Der Tag im Tran

Sonnenschein über der Stadt.
Müde Augen,
vom Weinen,
gestern Nacht.
Fahrt um Fahrt,
im Automatismus.
Heute Abend „Bestattung“,
bei all den anderen kleinen Freunden, die schon gegangen sind.
Was bleibt, sind Erinnerungen,
an ein gut gelebtes Katzenleben.

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Danke und gute Reise

Gestern war es so weit. Die Tierärztin kam um halb sechs am frühen Abend.
Eine Stunde hatten wir, um uns voneinander zu verabschieden. Nun ist er gegangen. Wir haben ihm rüber geholfen.
In die Trauer mischt sich Dankbarkeit und Erleichterung.
Mach’s gut, kleiner Freund.

Ein Freund geht

Den Duft von
Kuhstall und Ziege
im Fell.
Die drei ersten Tage
gemeinsam im Keller,
bis die kleine Tatze
das erste Mal nach meinem
Finger angelte.
Oft besorgt, dass wir
verhungern könnten,
hast Du uns oft leckere
Braten aus dem Garten
kredenzt. Fangfrisch.
Im Gegenzug haben
wir Dich häufig
wieder zusammen
flicken lassen.
Bedingungslos, Deine
Zuneigung. Hauptsache,
die Futter Dosen wurden
geöffnet.
Kuscheliges Wärmekissen.
Schnurriger Seelen Tröster.
Fellnase.
Prinz Katz.
Zäh, so ein Katzenleben.
Dementsprechend langsam
macht er sich auf, zu gehen.
Zeit, sich zu verabschieden.

Fünfzehn Jahre.

Verdammt, bin ich traurig.

Torkeln

Gestern, Bettruhe. Mit Lesen ist nicht viel. Nach zwei Seiten schlafe ich ein. Erwache, Durst, trinke, sinke zurück in die Kissen. Eine halbe Seite, schlafe ein. Die ganze Zeit bei mir: Prinz Katz. Mal auf dem Beinen, mal auf der Brust, mal auf dem Kissen, neben meinem Kopf. Erwache ich zwischenzeitlich, reicht sein Schnurren, mich gleich wieder ins Land der Träume zu schicken. Beim nächsten Erwachen lässt ein Bedürfnis mich dem Bett entsteigen. Ich torkle, als hätte ich eine Flasche Vodka getrunken. Nach Verrichtung zurück ins Bett. Schnurr, Schnurr…. Weg bin ich.
Heute Morgen, halb acht. Aufstehen, in die Küche tapsen. Völlig durch den Wind. Statt Frühstück gibt’s eine heiße Zitrone (frisch gepresst). Ich will nicht schon wieder ins Bett. So werfe ich mich auf die Couch. Ich liege, und mit einem Satz ist er wieder da, hat mich verfolgt, mein Prinz Katz. Wieder in den Schlaf schnurren. Ich träume wirres Zeug, bis ich erwache und den Eindruck habe, auf meinen Beinen stehen zu können. Die Nase ist frei und das Herz schlägt ruhig. Ich schätze, das letzte Aufbäumen der Erkältung habe ich in Grund und Boden geschlafen.

Eine Spende für Prinz Katz

Wir waren unaufmerksam.
Somit ist kein Katzenfutter mehr im Haus. Prinz Katz mault. Zu Recht.
Also, brausen wir zur Tankstelle. Das darf nicht sein, dass unser Prinzlein darben muss.
Dann, welch Unglück! Die Tanke hat kein Futter mehr. Ich sehe die Verzweiflung in des Gemahls Augen.
Doch Rettung ist nicht fern. Ein anderer Tankstellenbesucher hört mit, spendet spontan 3 Tütchen seines samtpfotigen Prinzen und will nicht mal Geld dafür!
Ich bin begeistert.
Aus dem Kofferraum holt er die Tüten, drückt mir diese Nuggets in die Hand. „Das geht ja nicht, dass der Kerl verhungert“, meint er und grinst.
Super Typ, super Aktion.
Ich wünsche dem namenlosen Spender und seinen Samtpfoten Alles Gute.