Weiter geht’s

Ich schlafe seit 4 Nächten wieder unruhiger, bin nachtschweißig. Dazu die Panikattacken. Die mögen psychosomatische Natur sein, können aber wenigstens teilweise auch durch die Schilddrüse hervorgerufen werden.
Also: Heute Morgen gleich einen Termin zum erneuten Aderlass gemacht. Morgen früh darf ich meinen Saft abgeben.
Außerdem werden noch andere Werte gecheckt. Ein Hoch auf die Biochemie.
Bin gespannt, was da raus kommt.
Vielleicht muss ich wieder am L-Thyroxin Schräubchen drehen.
Heute Abend geht’s erst mal wieder zum Indoor Cycling, bei Mr. Freeze.
Ich möchte einfach normal weitermachen. Und das werd ich auch.

Den Tag nicht vor dem Abend loben

Der Tag fängt, wie beschrieben super an. Und es geht weiter.
Der erste Auftrag vom Kameha geht gleich zum Flughafen, auch die restlichen Fahrten geben keinen Grund zum Klagen. Meine Stimmung ist den ganzen Tag gelöst, ich fühle mich wohl.
Zum Mittag treffe ich mich mit der Dame. Wir verputzen die von mir, aus der Boulangerie, mitgebrachten (orgastischen, OT der Dame) Zitronentartelettes. Die Kekse fallen heute Abend aus.
Ich fahre noch eine Vorbestellung.
Es läuft so gut, dass ich schon  um 15.30 Uhr die Schicht beenden kann.

Das einzige, was den Tag trübt, sind mehrere Anflüge von Panikattacken. Wie gewohnt, während des Fahrens.
Auch wenn ich weiß, es passiert nichts, ist ein Teil von mir doch auf der Hut.
Ich müsste lügen, wollte ich behaupten, es belastet mich nicht.
Natürlich tut es das, auch, wenn ich inzwischen gut damit umgehen kann.
Es liegt auf der Hand, dass es erst vorbei sein wird, wenn die Geschichte mit der Steuer endgültig abgeschlossen ist.

Am Abend hole ich die Post aus dem Briefkasten. Ich bekomme die geballte Ladung:
Die Rechnung der Steuerberaterin: 1400€.
Obwohl ich ungefähr in der Größenordnung gerechnet hatte, muss ich mich erst mal setzen.
Das nächste sind zwei Umschläge der Finanzbehörde.
Darin der BP Bericht (Betriebsprüfungsbericht). Natürlich noch mit den eingerechneten Einlagen. Das Öffnen des Briefes hätte ich mir wohl besser geschenkt.
Die nächste Attacke schleicht sich an.
Krass, wie früh ich sie jetzt schon als solche erkenne.

Ich lasse sie kommen. Fange derweil schon mal an zu kochen. Irgendwann ist es vorbei.

Wenn der ganze Zauber vorbei ist, werde ich die Sache mit dem Unternehmertum wohl mal auf den Prüfstand stellen.
Ich bin mir nicht sicher, ob es das wert ist…

Nicht, dass wir uns falsch verstehen. Dieser ganze Mist kann meine Stimmung an diesem Tag nicht wirklich trüben.

Der gestrige Tag

War durchwachsen.
Morgens ärgern meine Nerven mich. Ich komme gerade von einer Vorbestellung, über die Autobahn, telefoniere mit dem Herrn Gemahl; berichte, was heute bei mir so anliegt. Dazu zählt natürlich der Banktermin.
Als wir auflegen geht es los: Ich, wie immer, linke Spur. Extrasystolen; und das nicht zu knapp. Sie hören auch nicht einfach auf, kommen vielmehr in Wellen. So schlimm war es seit dem ersten Mal nie mehr. Meine Hände: Schweißnass. Der Mund: Knochentrocken mir wird heiß. Ich fasse an meine Stirn trocken. Ich atme. Ruhig. Ruhiger. Muss ich erwähnen, dass ich immer noch auf der Überholspur bin?
Ich weiß, ich darf jetzt nicht von der Bahn, ich darf jetzt nicht nach Hause ins Bett, ich muss das aushalten, bis es vorübergeht. Keine Vermeidung. Das ist psychologisch gesehen der falsche Ansatz.
Als die Attacke vorbei ist fahre ich von der Bahn, Richtung Bahnhof.
Sergio ist da, mit der Kaffeebude. Er kennt meine Vorgeschichte, fragt, ob alles in Ordnung ist. Und, ob ich, wie immer, einen Cappuccino bekomme.
Mir ist noch etwas schwummrig; das merkt er und meint:“Iche glaube iste besser, iche mache eine Sensa für Dich.“ Will sagen koffeinfrei.
So wird es gemacht. Guter Sergio.
Nach ein paar Minuten geht’s mir wieder normal.
Ich fahre trotzdem in die Apotheke, weil ich das Gefühl habe, es lauert in mir; hole mir diesmal reines Vitamin B12 und werfe es auch gleich ein.
Seither habe ich keine Probleme mehr.

Von dem Banktermin hab ich ja schon berichtet.

Abends: Laufen mit der Dame.
Ich berichte ihr von meinen Unbefindlichkeiten, worauf sie kurz besorgt fragt, ob ich denn wirklich laufen will.
Natürlich will ich das!
Ich nehme mein Smartphone mit, wohl, um uns beide zu beruhigen. Wir laufen, wir sprechen, ich atme. Alles gut. Die letzten 100 Meter sprinten wir. Ich gebe alles.
Mein Herz tut, was es soll. Es pumpt. Und das macht es gut.
Gibt es einen besseren Beweis, dass alles in Ordnung ist (von einer ärztlichen Untersuchung mal abgesehen)?

Vor Tag X

Morgen ist es so weit. Der Tag der Prüfung. Und der Teil von mir, der Prüfungsangst hat, wirft noch mal alles in die Waagschale.
Beim Essen mit den Schwiegereltern, Herzrasen, Extrasystolen bis hin zu Panikattacken. Das Ergebnis von zweieinhalb Monaten unterschwelligem Stress, wegen diesem Scheiß.
Ich will nicht sauer auf mich selbst sein. Auch nicht auf diese Angststörung. Wenigstens weiß ich inzwischen, dass ich frei von irgendwelchen Herzkrankheiten bin, sprich, ich rase im Fall von diesen Attacken nicht mehr ins Krankenhaus.
Es ist ja im September letztes Jahr alles genauestens abgeklärt worden. Ich bin so weit entfernt davon, eine Herzpatientin zu sein, wie es eben möglich ist.
Leider macht das Wissen um meine tadellose Gesundheit, die Phasen, in denen das auftritt nicht angenehmer.
Es ist ein scheiß Gefühl.
Nicht mehr lange…

Hunger

Gestern schon habe ich mir eine niedrigere Dosierung L-Thyroxin verpasst, gemixt aus den Tabletten, die noch da waren. Es waren auch Tabletten darunter, von dem Hersteller, dessen Produkt ich nicht vertrage. Aber ich wollte nicht noch einen Tag zu hoch dosiert rum laufen, weil ich gemerkt habe, dass mir das auf Dauer eher schadet.

Was ist dann passiert?
Auf der Autobahn hatte ich nach langer Zeit mal wieder den Anflug einer Panikattacke, verursacht durch Extra-Systolen (ein paar Herzschläge mehr). Da hab ich mich anfangs doch erschreckt.
Trotzdem hab ich die Attacke souverän weggebügelt. Ich wusste ja, außer dieser Unbefindlichkeit passiert nichts und bin einfach ruhig atmend weiter gefahren.
Beim Training wurde es dann richtig „lustig“.
Wir hatten gerade eine dreiviertel Stunde des Cycling Kurses hinter uns, als mich ein wahnsinns Hunger überfiel. So heftig, dass ich mittendrin aus dem Kurs raus, hoch an die Theke bin, um mich mit einem Energie Riegel bewaffnet wieder auf das Bike zu schwingen.
Das war vielleicht eine Wohltat, was zu essen.
Allerdings hatte ich den Eindruck, der Riegel war nach 20 Minuten schon wieder verpufft.
Nach dem Kurs habe ich gleich noch einen gegessen, bevor es in die Sauna ging.

Heute Morgen gibt es dann endlich die richtige Dosierung, vom richtigen Hersteller.
Ich erwähnte ja schon mal, dass mein Körper wirklich schnell auf die jeweilige Veränderung reagiert. So auch diesmal.
Das letzte Essen liegt bereits 3 Stunden zurück und der Hunger bleibt aus. Auch der Druck in Brust und Kopf ist wieder weg.
Das entlastet mich sehr.

Die ständige Esserei begann mir allmählich ein Mü auf den nicht vorhandenen Sack zu gehen.
Und die Panikattacken muss ich auch nicht wirklich haben

Ich schätze in zwei, drei Tagen sind meine Werte wieder normal. In 5 Wochen ist wieder Aderlass. Dann werden wir sehen.