Wellenbewegung – Vom Kümmern, Annehmen und loslassen

Annehmen und wieder los lassen.
Wenn ich mich im Atlantik von den Wellen umspülen lasse, halte ich die Wellen, die mir Genuss bescheren, doch auch nicht fest.
Annehmen und dankbar sein. Dann muss man auch nicht daran festhalten, wie eine Ertrinkende. Dann genügt das, was man bekommen hat.

Davon abgesehen werde ich heute gut zu mir selbst sein. Ich fühle mich schlapp. Nein, ich gehe nicht in die Sauna und auch nicht zum Training, um dagegen anzustinken. Ich werde mich jetzt mit meinem Buch über Zen Buddhismus ins Bett legen, lesen und dann schlafen. Die Vorbestellungen heute Mittag hat Kollege Harry übernommen.
Das ist nämlich auch so eine Sache. Sich selbst Zuwendung angedeihen lassen. Sich nicht nur an andere verschenken, sondern auch an sich selbst. Sonst ist man irgendwann leer.

Kümmern – Angst vor Verlust?

Früher Morgen. Ich kreuze mit meinem Taxi durch die noch dunkle Stadt. Denke über mein „Kümmerthema“ nach.
Was hab ich bisher?
Einerseits sehne ich mich danach, betüdelt zu werden, wenn es mir nicht gut geht.
Andererseits kann ich, lässt man mir Fürsorge angedeihen, diese schlecht, manchmal gar nicht annehmen.
Ich frage mich, ob es nicht die Angst ist, diese Zuwendung wieder zu verlieren, die mich daran hindert, sie anzunehmen.
Das ist eine andere Sache, als sie nicht zuzulassen, weil man sich nicht wert fühlt, betüdelt zu werden.
Wenn ich mich an gestern Abend zurück erinnere, ist das Gefühl so zwiespältig.
Der eine Teil, der sich wirklich gerne in die Arme nehmen lassen möchte, und der andere Teil, dem das Gefühl von Zuwendung
Unbehagen bereitet. Nicht vertraut. Es hat was von ranlassen und wegstoßen.
„Wenn ich Mich um Dich sorge, brauchst Du nicht grantig werden. Dann darfst Du ruhig höflich bleiben“, so Helmut gestern.
Ich hatte gar nicht bemerkt, dass ich scheinbar leicht die Krallen ausgefahren hatte.
Langsam wird es interessant. Hunde knurren auch, wenn sie Angst vor etwas haben.

Gestern: Kümmern

Gestern schrieb ich, daß ich nicht gut darauf kann wenn man sich um mich kümmert. Von wegen „einsame Wölfin“.
Eben lese ich bei Emil von seiner Oma und wie sie sich gekümmert hat. Spüre, ein Teil von mir sehnt sich wie verrückt nach
kümmern. Da hab ich doch wieder was gefunden, was etwas mit Wertigkeit zu tun hat. Mit meiner Wertigkeit, sprich dem
Selbstwertgefühl. Einerseits das Sehnen nach etwas, andererseits nicht annehmen können, was man sich ersehnt.
Da könnte ich mal drüber nachdenken. Und dran arbeiten.

Das andere Auszeit Wochenende

Die Schreibwerkstatt wird so eine Art Auszeit Wochenende. Zwar wird und der Altmann bestimmt ackern lassen, doch gehe ich davon aus, auch genug Zeit zum Meditieren zu haben.
Dauernd mache ich irgendwas. Wie eine Getriebene.
Einfach mal ruhig sitzen, atmen. Lauschen.
Ich brauche eine Pause.
Jetzt. Länger. Mich um mich kümmern…
Wir lesen uns.

Ein sicherer Ort

Ich schreibe Dir, obwohl Du nicht antwortest.
Ich flüchte mich in Gedanken, um Dich.
Ich erdenke Lösungsvorschläge für Dich.
Dann warte ich auf Antwort die (wie ich weiß) meist nicht kommt,
ahnend, dass Deine Gedanken nicht bei mir sind
und Du Deine Lösungen durchaus selbst finden kannst.
Und, auch keinen Trost von mir brauchst.

Immer öfter kommt mir der Gedanke, dass es besonders schlimm ist, wenn ich’s mal wieder schwer habe. Ich in der Klemme stecke. Ich nicht weiß, wie’s weiter geht.
Vielleicht fühle ich mich deshalb in diesen Momenten etwas seltsam; weil ein Teil von mir weiß, eigentlich geht es hier um mich…

Auf eine kindische Art ist das sogar logisch. Ich weiß, was von Dir kommt (oder besser: nicht kommt). Du bist berechenbar für das Kind in mir, das vor der Situation, in der es gerade steckt, gerne die Augen verschließen würde(Auch wenn Du von Dir sagst „bestellt man Wein, bekommt man Schnaps serviert“).

Zeit für mich, sich mal wieder um meine Kleine zu kümmern.