Kraft(z)werk

So fühl ich mich.
Vor meinem Fenster bläst es immer noch kräftig. Solches Wetter ist für mich absolut euphorisierend.
Ja, ich weiß: Kalt, nass, windig.
Ja eben! Geballte Kraft. Das bringt bei mir den Saft zum rotieren.
Wäre ich ein Vogel, so wäre ich Adler, Bussard, Krähe oder Möwe. Auf jeden Fall würde ich fliegen, solange die Flügel mich tragen. Das geht bei solchem Wetter bestimmt voll ab.
Gleich werde ich mich für die Arbeit mit der Droschke aufhübschen und gaanz wichtig, die Sporttasche packen.
Heute Abend gibt’s wieder was auf die Beine, bei Mr. Freeze. Vorher werde ich noch die Muskeln stählen.
Davor aber: Tiefflug über Bonner Straßen 🙂

Habt einen wundervollen, erfolgreichen, positiven Tag.

Ich habe ihn auch!

Erkennen – oder ein Rehbock Namens …e

Auf dem Weg durch die Dünen treffe ich auf einen Rehbock. Ich gehe ganz vorsichtig auf ihn zu und, wie, um mich etwas zu lehren, lässt er mich relativ nah heran.
Doch ist er nun mal ein Rehbock und als solcher wart er eine gewisse Distanz.
Als ich ihm (aus seiner Sicht) nah genug bin, nimmt er Abstand, um dann wieder stehen zu bleiben.
Wir haben fast die ganze Zeit Blickkontakt.
Ich finde ihn wunderschön und würde ihn gerne streicheln.
Doch er ist ein Rehbock und deshalb ist diese Nähe nicht möglich. Das ist seine Natur.
Ich taufe ihn …e.
Und in mir fällt wieder ein Puzzleteil an seinen Platz.
Danke, Rehbock:-)

Nur ein Augenblick

Nach der Arbeit geht es erst zur Massage, dann umziehen um- na, im Wald eine Runde laufen zu gehen. Es regnet wieder leise auf das Blätterdach. Ich trabe vor mich hin, 74% Puls, und merke:
Das geht schon besser, als vor zwei Wochen.
Auch der Puls ist niedriger.
Ich nehme es freudig zur Kenntnis, laufe weiter und entscheide mich nach 15 Minuten das Tempo zu steigern. Ich ziehe an, fange den Puls bei 85% ein. Es funktioniert, er büchst nicht aus, bleibt da, wo er soll.
Das Tempo halte ich 12 Minuten, dann will ich sehen, wie es mit dem Einfangen in die andere Richtung aussieht. Ich drossele das Tempo und bin nach einer Minute wieder bei 75%.

Gegen Ende der Runde vernehme ich ein Klopfen. Ich bleibe stehen, lausche, weiß was es ist und versuche zu orten, woher es kommt. Zwei Meter weiter vor steht eine Pechkiefer. Klingt, als käme es von da. Es ist aber nichts zu sehen.
Ich lege meine Hand an den Stamm, bin ganz leise, kann ihn nicht sehen, als ich mit der Hand auf der Rinde, nach oben blickend, um den Baum schleiche.
Doch ich spüre die Erschütterungen im Baum, wenn der Specht seinen Schnabel ins Holz hämmert, um dort Larven und anderes Getier zu ergattern.
Ich stehe da eine ganze Weile, lächle, während ich den Specht in meiner Hand spüre, den Regen auf den Blättern höre und die frische Luft atme.

Erst als Leute den Weg entlang kommen, wird mir bewusst, dass der Puls jetzt wohl ziemlich unten sein muss und dass mir langsam kühl wird.
Der Zauber des Augenblicks ist vorbei und obwohl eher kurz, trägt er zum Glück bei.

Ich freue mich, dass die Natur mich immer noch so in ihren Bann schlagen kann.
Ein echte Geschenk.