Trotz allem

Ich bin aus dem Lot.
Während ich eine Mail an meine Frengländerin schreibe, breche ich in Tränen aus. Das Haus habe ich auch noch nicht verlassen. Hänge in einer Dauerschleife. Grübeln. Immer noch aufschieben, was eigentlich angegangen werden müsste. Müsste. Ich bin so froh, wenn ich diese Müsstegeschichten, die mir Vater Staat auf’s Auge drückt, von den Hacken hab.
Da, in diesem Moment heule ich schon wieder. Die Endorphine von Samstag sind aufgebraucht. Ich fühle mich einsam. Soooo alleine.
Einfach aushalten. Was soll ich auch anderes tun. Ich kann ja nicht weg von mir. Ich könnte meine beste Freundin sein, sollte ich sogar. Doch ich knicke immer wieder ein.
Und keiner kann mir helfen. Das kann nur ich allein. Egal, was man mir an tröstlichen Worten sagt, es hilft nicht. Oder nur kurz. Wie eine Schmerztablette. An die Ursache muss ich ran.
Wie kann man nur so labil sein. Verdammt!!!!!!
Sind es schon zwei Wochen? Nein, eine. Rein zeitlich gesehen, habe ich noch nur ein Tief. Ab zwei Wochen spricht man von einer Depression. Heule ich jetzt tatsächlich schon eine Woche?
Wo ist die Zeit hin?
Mensch Silvia, reiß Dich zusammen. Wo ist mein Buch über kognitive Verhaltenstherapie?

Aderlass – Ergebnis

Laut dem Doc sind die Werte wieder besser.
Ich erzähle ihm wie es mir die letzten zwei Tage ging und auch von der bevorstehenden Prüfung. Er meint, von den Werten her, wäre alles besser geworden. Der Entzündungsmarker ist weiter gesunken.
Mein TSH Basal Wert hat sich wieder aus der „künstlichen“ Überfunktion heraus bewegt.
Wir müssten aber natürlich auch nach meinem Befinden gehen und nicht nur nach Zahlen.
Der Doc meint aber auch noch, dass ich mich durch die Schilddrüse tendenziell labiler fühlen könnte und es angesagt sei, dass wir da mehr Stabilität rein bringen, damit ich nicht so sehr leide (O. T. mein Doc), wenn etwas bedrückende Situationen anstehen.
Das halte ich für eine gute Idee. Jetzt stellt sich noch die Frage: Wie?
Auch darauf werde ich ein Antwort finden. Ganz bestimmt.