Bedürfnisse – GFK

Heute hakt es. Ich merke es als ich die Augen öffne. Alles drückt. Der Verkauf der Firma (weil das Danach verborgen im Nebel liegt), das unerledigte Kassenbuch (das ich diesmal mit der Hand schreibe, weil die Excelvariante nicht anerkannt wird), Rechnungen, die bezahlt werden müssen.
Ich teile meine Sorgen mit dem Herrn Gemahl. Wie es so ist zwischen Mann und Frau: Er hört mir zu (das tut gut) und kommt mit einer Menge Ideen um die Ecke. Dafür bin ich dankbar, doch ist es immer noch nicht gut.
Was ich brauche, ist eine LKW Ladung voll Empathie.
Ich gehe rauf, in meinen Meditationsraum, um meine Morgengymnastik zu absolvieren. Nix ist mit Stimmung. Die Sorgen kommen immer wieder hoch. Die Gymnastik verschieben.
Ok, dann anders:
Ich nehme Platz auf meinem Meditationskissen. Mein Atem sagt mir, ich bin in hellem Aufruhr. Er kommt nicht bis in den Bauch.
Erst mal sehen, wo es mangelt. Welches Bedürfnis wird gerade nicht befriedigt?
Oh, als aller erstes: In Erinnerung bleiben, die Geschichte mit der Freundin,die Angst, dass sie mich jetzt vergisst. Erinnerung schafft Verbindung.
Dann: Wissen was die Zukunft bringt.
Das Bedürfnis: Sicherheit.
Ich weine. Gutes Zeichen, ich bin auf dem richtigen Weg.
Sicherheit. Was ist wenn ich mich sicher fühle?
Dann habe ich Halt, Stabilität, Geborgenheit, innere Ruhe, Zuversicht.
Mit all dem verbinde ich mich nach und nach. Und kann wieder tief atmen.
Auf zur Gymnastik. Ich gebe mir selbst Halt.
Was hat der Altmann gesagt?
Welche zwei Tage kannst Du nicht beeinflussen? Das Gestern und das Morgen. Mit anderen Worten, lebe im Jetzt.
Manchmal erinnert man sich besser an solche Weisheiten, wenn man sie an jemndem festmachen kann.

Es brennt

Nach der Meditation denke ich, dass ich jetzt auch noch mal die Beine wachsen könnte, damit die morgen schön aussehen, auf unserem Indoor Cycling Marathon. Gedacht, getan.
Um 11 Uhr bin ich mit allem durch und es geht mir auch mental wieder gut.

Während ich meine Tasche für die Arbeit packe, sehe ich einen entgangenen Anruf. Beim Rückruf stellt sich heraus, es war der Pförtner vom Johanniter Krankenhaus. Er könne bei der Taxi Zentrale niemanden erreichen, brauche aber dringend 3 Taxis. Kein Problem, ein Anruf bei den Kollegen am Posttower, schon sind die Autos vor der Tür.

Als ich selbst versuche, die Zentrale zu erreichen, ist tatsächlich keine Verbindung zu bekommen.
Ich mache mich auf, Richtung Posttower, sollten da noch mehr Fahrten vom Krankenhaus rausgehen.
Vorher noch schnell zur Kaffee Ape.
Makrisa ruft an. Das Umspannwerk in Buschdorf brennt. Jetzt ist klar, was los ist. Die Taxi Zentrale ist ohne Strom! Das gab es schon mal, wie ich mich erinnere, und kann dauern.
Noch vor erreichen des Posttowers habe ich den ersten Fahrgast, eine gute Fahrt.

Jetzt will ich endlich zur Kaffee Bude, an der UNO. Da kommt mir der Gedanke, dass die ja auch einen Kontakt brauchen können und drücke dem Pförtner der United Nations meine Visitenkarte in die Hand.
Gute Entscheidung. Den Rest meiner Schicht (sie wird um 15 Uhr enden, weil ich zum Kaffee verabredet bin), fahre ich für die UNO. Cool, eigentlich war mein Gedanke, dafür zu sorgen, dass die Zentrale nicht als unfähig da steht. Das bringt mir 130€. In nicht ganz 4 Stunden.

Inzwischen ist das Umspannwerk gelöscht und die Zentrale wieder erreichbar.

Auch die Verabredung zum Kaffee ist sehr witzig und angenehm. Petra habe ich kennengelernt, als sie mir mein erstes Paar Radschuhe verkauft hat. Wenn es nicht mehr so heiß ist, wollen wir mal zusammen Rennrad fahren.

So, jetzt noch kurz mit der Dame korrespondiert und dann geht’s (klar) ins Bett. Morgen gilt es ausgeruht zu sein.

Heute war ein guter Tag. Wer hätte das gestern gedacht?

Ich wünsche Euch einen schönen Sommerabend und später eine gute Nacht
: -*