Once upon a time – Portapotti

Von Ingo berichtete ich schon.
Irgendwann bürgert es sich ein, dass ich ihn in seiner Behausung, im Westerwald besuche, um mit ihm stundenlang Backgammon zu spielen.
Ich war schon nun schon einige Male hier, musste nur scheinbar nie auf’s Klo.
Nun wird man sich fragen, was daran schon besonders sein soll.

Dazu muss man wissen, Ingo wohnt nicht irgendwie.
Er bewohnt einen ausrangierten Zirkus Wagen, der auf einem Grundstück von Tinchen’s Vermieter steht.
Es ist echt gemütlich.
Kohleofen, Gasherd, Bett, ein kleiner Tisch, zwei Sessel nebst persönliche Dinge von Ingo, wie z. B.die Kutte der „Familie“, der er mal angehörte, die an der Wand hängt.
Viele Kerzen und natürlich Rocky, sein Hund und Kumpel. Und auch meiner. Der Hund liebt mich.
Immer wenn ich beim Backgammon spielen im Sessel sitze, liegt sein riesiger Schädel auf meinem Schoß und er lässt sich brummend hinter den Ohren kraulen.
Ingo meint, wenn ich da bin, ist er abgeschrieben.

Aber zurück, zu besagtem Abend.
Ich äußere, mich erleichtern zu müssen.
„Klar, draußen in der Scheune, kannst es nicht verfehlen.“
Also raus, das Scheunentor aufgezogen, fange ich an zu lachen.
Es fehlt nur noch ein Spot, der einen Lichtkegel auf das Campingklo wirft, welches, völlig verloren, mitten in der riesigen Scheune steht, flankiert von einer Rolle Klopapier und einer Klobürste.
Was für ein Stilleben!
Definitiv ist das das größte Toilettenhäuschen, das ich je gesehen habe.
Kein Kanalanschluss, kein fließendes Wasser.
Das ist die wohl einfachste Lösung.
Beim nahe gelegenen Campingplatz geht er es immer entsorgen, erzählt er mir später.
Ich bewundere seinen Pragmatismus.

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