Westendstories Schreibprojekt VII – Frau Zerberus und Menschmarotten

Wieder hat die liebe Ahnungslose zum gemeinsamen Schreiben eingeladen. Die Worte, vom verehrten Herrn Salva kamen mir sehr zupass.
Und wieder einmal ist sie unter uns. Die Frau Zerberus.

Hach, dieses Menschsein hatte so seine Eigenheiten.
Sie hatte sich vorgnenommen, einfach nachzuahmen, was diese Wesen so trieben. Denn nach wie vor, wollte sie endlich die Liebe fühlen, ohne die Männerquote weiter zu gefährden.
Leider fielen ihr nämlich auch ihre Liebsten immer noch im sexuellen Wahn zum Opfer,
wenn sie im Rausch der Lust die Beherrschung verlor.
Haustiere halten, war ihr bisher auch nicht geglückt.
Im Vorratsraum stand noch Palettenweise Katzenfutter, von der Katze, die sie angenommen und dann, wie auch ihre verschwundenen Liebhaber, verspeist hatte.

Sie wollte das nicht mehr.

Inzwischen arbeitete sie in der Hämatologie. Dort stillte sie nun ihren Blutdurst indem sie dazu überging Spendenblut zu trinken.
Über all das dachte sie nach, während sie einer Beschäftigung nachging, die sie zu beruhigen schien; der Zustand den sie hierbei erlangete, kam an Meditation nah heran.
Unkraut jäten.

Sie stand auf, um vor dem Fahrrad fahren, auch so eine menschliche Marotte, noch ein Zitat von Mark Twain auszudrucken, das ihr gut gefiel:

Gib deine Illusionen nicht auf. Wenn du sie verloren hast, existierst du wohl noch, aber du hast aufgehört zu leben.

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