung, Dynamik.
Und Kilometer vierzehn Komma drei: Es packt mich. Ich beschleunige und das nicht mal wenig.
Die Dame hält mit. Überholt mich!
200 Meter machen wir das. Ich sehe das Auto und entscheide, es reicht. Cool down und dehnen.
Bei den Geräuschen, die wir von uns geben, müssen wir lachen. Klingt eher, als hätten wir Sex im Wald. Egal.
Meine Garmin zeigt 14,75 Kilometer.
Im Auto grinsen wir beide breit.
Jetzt weiß ich, den Insellauf schaffe ich und kann mich auf das Tempo konzentrieren.
Dank, an die Dame von der Burg. Nun ist sie doch komplett mit gelaufen. 😀
Sie war super!