Verdammte Ängste

Zusätzlich zum Frühstück gibt’s heute zwei 400er Ibuprofen. Ich möchte mal ohne Nacken-, Kopf- und Rückenschmerzen sein. Kopf- und Nackenschmerzen bin ich irgendwann los.
Aber die Schmerzen in der Herzgegend, die sich von unter dem Schulterblatt bis unter die Brust ziehen, wollen einfach nicht verschwinden.
Ich merke, wie die Sorge um mein Herz wächst. Wie mein Blutdruck steigt, weil ich beginne mich in was reinzusteigern.
Es irritiert mich zutiefst, dass ich dieser Angst mit Rationalität nicht beikomme.

Um kurz nach 9 bin ich es leid.
Ich fahre zu meinem Doc, habe Glück, Akutsprechstunde und es ist nicht so voll.
Er hört mich ab. Herz und Lunge klingen normal. Dann nimmt er sich meinen Rücken vor, findet mehr als eine Blockade. Auch eine in Höhe Herz.
Mit geübtem Druck und Griff beginnt er die Blockaden zu lösen. Hie und da knackt es im Gebälk. Nachdem er mit drücken und ziehen fertig ist, spritzt er die Akupunktur Punkte an.

Er macht noch ein EKG. Diagnose: Unauffällig. Welch Überraschung!
Jetzt erst kommt es an, dass das Herz immer noch gesund ist.

Wie funktioniert das? Ich kann mir zig mal mit Rationalität kommen, die Angst bleibt. Schließt der Arzt nach und nach alles aus, kommt es an.
Ich verstehe es nicht, freue mich aber und bin jetzt ungefähr 3 Stunden später endlich fast schmerzfrei. Und entspannt, kann wieder richtig tief atmen, was beim gestrigen Training überhaupt nicht möglich war.

Eine Kleinigkeit finde ich nicht so toll. Der Doc meint, erst mal nicht laufen. Das bedeutet das Aus für den Firmenlauf.
Doch die Dame wird antreten, für meine Firma. Und selbstverständlich lasse ich sie nicht völlig alleine und begleite sie.

Jetzt bricht sich auch die Müdigkeit Bahn und ich hab Not, hier am Halteplatz nicht einzuschlafen. Aber wieso eigentlich nicht?

Vor Tag X

Morgen ist es so weit. Der Tag der Prüfung. Und der Teil von mir, der Prüfungsangst hat, wirft noch mal alles in die Waagschale.
Beim Essen mit den Schwiegereltern, Herzrasen, Extrasystolen bis hin zu Panikattacken. Das Ergebnis von zweieinhalb Monaten unterschwelligem Stress, wegen diesem Scheiß.
Ich will nicht sauer auf mich selbst sein. Auch nicht auf diese Angststörung. Wenigstens weiß ich inzwischen, dass ich frei von irgendwelchen Herzkrankheiten bin, sprich, ich rase im Fall von diesen Attacken nicht mehr ins Krankenhaus.
Es ist ja im September letztes Jahr alles genauestens abgeklärt worden. Ich bin so weit entfernt davon, eine Herzpatientin zu sein, wie es eben möglich ist.
Leider macht das Wissen um meine tadellose Gesundheit, die Phasen, in denen das auftritt nicht angenehmer.
Es ist ein scheiß Gefühl.
Nicht mehr lange…

Unruhe

Unruhe, die lähmt.
Ist es die Steuerprüfung, die morgen in einer Woche ansteht?
Könnte sein. Ich habe diese seltsame Stimmung schon letzte Woche an mir bemerkt und habe auch versucht sie zu ergründen. Das ist aber nur mäßig gelungen.
Es äußert sich durch dieses Angstgefühl, dass ich auch kenne, wenn meine Werte nicht stimmen und stetige Müdigkeit.
Schon doof, wenn man weiß, es gibt drei Anlässe, die verantwortlich sein können.
Entweder, ich bin tatsächlich nervös, wegen der Prüfung,
die Werte Stimmen wieder nicht (ich will aber nach nur drei Wochen nicht schon wieder testen lassen, das ist ja dann auch irgendwie krank),
oder ich steuere wieder auf eine Depression zu.

Nur kann ich jetzt nicht wirklich viel machen.
Natürlich werde ich mit der kognitiven Verhaltenstherapie fortfahren, sprich meine Gedanken überprüfen, mich weiter sportlich betätigen (das kam auch 5 Tage zu kurz und kann mit einfließen), unter Menschen gehen.
Ansonsten, bleibt nur abwarten, wie es mir nach der Prüfung geht. Ich kann mir schon vorstellen, dass es mich sehr entlasten wird, wenn ich das aus meinem Hinterkopf löschen kann.
Ich bin mir nicht mal sicher, ob die Gedanken, über einen Verkauf der Firma nicht aus einem Fluchtreflex heraus entstehen.

Es fühlt sich einfach seltsam an. Als würde ich auf einen Aufprall warten, von dem ich nicht weiß, wie heftig er wird.