Fach Lebenskunde

Schade, dass es abgelehnt wurde, es parallel zum Religionsunterricht einzuführen.
Aufklärung in Sachen Lebensführung und Diskussionen, wie verschiedene Menschen,  verschiedenster Ausrichtungen das Leben erleben, hätte bestimmt zu mehr Verständnis füreinander geführt.
Gestern, zu Tisch mit ein paar älteren Herrschaften, kommt das Thema Homosexualität auf.
Ich höre den herablassenden Ton, mit dem über Homosexuelle gesprochen wird. Auch höre ich heraus, dass man nicht wirklich aufgeklärt ist, was häufig (nicht immer) bei Menschen dieser Altersgruppe der Fall ist. Ich übe mich in Nachsicht. Noch während ich überlege, wie ich ruhig (fällt mir in Diskussionen gerne schwer), zu mehr Aufklärung/ Verständnis beitragen kann, wird Homosexualität mit Pädophilie gleichgestellt.
Nun denke ich nicht mehr groß nach. Da fühle ich trotz aller Nachsicht meinen Puls in der Halsschlagader klopfen.
Ich erkläre, dass beides Milchstraßen voneinander entfernt ist. Erkläre die Unterschiede und dass man, nur weil man gleichgeschlechtlich liebt, noch lange nicht auf Kinder steht.
Mein Gegenüber merkt scheinbar, dass dieses in-einen-Topf-schmeißen nicht ganz der Realität entspricht und rudert zurück.
Das man jetzt mehr Verständnis aufbringt, wage ich zu bezweifeln. Aber vielleicht ist der Unterschied klar geworden. Dann hätte ich schon viel erreicht.
Es erschreckt mich, dass immer noch solche Aussagen gemacht werden.

Es wird noch dauern, bis es als normal gilt, homosexualidad zu sein. Und, bis alle wissen, das das eine nichts mit dem anderen zu tun hat.
Hier hätte das Fach Lebenskunde eine echte Lücke schließen können.
Frei von religiösem Einfluss.