Meldung des Tages – oder Fremdwahrnehmung

Vorerst. Es ist ja noch früh am Tag.
Kollege Marco lässt verlauten:

„Silvia, wer sich Dir gegenüber nicht gebührlich verhält, weiß spätestens nach 30 Sekunden, dass er was verkehrt gemacht hat.“

Interessante Feststellung.
Ich lache und lasse das jetzt mal so stehen.

Fehlinterpretation

Um 20 Uhr hole ich den Herrn Gemahl vom Flughafen ab, er kehrt von einem Lehrgang in München heim. Ich freu mich. Prinz Katz wird sich auch freuen.
Vorher mache ich noch eine Fahrt nach Troisdorf.
Von dort geht’s zurück auf die Bahn, ein LKW Fahrer blinkt mich an, um mich reinzulassen. Freundlich bedanke ich mich mit der Warnblinkanlage.
Ich bin zu früh am Airport, also fahre ich am Terminal II vorbei, Richtung Tankstelle. 
Als ich so da lang fahre, rechter Hand der voll besetzte Taxistand, steht einer der Kollegen da und winkt, als wolle er mir sagen ich solle langsam machen (Ok, die vorgeschriebenen 30 fahre ich nicht, aber…), was ich zuerst stur ignoriere. Ich lass mich nicht gerne schulmeistern.
Doch, als plötzlich 5 weitere Kollegen, die mit dem anderen zusammen stehen, Anstalten machen, sich vor mein Taxi zu schmeißen, halte ich mal an, lasse das Fenster runter.
Der stille Alarm sei an (blinkendes Dachzeichen).
Sorry, für die Unterstellung der Schulmeisterei.
Mit einem Danke fahre ich zur Tankstelle, schalte erst mal den Alarm aus.
Jetzt weiß ich auch, weshalb der Brummifahrer so „nett“ war.
Ja ja, so ist das manchmal mit den lieben Fehlinterpretationen.

Ungehalten

Es ist zum aus der Haut fahren.
Das ist der Grund, warum ich mich z. Zt.von meinen Kollegen fern halte. Horrorgeschichten von Prüfungen:
Marius kommt an mein Auto.“ Der Kollege XY hatte heute Abschlussgespräch“, erzählt er. „17000€ hat er zu wenig in seinen Einnahmen“.
Ich merke, wie ich wütend werde (ich bin mir durchaus bewusst, dass Wut gerne der Deckel von Angst ist) und fahre ihn an:
“ Marius, kannst du Dir vorstellen, dass ich das gerade gar nicht wissen will?! Jeder hat einen anderen Prüfer, jeder kocht bei uns sein eigenes Süppchen. Bei jedem läuft die Prüfung anders! Lass mich mit dem Scheiß in Ruhe!! “
“ Ja, das stimmt“, meint er, „aber die haben alle die gleichen Tabellen.“
„Ja, Marius. Du wirst es nicht glauben, aber das weiß ich. Trotzdem will ich die Ergebnisse der anderen nicht wissen. Ich habe es gerade geschafft, mich zu entspannen und dann kommst Du und erzählst mir die nächste Horrorstory!
Vielen Dank, Du darfst Dich entfernen!“

Er wirkt ein wenig irritiert, ob meiner heftigen Reaktion. Aber, mit Verlaub. Das ist mir scheißegal. Hatte ich um Auskunft gebeten? Nein!

Jetzt versuche ich erst mal, mein Gleichgewicht wieder zu erlangen. Verdammte Hacke.

Animierdame

Posttower:
Heute ist der zweite Tag, an dem ich am Halteplatz Posttower mein Springseil auspacke.
Die Kollegen schauen interessiert. Einer von ihnen, früher Boxer, will auch springen. Bitte sehr! Gerne.
Von unser beider Sporteinlage animiert, greift sich einer nach dem anderen das Seil und springt.
Und alle haben Spaß.
Zuletzt habe ich sechs Kollegen in Bewegung gebracht.
Und alle fühlen sich gut.
So soll es sein 🙂

Therapie Gruppe

Alex und Kenan (Kollegen und Freunde) steigen in mein Taxi; beide sitzen hinten, fangen an zu quatschen und ihre Späße zu machen. Dann merken sie: „Silvia geht’s nicht gut. Hey Silvia! Was ist los? Nicht weinen. Komm, los erzähl.“ Und ich erzähle. Das alte Leid. Die zwei verstehen mich. Als ich mich ausgekotzt habe, geht es wesentlich besser. Ich lache wieder. Und denke, dass ich mich benehme, wie ein Backfisch. Und auch darüber muss ich lachen; weil die beiden mich damit schön durch den Kakao ziehen.
Eine bessere Therapie gibt’s fast nicht. Wenigstens in dem Fall.
Ach Jungs, ich hab Euch lieb. Schön, dass es Euch gibt. 🙂

Kopfschütteln

… ringt mir heute die Unzufriedenheit meiner Kollegen ab. Der eine beklagt, gestern zwei Kurze Fahrten vom Bahnhof gehabt zu haben, der andere stört sich generell an der Länge der Touren.
Trotzdem haben auch diese Beiden ihren Reibach gemacht. Ich verspüre ein gewisses Unverständnis und gehe lieber meinen neuen Altmann lesen.
Halbvolle und halbleere Gläser. Ich bleibe dabei: Es war ein super Tag und ich hatte Freude dran. Und verdient habe ich auch gut.