Die Guten ins Köpfchen

… die schlechten ins Kröpfchen.

Eine wunderschöne Metapher, wie man mit Erinnerungen verfahren sollte. Trennt man noch die Handlung von der Absicht, die in den meisten Fällen positiv ist (genau betrachtet sogar immer, auch wenn es schwer fällt das anzuerkennen), kann man sich mit der Vergangenheit und den damit verbundenen Personen aussöhnen. Das ist eine ganz besondere Erfahrung.
Ja, sehr besonders.

Werbeanzeigen

Selbsterkenntnis

Erst kam die Erkenntnis. Dann die Wut. Ihr auf den Fersen, das Verständnis und damit das Vergeben.
Das  NLS Seminar in Wiesbaden ist befruchtend. Ich lerne, lerne, lerne. Zwischen den Lehr Abschnitten, Coachings. Am Samstag, nach Seminar Schluss: Provokatives Coaching.  Krümel für Krümel gebe ich meine Vergangenheit preis. Meist ohne zu lachen, wie bisher. Weglachen ist nicht mehr.
Mein Coach, ich nenne ihn Marc, ist ein starker Typ. Normalerweise provoziert man durch diese Variante ein Umdenken. Er erkennt rasch, dass erst mal alte, verranzte Emotionen raus müssen. Er reizt mich lange. „Na, kannste nicht, einfach mal alles raus lassen. Biste nicht wert, ne?“
Dann ist er da, der Punkt, an dem ich meinen Stuhl in die Ecke trete. „Ist das alles? Soll ich jetzt Angst haben?“, fragt er. Ich lasse los. Schlage zu, treibe ihn durch den Seminar Raum. Mehr Stühle fallen, als er darüber stolpert. Ich lande weiter Treffer, konzentriere mich auf Brust und Bauch. Dann fühle ich sie kommen: Raserei. Der Point of no Return. Stopp!
Ich höre auf. Atme, wie nach einem Sprint. Er nimmt mich in den Arm. Zuckerbrot und Peitsche. Draufhauen (verbal), Liebe geben. Was er vorher alles gesagt hat, steckt in meinem Unterbewusstsein. Die Denkmaschine läuft. Das ist es, worum es geht.
Als Marc aufräumt, hält er triumphierend sein Namensschild hoch. Zeigt mir die Rückseite: Die Metall Klammer zum Befestigen ist platt gehauen. Jeder Schlag galt einer Situation, in der ich so getan hatte, als machte es mir nichts aus, was mit mir geschah. Nicht zu mir stand. Mich angepasst hatte.
Avicii’s „wake me up“ rundet das Coaching ab. Ich singe und tanze,
fühle mich großartig.
Als wir den Seminar Raum verlassen, stehen vor der Tür einige Teilnehmer. Ob wir noch leben würden, fragen sie. Es ist wohl doch etwas nach außen gedrungen. Egal. Wir gehen in Bar. Wasser soll heute mein Cocktail sein. Nach dem Coaching kein Alkohol. Später falle ich ins Bett, schlafe tief. Ich ahne nicht, wie es am nächsten Morgen sein wird.

Weit weg

Was für ein Seminar! Ich habe so viel gelernt! Hammer!
Für den Weg zurück, ins Rheinland, nehme ich die Rheinschiene. Der ICE wird hier schwer ausgebremst, so bleibt die Eisenbahn Romantik wenigstens teilweise erhalten. Erinnerungen an letztes Jahr kreuzen kurz durch meinen Geist. Irland, Laufenburg und Herr Faun sind so weit weg. Fast, wie eine Sage. Komisch ist das. Und gleichzeitig schön. Ich bin soviel weiter, als noch vor einem Jahr. Und ich werde weiter wachsen. Und weiter und weiter… Hedera Helix halt 😉
So. Jetzt weiter die Fahrt genießen.

Wieder unterwegs

Diesmal direkt in Frankfurt, findet das nächste Seminar statt. Da das Hotel Savoy keinen Parkplatz hat, fahre ich das erste Mal, seit dem Ende der Beziehung mit Herrn Faun, mit der Bahn. Erst mal die Zugangsdaten für die Bahncard besorgen. Diese sind im Nirvana der Vergessenheit gelandet und die Unterlagen beim Umzug verloren gegangen. Der Support hilft gerne, das Ticket ist gebucht und der Herzbube wird mich nach Siegburg fahren. Jetzt habe ich reichlich Zeit meinen Kram zusammen zu packen. Ich freue mich auf die Fahrt und das Seminar. Ich werde einige Bekannte wieder sehen, neue Leute kennen lernen und neue Erkenntnisse für mich gewinnen. Lernen. Herrlich! War ich überhaupt schon mal in Frankfurt? Also so mitten drin? Nee. Wieder ein erstes Mal. Na dann…Los.

NLP Emotional

Zufrieden. So ist mein Zustand.
Und diesmal ist es tatsächlich aufgelöst. Fünf Coachings hab ich gebraucht. Das ist
cool. Gestern dachte ich noch, ich schmeiß das Handtuch. Der emotionale Ausbruch war das Ende. Heute hatte ich gleich Gelegenheit es zu testen.

Den Unterschied bemerke ich sogar an der Körperhaltung. Erstaunlich. Genug jetzt davon.

Ein Schritt weiter in Sachen emotionale Freiheit.
Häkchen dran.

Die Abschluss Arbeit für den Practitioner hab ich auch eben raus geschickt.
Häkchen dran.

Hey, das macht Spaß 😀

Zur Abwechslung NLP Stories – Open Mind

Immer nur das Gute vom Tag ist schön. Doch passiert ja auch sonst viel.
Am Donnerstag fahre ich, wie schon berichtet, nach Bad Soden.
Für das NLP Seminar bin ich nicht angemeldet, aber es sind viele Menschen da,
die ich schätze und lieb gewonnen habe. Ich buche mir ein Zimmer, für eine Nacht.
Diese erste Nacht ist ziemlich kurz. Und ich relativ betrunken. Trotzdem lasse ich mich coachen. Erfolgreich. Das möchte ich betonen. Am nächsten Tag. Während des Frühstücks komme ich ins GEspräch, mit einem der Teilnehmer. Intensiv und spannend,
was ich erfahre. Über Network Marketing. Auch was für verschiedene Systeme es gibt.
Eine andere Welt.
Gegen Mittag, die Unterhaltung geht weiter, beschließe ich, eine weitere Nacht zu bleiben. Ich bin frei, zu tun, wozu ich Lust habe. Und endlich gefällt mir das auch.
Nach dem Gespräch:
Während die anderen im Seminar sitzen, sitze ich einen weiteren Tag über meinem Hypnose Buch.
Dieses Buch ist voll mit Induktionsmustern. Das hat zur Folge, dass ich ständig leicht in Trance herum laufe. Das ist interssant, weil meine Synapsen immer neue
Ideen ausspucken und gleichzeitig immer neuen Input von anderen Seminar Teilnehmern
aufnehmen. Open Mind. Super!
Heute noch ein Coaching. Ich fühl mich gut. Den ganzen Tag lesen, austauschen, lesen, austauschen und so weiter.
Als das Seminar heute endet, fahre ich mit Rigatoni gemeinsam nach Bonn. Wir sprühen
vor Ideen. Dabei war ich nicht eine Sekunde mit im Seminar. Dann berichte ich von meinem neuen Buch, das ich erstanden habe: Jorge Bucay – Der innere Kompass. Sehr schön beschreibt er seinen Weg zur Spriritualität und persönlichem Wachstum. Auch sagt er seine Meinung, ohne sie als letzte Wahrheit darzustellen. Als ich mit meinem Bericht ende, schaut Rigatoni mich an:“Das war auch Inhalt des Seminars.“ Überhaupt scheinen die Teilnehmer überzeugt, ich hätte ebenfalls teilgenommen.
Weiß ich, was ich „open mindet“ alles aufgenommen hab? Ich find’s cool.

So. Ich muss eine CD für’s Taxi basteln. Die KInder warten bereits eine Woche darauf.

Besuch aus Frengeland

Freitag Abend. Petra vermeldet Ihre Ankunft am Bonner HBF. Mit dem Maschit brause ich los. Wir treffen in der Halle aufeinander, fallen uns in die Arme. Was für eine Freude!

Schnell das Gepäck in den Kofferraum, durch den Abend Richtung Silviabehausung zischen. Schon auf dem Weg ganz viel Geschichten tauschen. Einfach herrlich!
Bei mir angekommen geht es so weiter. Bei leckerem Tee. Bis halb drei in der Nacht.
Während der Berichterstattung stellt sich heraus, die Gute ist im NLP schon eine Stufe weiter. Meine Lieblingsschweinebäuerin hat bereits den Master. Cool, so kann ich ein wenig vorschnuppern.
Wir kommen prima miteinander aus. Völlig unkompliziert. Wir greifen wie Zahnräder ineinander. Genau wie vor einem Jahr, bei der Schreibwerkstatt.
Am nächsten Tag schauen wir uns das Karnevalsspiel der Telekom Baskets an. Wie drauf geschmissen, leide ich an Magenkrämpfen. Die Party nach dem Spiel fällt aus. Das kann unsere Stimmung nicht trüben. Wär eh zu laut und wir sind mit unserem regen Austausch noch nicht fertig. Also, weiter Tee trinken, weiter Geschichten erzählen (wovon die inzwischen zur freien Journalistin gewandelte Landwirtschafterin viele mit gebracht hat, von ihren Reisen). Wieder zwei Uhr.
Am nächsten Morgen wollen wir uns einen der „Veedelszöch“ ansehen. Mein Darm, mit wenig Charme, macht uns einen Strich durch die Rechnung. Ich wage nicht, mich allzu weit von den Herren Villeroy und Boch zu entfernen. Das könnte buchstäblich in die Hosen gehen.
Ok, dann halt ein Coaching. Dabei lerne ich gleich ein Format, dass ich während des Seminars verpasst habe. Und darauf gleich ein schönes Zitat, vorgetragen von der in England lebenden Fränkin: „Things don’t happen TO You, they happen FOR you.“
So auch mein Magen-Darm Effekt:
Während Petra eine Empfehlung schreibt, sortiere ich, endlich, den lange vor mir her geschobenen Papierkram. Meine Regale strahlen nun wieder eine ZEN gleiche Ruhe aus.

Heute Morgen fahre ich die Perle zurück zum Bahnhof. Den Rosenmontagszug in Köln hat sie im Visier. Nach inniger Umarmung zum Abschied und Vorfreude auf das nächste Wiedersehen (diesmal in England) entschwindet sie zum Bahnsteig 1.

Ich fahre zur Ablösung. Es ist nichts los. Außer in meinem Bauch, der sich noch nicht ganz erholt hat. Telefonat mit meinem Disponenten. Er gibt das OK, zum Kurieren. Also, wieder abgestellt, die Droschke und Heimreise. Inzwischen habe ich das Wohnzimmer umgeräumt, so, dass auch ein kleiner Esstisch Platz findet, an dem ich gegebenenfalls arbeiten, sprich schreiben kann.
„Things don’t happen TO you, They happen FOR You.“

Tschüss Muster

Verzwiefelt. Das beschreibt den Zustand am besten, in dem ich mich befand. Die Feststellung, dass das überbordende Mitteilen wieder da war, machte mir eine Höllenangst. Und jetzt? Weg. Einfach so. Weil ich einen Menschen kennenlernen durfte, der mir erklärte, welches Bedürfnis ich versuchte damit zu erfüllen. Ich dachte immer, die Abhängigkeit würde sich auf die Personen beziehen, die davon betroffen sind. DAS DURFTE NICHT SEIN! Um Himmels willen. Was habe ich versucht, diesen Drang zu unterdrücken und kam nie dagegen an. Wie ein Junkie fühlte ich mich. Dabei ging es die ganze Zeit um die Handlung. „Löcher stopfen“. Meine eigenen. Die innere Leere. Das „nichts mit sich anzufangen wissen.“

Noch während dieser verständnisvolle Mensch mir darüber erzählt, beginne ich zu weinen. Ein gutes Indiz dafür, dass er den Nagel auf den Kopf getroffen hat. Und das Weinen tut gut. Ich weine und mit jeder Träne, wächst das Verständnis für mich selbst. Für das Kind, dass schon im Grundschulalter das Telefonschloss knackte, um Kontakt nach außen zu haben, sich irgendwie „ganz“ zu fühlen. Nicht mehr alleine sein zu müssen. Ich weiß nicht, wie viele Abende ich alleine in dieser Altstadt Wohnung zubrachte, alle Bücher waren gelesen, alle Spiele gespielt, die man alleine spielen konnte. Später, immer noch alleine, ein neues Telefonschloß (knacksicher) wurde angebracht, plünderte ich die elterliche Telefonkasse, um Stunden lang mit meiner Freundin zu telefonieren. Von der Telefonzelle aus. Ich sehe mich noch gemütlich auf den Telefonbüchern sitzen, die Füße gegen die Wand gestemmt. Dann war die Telefonkasse eines Tages verschwunden. Das Telefon hatte eine Wählscheibe. Also brach ich den Anschlag ab, befestigte ihn mit Patex. So konnte ich ihn zur Seite biegen und trotz Schloss telefonieren. Meiner Freundin ging es nicht anders. Manchmal saßen wir Stunden, mit dem Hörer am Ohr, um gemeinsam Fern zu sehen. Jede in der elterlichen Wohnung. Bloß nicht alleine sein. Als ich berufstätig wurde, wurde das ganze langsam „gefährlich“. Das Handy Zeitalter brach an und Rechnungen von 600.- D-Mark waren fast die Regel. Klar, ein wenig hat es auch mit dem anderen Menschen zu tun, mit dem kontaktet wird. Wie Lego Steine, erklärt mir der kluge Mensch. Der andere darf die Leere füllen. Und wenn der andere auch Löcher hat, die es zu stopfen gilt, kann das sehr lange gut gehen. All die Drogen, die ich mir verabreicht habe, in meinem Leben, waren dazu da, diese Leere nicht mehr zu fühlen. Das hängen an Personen. Silvia’s persönliches Lego Sortiment. Als mit den Drogen Schluss war, brachte das einen Stein ins Rollen, der einen gewaltigen Erdrutsch nach sich zog.

Ich habe mich lange dafür geschämt, so zu handeln, wie es tat. So wie sich jeder Abhängige für seine Abhängigkeit schämt (naja, vielleicht nicht jeder, aber viele).

Jetzt habe ich darüber gesprochen. Fand Verständnis. Und auf einmal ist er weg. Der Drang, mich mit zu teilen, um Resonanz zu erhalten. Um Ganz zu sein. Denn jetzt weiß ich, was zu tun ist, um mir selbst zu genügen.

Ich bin frei, zu tun, was mir gefällt. Schließlich bin ich kein Kind mehr, das die Wohnung nicht verlassen kann. Ich kann Dinge tun, die mir Freude machen. Sprich, ich darf dieses uralte, verranzte Muster einfach loslassen. Oh, wie gerne ich das tue 🙂

Es gibt ein Lied in dem heißt es:

„Et jit tausend schöne Saache, man musse halt nur maache“

Wichtig ist, es müssen Dinge sein, die aus mir kommen. So, wie das Indoor Cycling seinerzeit. Und das Schreiben. Beschäftigungen, die mich erfüllen. Eine weitere hab ich schon gefunden. Menschen coachen. Dafür hab ich ein Händchen. Und ich helfe damit anderen. Es ist sehr befriedigend, zu sehen, wenn es anderen nach dem Coaching besser geht.

Ich habe mich viel zu lange selbst verleugnet. Wollte bestimmte Aspekte von mir nicht bei mir haben. Kein Wunder, dass es da Löcher gab. Ich habe in der Türkei, beim NLP Practitioner gelernt, alles an mir zu lieben. Meine Erfahrungen helfen beim Coaching ungemein. Eine Hypnose Ausbildung und der NLP Master werden folgen. Es gab kritische Stimmen, bevor ich dort hin fuhr. Ich bin meinem Herzen gefolgt und wurde belohnt.

Alles gut. Danke, an Herrn G.Punkt. Für Liebe und Verständnis. Danke, an Bini, der mir meine Selbstliebe zurück gegeben hat.

Eine der Grundannahmen des NLP lautet:
„Menschen haben bereits alle Ressourcen für Veränderungen in sich.“

Stimmt.

Ich wünsche allen einen erfolgreichen Tag, voll toller Erlebnisse und Wunder.