Von Zerstörung, Schmerz, und der Rückkehr des Feuers

Die Blogpause funktioniert nur mäßig. Schätze, ich müsste ihn komplett schließen, um die Finger davon zu lassen.
Doch tut es gut, es zu minimieren. Mehr draußen leben, mehr Lebenszeit. Letztlich schrieb mir jemand, mit jedem Wenigerklick gewinne er — mehr Lebenszeit. Dem kann ich nur beipflichten.
Es ist viel passiert in den letzten zwei Tagen. Viel Gutes. In einem Tag habe ich Rom niedergerissen und wieder aufgebaut. Geweint, bis ich Nasenbluten bekam. Dem Herrn Gemahl Wunden geschlagen. Im Schutt haben wir den Funken gefunden, um unser Feuer neu zu entfachen. Uns zu entfesseln.
Und ein weiteres Mal bewundere ich diesen Mann an meiner Seite, der meine akrobatischen Glanzleistungen mit macht, mein Lebensrodeo, sich dabei nicht wenige Kerben einfängt und trotzdem im Sattel bleibt.
Was für eine Liebe. Wahnsinn!

Gleichklang

So. Nachdem ich mich gestern mit Win’s Hilfe stabilisiert habe, kann ich die ganze Geschichte etwas nüchterner betrachten. Soll heißen, ohne die Angst, dass jetzt die ganze Freundschaft in die Binsen geht.
Was mich zu Anfang sehr geschockt hat, war der Text, in dem mir mitgeteilt wurde, es (nicht ich) sei zu intensiv. Es, damit ist die Beziehung zueinander gemeint.
Der Text war fast identisch mit einer Mail, die mich vor etwas mehr als einem Jahr erreichte. Und das setzte erst Mal die gleichen Mechanismen in mir in Gang.
Aha! Ich spitzte die Ohre und habe mein Hirn eingeschaltet. Nicht einfach, mit der Verlustangst im Nacken.

Seit dem Coaching gestern bin ich eine Einheit. Ich weiß nun, woher dieses Verlassenheitsgefühl kam, das so tief schmerzt. Aus der gleichen Kammer meines Seins kommt auch das Verbundenheitsgefühl, das ich meinen Freunden gegenüber empfinde. Manchmal auch Menschen gegenüber, mit denen ich vielleicht weniger zu tun habe.
Es ist dieser Wunsch nach Verbundenheit, der mich in meinen Freundschaften so intensiv sein lässt. Ist die Verbundenheit da, lebe ich sie, mit jeder Faser meines Seins. Dann Teile ich alles. Und das ist es, das schwer zu (er)tragen ist.
Das ist es, was in den Menschen, mit denen ich viel zu tun habe, den Drang erzeugt, sich freizustrampeln.
Heute, am Tag nach dem Coaching weiß ich das. Wie oben gesagt, weiß ich auch woher, es kommt. Doch das behalte ich erst einmal für mich. Traurig und faszinierend zugleich ist es.
Und nun werde ich mich zurückhaltend um meine Freundin kümmern. Ohne sie zu erdrücken.
Mit viel mehr Verständnis, als sie vielleicht zu spüren meint 🙂

Prioritäten

Es kommt selten vor, dass ich das Training sausen lasse und genau genommen habe ich es auf heute Morgen verschoben.
Das Essen mit dem Herrn Gemahl heute Abend hatte auf jeden Fall Vorrang. Nicht nur, weil ich jetzt ein paar Tage weg bin, sondern, weil ich am Montag zurück komme, jedoch abends gleich wieder verplant bin. Quasi trotzdem nicht da.
Ab und an, mag er auch was von mir haben.

Me and my body

Heute Morgen fehlt dauernd was. Beim Duschen das Shampoo, nach dem Duschen das Handtuch und nach dem Abtrocknen das Höschen.
So renne ich fröhlich nackig durch’s Haus.
Ich komme auch am Spiegel vorbei und da denkt es in mir:
Eigentlich eine coole Errungenschaft, mein Körper.
Was er schon alles für Gift verarbeitet hat, welche Gewichte getragen, Stürze überstanden und Prügel eingesteckt. Dazu das ein oder andere Übertraining und auch manche Kränke.
Und während ich mich so betrachte und es so in mir denkt, kommt noch eine zweite Stimme dazu, die denkt:
Genau! Wenn man es richtig betrachtet ist er sogar wirklich schön.
Auch hat er was von einem Geschichtsbuch über die Person, die in ihm steckt.
Alles, was jemand anderer als nicht perfekt erachten würde, ist ein Bild, eine Erzählung, über einen Sieg.
Darüber, was ich verkraftet und geschafft habe.
Und das ist mehr, als mancher je ertragen wird.
Ich klopfe mir selber auf den Hintern und sage meinem Körper und damit mir:
GUT GEMACHT!

Hilflos

Manchmal lese ich in Blogs von Seelenschmerz.
Diesen fühle ich tief in mir, während ich lese. In solchen Momenten möchte ich so gerne geben.
Lebensenergie, Liebe, Trost spenden.
Dann fasse ich es in Worte und während ich schreibe fließt all mein Gefühl in die Tasten und nachher frage ich mich, ob es wohl ankommt; durch den virtuellen Raum gesandt, in 0en und 1en zerlegt, in Lichtimpulse umgewandelt, durch Glasfaserleitungen gejagt…Kommt von meinem reinen Gefühl auf der anderen Seite noch etwas an?
Ich hoffe sehr, denn das ist alles, was ich von hier aus geben kann…

Einen großen Strauß voll guter Gedanken in den Sonntag werfend,
Frau Zerberus

Lass uns über sie reden – oder, give it a try

Wie die Sonne so warm.
Ohne sie ist man arm.
Oh, sie ist alt.
Nur selten wie Eis, so kalt.
Sie lässt hoch dich fliegen.
Gibt Kraft zu obsiegen.
Mal lässt sie dich brennen;
manchmal davon rennen.
Sie kann dich eretten;
dich an jemand ketten.
Macht Dich den Himmel erklettern.
Sie kann auch zerschmettern.
All das kann die Liebe;
das und noch viel mehr.
Auch ich bin die Liebe.
Ich schwimme in ihr;
im unendlichen Meer.

Macht Hass dumm?

Das hat mal ein Autor gefragt, dessen Bücher ich sehr schätze.
Dumm vielleicht nicht.
Jedoch bestimmt blind. Meiner Meinung nach behindert er die Sicht auf sich selbst und darauf was man sich selbst antut, lässt man den Hass gewähren.
Ich habe einige Male gehasst im Leben.
Menschen, die mir schlimmes angetan und mich mies behandelt haben.
Ich entsinne mich nur eines  Falls, in dem mein Hass mir aus einer Situation heraus geholfen hat. Sonst habe ich mir, wenn ich Strafen und mich revanchieren wollte, damit selbst mehr geschadet, als genützt.
Sicher, Hass ist eine starke Energie. Nicht umsonst sagt man, dass Hass und Liebe zwei Seiten der gleichen Medaille sind. Beide können ein starker Antrieb sein.
Doch wohnen dem  Hass unglaubliche Selbstzerstörungskräfte inne. Hass verletzt den der hasst auch immer ein Stück weit selbst.
Wohl weil man, hasst man jemand anderen, auch sich selbst ein Stück weit hasst.
Oder hasst man, weil man Aspekte von sich selber hasst?
An mir merke ich, dass mir die Fähigkeit zu hassen, abhanden gekommen zu sein scheint.
Gar ist es so, dass ich, seit ich gelernt habe mich selbst ganz anzunehmen und zu lieben, so etwas wie Hass gar nicht mehr brauche.
Ich sitze hier, ruhe in mir, lasse Vergangenes vorbei ziehen, sehe, wo ich wann wen gehasst habe und sehe, es hat mir, bis auf dieses meine Mal wirklich nur geschadet.
Weil ich im Hass immer meinen Weg und mich selbst verloren habe.
Ich vergebe mir das alles. Oft wurde er aus Angst geboren. Die galt es zu besiegen. Hass ist das Mittel der innerlich Schwachen. 
Wieviel mehr schafft man durch Liebe…
Schön, das ich das heute weiß.