Der Strudel ist schuld

Achtundsechzig Komma zwei Kilometer! Wegen eines Apfelstrudels.
Meine Tour führt über Bad Neuenahr. Seit Berkum schiebe ich Kohldampf. Aber richtig. In Bad Neuenahr falle ich in einer Eisdiele ein: ein Toast Hawaii, ein Cappuccino, ein Wasser. Immer noch Hunger. Ein Apfelstrudel soll es auch noch sein. Mit Eis und Sahne. Keine halben Sachen. Kaum gegessen denke ich, dass das der Figur nicht besonders zuträglich ist und beschließe, die Zugfahrt ausfallen zu lassen. Genau so mache ich es. An der Ahr entlang fahre ich bis Remagen Kripp ans Rheinufer. Morgenstern schwingend, ob der Masse an Menschen, Hunden, Vögeln und was weiß ich noch alles, schlage ich mich nach Bonn und weiter nach Hause durch.
Nun sitze ich hier, grinse euphorisch und denke, dass ich eine coole Tuse bin. Mal eben eine Radtour gemacht.
Gleich zum Grichen. Einen Berg Salat und gerillten Octopus vertilgen. Belohnung muss sein. 🙂

Scherenschnitt

Schon im Grau des Morgens erkennt man das Blau des Tages. Der Himmel ist bar jeder Wolke. Einzig ein Ferienflieger
zeichnet einen geraden Streifen weiß übers Firmament. Davor die knospenden Bäume des Meerboth’schen Gartens, noch blattlos, wie Scherenschnitte sich abhebend. Vogelzwitschern. Der Tag erwacht.

Es böte sich an, statt des Indoor Cyclings eine Fahrt im Außen zu wagen. Durchs Drachenfelser Ländchen, wie die Region Wachtberg auch genannt wird, bis zur Ahr und von Sinzig, vielleicht, mit dem Zug zurück. Das Rheinufer dürfte stark bevölkert sein, bei feinstem Sonnenstrahlwetter an einem Sonntag.
Die Tour wird es werden. Entschieden.

Endlich radeln

Nach einer weiteren Woche Kränke (die Erkältung kam retour), reicht es mir heute. Der Leib verliert immer mehr an Spannkraft. Ich fühle mich unwohl. Draußen scheint die Sonne bei vier Grad. Für das Gotthard Projekt, das höchstwahrscheinlich nie stattfinden wird, kaufte ich seinerzeit Winter Radklamotten. Die fische ich aus dem Schrank. Flux hinein gesprungen, das Rad durch gecheckt. Los geht’s. Ich radle Richtung Nordbrücke, quere den Rhein. Gondle auf der Beueler Seite bis zur Südbrücke, um auf meine Rheinseite zu wechseln. Nicht, ohne in der Mitte der Brücke zu zum Stehen kommen, den Ausblick zu genießen. Das Siebengebirge liegt unter leichtem Dunst im Sonnenlicht. Vater Rhein strömt glitzernd gen Nordsee. Wunderbar! Nach genossener Aussicht rolle ich am Rheinufer zurück, bis zur ersten Fährgasse, die ich hinaufziehe. Am Hofgarten entlang, wende ich mich Richtung HBF. Kaiserplatz. Kurzer Stopp am Café Roller, auf einen Cappuccino, dazu eine Brioche. Nach der Wegzehrung den Bahnhof unterqueren Richtung Heimat. Es hat gut getan, ein paar Endorphine freigetreten. War nicht zu anspruchsvoll. Daheim angekommen fühle ich mich zufrieden, ausgeglichen.