Genießen

Nach dem Lauf ist vor dem Lauf…
Quatsch.
Ich nehme das erste richtig heiße Bad, nach dem Lauf.
Ein Arnika Muskelentspannungsbad.
Das tut gut. Als ich aus der Wanne steige, sehe ich aus wie eine Languste. Rot halt.
Ich schlüpfe in meine Schnuffelklamotten, ziehe dicke Strümpfe an und verziehe mich in mein Meditationszimmer; möchte meine neu wieder gewonnenene Stille noch etwas auskosten, darin baden.
Den heutigen Tag empfinde ich als sehr entspannend und fast schon luxuriös.

Wie es geht

Da leide ich; Tage, Wochen, Monate lang. Weil ich nicht loslassen kann.
Es sei dazu gesagt, mir ist die ganze Zeit  bewusst, dass loslassen die
Lösung ist.
Trotzdem funktioniert es nicht. Loslassen.
Dann, der Tag an dem es einfach von mir abfällt.
Woher ich weiß, dass es diesmal wirklich so ist.
Da, wo am Tag des Loslassens Schmerz war, ist nun Stille.
Und ich bewege mich wieder. Die geistige Lähmung ist fort.
Ich bestimme wieder, welchen Weg ich nehme.
Oh, ich wünschte, ich könnte beschreiben, wie sich das anfühlt.
Doch fehlen noch die Worte.
Wohl, weil ich noch so sehr mit genießen beschäftigt bin.
Ich wünsche einen erfüllten Abend.

Einzug

So habe ich es mir vorgestellt. Klein, gemütlich, Bett, Schrank, Waschbecken, ein Stuhl, ein kleiner Tisch. Badezimmer Halbetage. Mehr brauche ich nicht.
Vor meinem Fenster ein knorriger Baum. Fegt der Wind durch seine kahlen Äste, schaben sie an der Hauswand und meinem kleinen Fenster vorbei.
Sonst hört man nichts. Außer, Susi lässt nebenan im Zimmer Wasser laufen. Die Stille klingelt in den Ohren.
Und es stürmt in der Hocheifel. So gefällt es der lieben Silvia.

PS Die Heizung rauscht mit dem Wind um die Wette.