Eire in Bonn

Beim Erwachen macht sich Verwirrung breit. Klingt es doch, als zöge ein Sturm ums Cottage in Irland. Es dauert eine Weile, bis mich der Schlaf verlässt und Klarheit den Geist flutet, die mir sagt: Ich weile in Bonn.
Boen jagen dunkle Wolkengeister über den Himmel, Sturm peitscht die Welt und trommelt mit Fäusten gegen die Häuser. Regenschleiher ziehen durch die Stadt, Bäume beugen sich der luftigen Gewalt.
Frühlingssturm.

Die andere

„Ich bin viele“, hab ich letztlich jemandem gesagt. So weit weg von der Wahrheit ist das nicht.
Sind meine Schilddrüsen Werte zu hoch, bin ich mindestens zwei. Ich versuche es mal zu erklären.
Die Selbstbewußte tritt dann in den Hintergrund und schaut zu, was die Zweiflerin so treibt. Man staunt, über sich selbst. Und, man geht auch dagegen an. Kommt aber nicht wirklich in den Tritt. Man fühlt anders, denkt anders. Trotzdem ist man immer noch die gleiche Person.
Jetzt sind die Werte wieder annähernd normal. Ich fühle mich wieder ausgeglichen.
Und, obwohl ich weiß, was ich die letzten zwei bis drei Wochen gefühlt und gedacht habe, ist es jetzt nicht mehr wirklich greifbar.
Klingt das verwirrend? Gut, dann habt Ihr eine ungefähre Ahnung, wie es ist.
Genau so! 😉
Trotzdem bin ich eine glückliche Person. Weil ich z. B. trotz aller Zweifel den Insellauf bestritten habe. Mich nicht von der Zweiflerin habe unterkriegen lassen. Zwei Tage zuvor saß ich noch bei der Dame und hatte Zweifel, ob ich überhaupt hin gehe….

So geht’s einem mit Hashimoto. Es wird nie langweilig. 😀

Verirrt

Lustig:
Heute morgen, an der Adresse für die erste Vorbestellung, kommt ein Linienbus gefahren. Hält. Die Innenbeleuchtung wird eingeschaltet. Ganz offensichtlich liest der Fahrer etwas. Er setzt sich wieder in Bewegung und biegt ab. In eine Straße, in der ich noch nie einen Bus gesehen habe. Er ist weg, ich widme mich wieder meiner Lektüre.
Zehn Minuten später, an der gleichen Stelle: Der gleiche Bus, jetzt unterwegs mit Fahrgästen; er hält, der Fahrer liest etwas nach, biegt ab, diesmal in die andere Richtung, hält, setzt zurück und biegt dann in die entgegengesetzte Richtung ab.
Ich erkenne Verwirrung auf den Gesichtern der Fahrgäste. Ob die jemals da ankommen, wo sie hin wollen?