Ein Gegenmittel gegen Hass

Bei Frau Lila las ich gerade einen Reblog. Dazu kam mir dieses Antihassrezept in den Sinn:

Das Gegenmittel heißt Dankbarkeit. Dankbarkeit für die gute Zeit, für die Glücksgefühle, für alles was gut war. Finde etwas, wofür Du dankbar sein kannst, denn wo Dankbarkeit ist, ist Liebe und Mitgefühl. Und wo die drei sind, hat Hass keinen Platz. Man kann sogar dankbar sein, für hässliche Momente, weil sie einen etwas lehren. Über einen selbst, oder wie man das nächste mal besser oder anders an eine Situation heran geht.
Probiere es aus. Trainiere Dankbarkeit und die Wurzel des Hasses wird vertrocknen.

Hö hö, und das von mir. Lasst Euch aus eigener Erfahrung sagen, das hab ich leichter geschrieben als praktiziert. Aber ich arbeite dran. Jeden Tag. Hat ja auch keiner gesagt, das sei leicht 😉

Darf ich fröhlich sein?

Habt Ihr manchmal das Gefühl, nicht glücklich sein zu dürfen, oder keinen Spaß haben zu dürfen, weil ein Euch nahestehender Mensch gerade leidet?
Also, mir ging das lange Zeit so.
Ich habe mir versagt glücklich und fröhlich zu sein, wenn es mir wichtigen Menschen schlecht ging, oder sie traurig und niedergeschlagen waren. Ich hielt es für unangemessen, pietätlos.
Das ist zum Glück vorbei.
Denn, es bringt überhaupt nichts. Was bitte hat der Andere davon, wenn ich auch noch Trübsal blase? Nichts. Überhaupt nichts.
Im Gegenteil.

Ich spreche jetzt mal aus meiner Erfahrung:
Als ich so tief in meiner Depression steckte, war ich für jeden fröhlichen Menschen dankbar. Oft wurde ich davon angesteckt.
Selbstverständlich war ich froh, wenn ich mit jemandem darüber sprechen konnte, wie es mir geht. Doch hat es immer wahnsinnig gut getan, wenn mich andere aus meiner Lethargie und Melancholie gerissen haben.
Sogar, wenn das durch blöde Scherze über mich selbst passierte.
Denn: In dem Moment, in dem man lacht, kann man nicht traurig sein.
Genauso, wie man nicht wütend auf jemanden sein kann, wenn man ihm gerade etwas Gutes wünscht, vorausgesetzt man meint die Wünsche ernst.

Mitgefühl, nicht Mitleid, hilft.
Also, bleibt fröhlich und lebensbejahend, das hilft dem Anderen wahrscheinlich am meisten.

Traurig ist er schon selber genug. 😉