Mit einem Taxi durch Paris

Nach sieben Stunden Busfahrt und etwas Chaos, was die Verteilung auf unsere Hotels angeht, liege ich endlich im Bett. Drei Stunden später klingelt der Wecker. Ich frühstücke reichlich. Die Veranstaltung, an der ich teilnehme, findet im Stadtteil Defense statt. Hier liegt auch mein Hotel. Zwar gleich an der Seine, doch wie ich vermutet hatte, ist das nicht das Paris, das ich gerne sehen möchte. Hier gibt es moderne Architektur, viel Stahl und Glas.
Während des Meetings ist Selbstversorgung angesagt. Das rührt mich nicht, denn rund um den Espace Grand Arche gibt es genügend Möglichkeiten, sich zu versorgen. Was zwischendurch etwas nagt, ist die Müdigkeit.
Nach dem Event und anschließendem, verdienten Essen im Vapiano zerstreuen wir uns. Da von meiner Mannschaft niemand in meinem Ibis wohnt (es gibt in Defense fünf davon), warte ich am Pullman Hotel alleine auf ein Taxi, das nicht lange auf sich warten lässt. Ich zeige dem Fahrer die Adresse auf meinem Telefon, verspreche mir einmal mehr Französisch zu lernen und los geht’s. Auf dem Weg sehe ich in der ferne den erleuchteten Eiffelturm. Den will ich sehen. Spontan frage ich Lounas, so heißt mein Chauffeur, was es kostet, wenn er eine kleine Rundfahrt mit mir macht. Zwischen dreißig und vierzig Euronen veranschlagt er. Also los! Ich bemerke, dass ich vorne besser sehen könne. Also fährt er rechts ran, räumt seinen Kram vom Beifahrersitz, ich steige um, weiter geht’s.
Wir unterhalten uns. Auf die Art lernt er von mir ein wenig Englisch, ich eine Prise Französisch. Das Gespräch geht fachkundig ums Taxi fahren, darum, wie man mit Fahrgästen umgeht; was man unter Kollegen aus verschiedenen Ländern halt austauschen kann. Mir kommt zugute, dass ich immer noch keine Hemmungen habe, mich in einer Sprache zu versuchen, die ich nicht beherrsche und für meinen Kutscher gilt das gleiche. Wir können gut miteinander.
Am Ende der Tour habe ich den Eiffelturm gesehen, mehrfach die Seine überquert, durfte Notre Dame gesehen, den Louvre und Lido bewundern, weiß, dass am Champs Elysee, zur Weihnachtszeit zwanzig (!) Kilometer Lichterketten montiert werden et cetera. UND in Ermangelung von Schlaf und Zeit war das eine gute Variante von Sightseeing. Am Ende stehen dreiundfünfzig Dublonen auf dem Taxameter. Lounas will nur vierzig. Ich gebe gerne fünf Euro Tip, denn ich habe mich nicht eine Sekunde gelangweilt. Außerdem habe ich meinem Smartphone seine Telefonnummer zur Aufbewahrung anvertraut. Wenn ich wieder komme, werde ich eine Woche bleiben und mir mit diesem freundlichen Kollegen noch ein wenig mehr von dieser wunderbaren Stadt anschauen.
Jetzt wird geschlafen.
Morgen ist noch mal Meeting, bis Mittag. Plus sieben Stunden Rückfahrt. Im Bus. Kann mir jemand sagen, warum ich Dinge tue, die ich mir mit dreiundzwanzig geschworen habe, nie wieder zu tun? Egal. Allein die Taxitour war die Reise wert. Und alle anderen Begenungen auch. Aber das ist eine andere Geschichte und soll ein anderes Mal erzählt werden.
Gute Nacht!

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Duck Tours – London Tag 4/ III

So. Mehr Fotos gibt’s nicht. Heute habe ich mir nur alles angesehen und zugehört.
Hier was über unsere Duck:
72 Jahre alt.
Von den Amerikanern für den D-Day gebaut.
Wer nicht weiß, was der D-Day war, bitte im Geschichtsbuch nachlesen.
Und, natürlich war sie am D-Day nicht gelb. Das wäre wohl etwas kontraproduktiv gewesen.

Der Fahrer, Marc, hat Arme, wie andere Leute Oberschenkel.
Die braucht er auch.
Keine Servolenkung, das Getriebe nicht synchronisiert, also schalten mit Zwischengas.
Die Duck ist eine rauhe Lady. Wer die beherrscht kann wirklich fahren.
Ich bin beeindruckt.

Dann die Fahrt auf der Themse; Augen zu und ein wenig Vorstellungsvermögen – da kann man sich vorstellen, wie das Anlanden, bei stürmischer See, in der Normandie gewesen sein muss.
Alles andere, als ein Vergnügen.
Ich finde, dass das Gefährt immer noch Dienst tut, beachtlich.
Es hat Spaß gemacht, war extrem interessant und nicht eine Minute langweilig.
Prädikat: Sehr empfehlenswert!