Schumacher Syndrom – Schicksale in meinem Taxi

Habe ich bis vor wenigen Minuten noch nie von gehört. Wieder ein Schicksal, das mich berührt.
Der Mann, der am Stock, halbseitig gelähmt, auf mein Taxi zukommt, ist vielleicht 55-60 Jahre alt. Ein Feilchen und eine genähte Platzwunde zieren sein Gesicht.
Er nennt mir seine Adresse. Gehobene Wohngegend. Wir fahren ein Stück, dann frage ich, ob er gestürzt sei. Er beginnt zu erzählen: Inhaber einer Reformhaus Kette gewesen, die bis über die Grenzen NRWs verbreitet war.
Dann mit dem Zug unterwegs, zusammengefallen, wegen hohem Blutdruck ist im Kopf was geplatzt.
Not OP.
Man kann ihn retten, doch drei Jahre Koma.
Da in dieser Zeit sein Auge nicht getropft wurde (er hatte ein Glaukom), ist er, außer der halbseitigen Lähmung, auch noch auf dem linken Auge blind.
Einmal die Woche, meist nachts, stürzt er, hat dann Blessuren im Gesicht, kann sich an den Sturz aber nicht erinnern.
Dazu ein Juristenbruder, der ihm das Leben schwer macht, statt zu helfen.
Die BG hat die Sache nicht als Arbeitsunfall anerkannt (war ja genau genommen auch keiner), weshalb er die drei Jahre Koma selber zahlen darf.
In dem Haus, zu dem ich ihn bringe, wohnt er mit seiner Mutter und deren Zofe (das Wort hat er wirklich benutzt).
Außer diesem, sind ihm noch zwei Häuser geblieben.

Leute, ich sage Euch. Dann lieber wenig Geld an den Füßen und dafür gesund. Was für ein Leben.

Ich habe ihn gefragt, wie er mental damit klar kommt.

„Gar nicht. “

Hatte ich eine andere Antwort erwartet? Nein.

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