Nur ein Augenblick

Nach der Arbeit geht es erst zur Massage, dann umziehen um- na, im Wald eine Runde laufen zu gehen. Es regnet wieder leise auf das Blätterdach. Ich trabe vor mich hin, 74% Puls, und merke:
Das geht schon besser, als vor zwei Wochen.
Auch der Puls ist niedriger.
Ich nehme es freudig zur Kenntnis, laufe weiter und entscheide mich nach 15 Minuten das Tempo zu steigern. Ich ziehe an, fange den Puls bei 85% ein. Es funktioniert, er büchst nicht aus, bleibt da, wo er soll.
Das Tempo halte ich 12 Minuten, dann will ich sehen, wie es mit dem Einfangen in die andere Richtung aussieht. Ich drossele das Tempo und bin nach einer Minute wieder bei 75%.

Gegen Ende der Runde vernehme ich ein Klopfen. Ich bleibe stehen, lausche, weiß was es ist und versuche zu orten, woher es kommt. Zwei Meter weiter vor steht eine Pechkiefer. Klingt, als käme es von da. Es ist aber nichts zu sehen.
Ich lege meine Hand an den Stamm, bin ganz leise, kann ihn nicht sehen, als ich mit der Hand auf der Rinde, nach oben blickend, um den Baum schleiche.
Doch ich spüre die Erschütterungen im Baum, wenn der Specht seinen Schnabel ins Holz hämmert, um dort Larven und anderes Getier zu ergattern.
Ich stehe da eine ganze Weile, lächle, während ich den Specht in meiner Hand spüre, den Regen auf den Blättern höre und die frische Luft atme.

Erst als Leute den Weg entlang kommen, wird mir bewusst, dass der Puls jetzt wohl ziemlich unten sein muss und dass mir langsam kühl wird.
Der Zauber des Augenblicks ist vorbei und obwohl eher kurz, trägt er zum Glück bei.

Ich freue mich, dass die Natur mich immer noch so in ihren Bann schlagen kann.
Ein echte Geschenk.

Befindlichkeiten – das letzte Drittel

Der Cycling-Kurs bei Czilla läuft gut. Ich habe ganz zu Anfang kurz ein paar Extrasystolen, doch ich beachte sie nicht weiter. Sonst ist mit dem Puls alles bestens.
Es gibt Intervall-Training. Ich überziehe nicht und die Sauna lasse ich heute auch ausfallen. Scheint, als hätte ich gestern einfach einen weniger guten Tag gehabt. Jetzt ist’s wieder gut.
Auch mental alles wieder grün. Es kommt in Welten und so geht es auch wieder.

Sinus Kurve III

Es ist echt eine Achterbahn-Fahrt.
Ich geh in den Cycling Kurs, flaxe rum, fühle mich mental gut. Wir gehen es direkt stramm an. Ich bekomme Kopfschmerzen. Der Puls ist zu hoch. Ich merke, dass ich nicht wirklich motiviert bin.
Und nicht wirklich auf dem Damm. Leichte Übelkeit. Als brüte ich was aus.
Dann merke ich, wie sie sich anschleichen, mir im Hals stecken bleiben. TRÄNEN.
Ich leite das Cool down ein, weil ich merke: Das wird nix, kann selbst kaum glauben, dass ich freiwillig den Kurs bei Mr. Freeze verlasse.
Unten in der Umkleide, nach dem Duschen, verziehe ich mich ins Klo. Und heule- heule als gäbe es kein Morgen.
Als ich wieder raus komme und in den Spiegel blicke, sind meine Augen knallrot.
Die Sauna Frau kommt rein. Karin. Auch eine Frohnatur und auch Hashimoto Patientin. Sie nimmt mich in den Arm (tut das gut!), schleppt mich mit rauf in die Sauna.
Wir stehen auf der Dachterrasse und sie eröffnet mir, ich soll mich damit abfinden, dass die Schwankungen bleiben.
Wir spaßen, dass wir jetzt über die Brüstung auf den Parkplatz springen. Nee, lieber nicht. Dann sehen wir so zermatscht aus, stellen wir fest. In dem Moment kommt Franz dazu, meint, wenn wir springen, sollen wir auf sein neues Rad aufpassen.
Lange Rede, kurzer Sinn:
Ein paar Späße und einen Aufguss später geht’s mir wieder besser.

Die Kopfschmerzen sind immer noch da. Vielleicht wirklich ein Infekt(?)

Auf jeden Fall machen meine Schwankungen dem Namen Sinus Kurve  alle Ehre.
Ist das anstrengend… Aber, ich bin nicht alleine 🙂

Und ich kann’s doch!

Jawohl, ich kann Selbstdisziplin. Und das Ergebnis erfüllt mich mit Zufriedenheit. Ich habe meine Fitness zurück. Das Training lief super. Bis auf eine Einheit „Runnings“ im Stehen bin ich die eineinhalb Stunden komplett mit gefahren (die Beine sind noch müde von Samstag) Mein Puls ist wieder lieb zu mir. Weil ich lieb zu ihm bin. Ich bin kein einziges Mal zu hoch gewesen.
Ich bin so happy.
Ich hab mein Leben zurück, meine Fitness zurück. Mehr verlange ich gar nicht. Alles, was jetzt noch oben drauf kommt, ist Bonus. 🙂
Altmann hat mal geschrieben, es gebe nichts befriedigenderes als Disziplin, die man sich selbst auferlegt.
Recht hat er!

I’m Back

Nachdem ich mich erst wieder mal nicht entscheiden kann, fällt meine Wahl auf’s Laufen. Makrisa fährt mich zur Waldau. Woher, wie lang, wie schnell? Alles ist offen. Eins weiß ich aber schon sicher; ich werd mich bremsen.
Erst 10 Minuten einlaufen. Das hab ich bisher nie gemacht. Wie sich zeigt, bringt auch das eine ganze Menge. Danach geht es los, mit dem eigentlichen Lauf. Es kostet mich mächtig Konzentration, nicht so schnell wie sonst zu laufen. Sobald ich an was anderes denke, werde ich sofort schneller. Also, immer schön bei mir bleiben.
Nach 2 Stunden und 5 Minuten liegen 13,56 Kilometer hinter mir. Den aeroben Bereich hab ich nur zwei mal bei Steigungen verlassen, sonst hab ich nicht überzogen.
Ich fühle mich relativ fit.
Jetzt eine heiße Sieben (guter Tipp, Atze), eine heiße Wanne und dann in die Harmonie, leckere Nudeln und Salat essen.
Die nächsten zwei Tage sind Ruhetage. Dienstag dann einen kurzen, lockeren Dauerlauf und Mittwoch zum Cycling.
Ich bin wieder da! 🙂

Langsam

Im Krafttraining merke ich, dass ich den Trainingsstand die Kraft betreffend gehalten habe; was mich überrascht.
Im Cycling gönne ich mir aber dann doch etwas längere Erholungen, um den Puls wieder einzufangen.
Volle Leistung ist noch nicht drin.
Es dauert noch zu lang, bis er sinkt.

Das bedeutet wohl, dass die Halsschmerzen gestern nicht, wie vermutet, von der Schilddrüse kamen, sondern auf einen kleinen Infekt hindeuten.
Trotzdem fühle ich mich jetzt besser.
Nun wieder zwei Tage Regeneration und weiter schauen.
Alles wird gut.

Teufelsloch

Statt des Testlaufs gab es gestern eine kleine Wanderung; zum Teufelsloch, in Altenahr. Auf dem kleinen Rundweg, der ca. eine Stunde in Anspruch nimmt, geht es anfangs relativ steil bergauf. Nachdem ich ein paar Tage, außer Spaziergängen, jegliche Belastung vermieden habe, scheint mein Puls etwas überrascht und hämmert ganz schön.
Doch nach etwa der Hälfte des Anstiegs läuft es. Kurz habe ich das Bild eines Dieselmotors vor Augen, der, nach mehreren Tagen Stillstands, wieder gestartet wird. Der läuft dann auch etwas rau.
Heute gibt es dann den Testlauf. 35 Minuten locker durch den Wald. Mal sehen, wie es geht.