Moral, Scham oder was?

Was mir so auffällt, bin ich im Schwimmtempel, oder im Fitness: Menschen, im Alter der Kriegerin und ihrer Schwester, sogar in meinem Alter (Also die Kriegrin 62, ich 42 Jahre) leiden nicht am Textilismus. Im Gegensatz zu den Jüngeren.
Ich spreche nicht von gemischten Umkleidekabinen oder Duschen. Nein, hier entblößen und duschen sich nur Damen.
Die jüngeren Semester laufen, sich beschämt mit dem Handtuch bedeckend, durch die Räumlichkeiten, beim Duschen gerne mit dem Gesicht zur Wand gedreht. Das sehe ich immer häufiger. Gar im Bikini duschend sieht man sie. Was ist da passiert? Meist haben sie nicht mal zu viel auf den Rippen.
Ich für mich gesprochen, gebe zu: Zur Zeit extremer Dicklichkeit, neigte auch ich dazu, möglichst viel zu bedecken. Fühlte mich so jedoch immer sehr unfrei. Mein Gegenmittel hieß Sauna. Hier gab es alles zu bestaunen, was der Allmächtige an Körperformen kreiert hat. Und ich sah, ich war nicht allein. Von Saunabesuch zu Saunabesuch fiel es mir leichter, meinen Körper anzunehmen. Heute liebe ich ihn, mit allem was dazu gehört. Auch die Röllchen, die mal mehr, mal weniger sind. Auch, weil ich inzwischen weiß, was er schon mitgemacht hat, ohne mich im Stich zu lassen.
Ja, natürlich enthaare ich meine Beine. Aber nicht für andere. Ich mag das glatte Gefühl. Gegen ein bisschen Eitelkeit ist nichts einzuwenden. Aber diese übermäßige Schamhaftigkeit fällt auf. Und sie tun mir leid.