Sinus Kurve III

Es ist echt eine Achterbahn-Fahrt.
Ich geh in den Cycling Kurs, flaxe rum, fühle mich mental gut. Wir gehen es direkt stramm an. Ich bekomme Kopfschmerzen. Der Puls ist zu hoch. Ich merke, dass ich nicht wirklich motiviert bin.
Und nicht wirklich auf dem Damm. Leichte Übelkeit. Als brüte ich was aus.
Dann merke ich, wie sie sich anschleichen, mir im Hals stecken bleiben. TRÄNEN.
Ich leite das Cool down ein, weil ich merke: Das wird nix, kann selbst kaum glauben, dass ich freiwillig den Kurs bei Mr. Freeze verlasse.
Unten in der Umkleide, nach dem Duschen, verziehe ich mich ins Klo. Und heule- heule als gäbe es kein Morgen.
Als ich wieder raus komme und in den Spiegel blicke, sind meine Augen knallrot.
Die Sauna Frau kommt rein. Karin. Auch eine Frohnatur und auch Hashimoto Patientin. Sie nimmt mich in den Arm (tut das gut!), schleppt mich mit rauf in die Sauna.
Wir stehen auf der Dachterrasse und sie eröffnet mir, ich soll mich damit abfinden, dass die Schwankungen bleiben.
Wir spaßen, dass wir jetzt über die Brüstung auf den Parkplatz springen. Nee, lieber nicht. Dann sehen wir so zermatscht aus, stellen wir fest. In dem Moment kommt Franz dazu, meint, wenn wir springen, sollen wir auf sein neues Rad aufpassen.
Lange Rede, kurzer Sinn:
Ein paar Späße und einen Aufguss später geht’s mir wieder besser.

Die Kopfschmerzen sind immer noch da. Vielleicht wirklich ein Infekt(?)

Auf jeden Fall machen meine Schwankungen dem Namen Sinus Kurve  alle Ehre.
Ist das anstrengend… Aber, ich bin nicht alleine 🙂

Sinus Kurve

Es geht auf und ab. Beim Aufstehen geht’s mir gut. Ich meditiere, frühstücke, mein Spiegelbild gefällt mir.
Gegen halb acht kippt es.
Ich packe meinen Kram zusammen, merke, die Leichtigkeit verzieht sich. Ich fahre zum Arzt, habe mich doch zum Aderlass entschlossen.
Danach zur Bank, das Geld für die Arbeit am Rechner und die neuen Komponenten holen.
Zurück im Taxi: Tränen.
Ich hab keine Ahnung, weshalb genau.
Da ist der teil, der weiß: Annehmen, zulassen und zuhören ist die beste Strategie, weil wegdrücken es nur schlimmer macht.
Auf der anderen Seite, der Teil, der froh ist, aus diesem finsteren Loch gekrochen zu sein und befürchtet, dass das wieder so bleiben könnte, wenn man ich es zulasse.
Und zu all jenen gesellt sich natürlich die Geschäftsfrau, die sagt: Du kannst Dich jetzt nicht hängen lassen, Du musst Geld verdienen.
Dagegen noch ein anderer Teil, der fragt (leicht zynisch): Was für Geld? Hast du das Sommerloch noch nicht bemerkt?
Doch verdammt, habe ich. Und, das macht es nicht wirklich besser!

Dann frage ich mich, was ich überhaupt will.
Bis auf die Schilddrüse bin ich gesund, von den zwischenzeitlichen Tiefs mal abgesehen (die vielleicht damit zusammen hängen).
Ich hab Arbeit (wenn sie auch momentan nicht viel einbringt).
Ich lebe in einem Land, in dem ich ohne Raketenbeschuss auf die Straße gehen kann, in dem sauberes(!) Wasser aus dem Hahn kommt.
Ich habe ein Dach über dem Kopf, einen liebenden Ehemann und und und.

Was ist denn nicht erfüllt?
Gut, zu wissen, dass das irgendwann wieder vorbei ist.

Ich freue mich darauf, zu berichten, wenn es wieder besser geht.

Zuversichtlich,
Silvia