Meine Phobie und die Gegenmaßnahmen

Was tun, wenn die Herzphobie sich wieder manifestieren will.

Erst mal zur Sache:
Extrasystolen sind definitiv da. Auch auf dem EKG zu sehen. Sie sind aber nicht bedrohlich, nur unangenehm. Und, jeder Mensch hat sie, nur nehme ich sie bewusster wahr, als andere.
Eine Herzphobie bekommen gerne Menschen, denen ein nahestehender Mensch (in meinem Fall, mein Vater) per Herztod weggestorben ist. Es ist also ein wenig posttraumatisch.
Komme ich dann Situationen, die ich über längere Zeit als bedrohlich (im weitesten Sinne) empfinde, kann das dazu führen, dass ich körperliche Symptome (Rückenschmerzen, Extrasystolen, Schwindel, Panikattacken) sofort auf mein Herz beziehe. Kurios, ist doch ein Herzproblem eigentlich die größere  Bedrohung. Aber wer sagt, dass Phobien logisch funktionieren?

Aber hier hilft mir die kognitive Verhaltenstherapie.
Ich weiß ja, dass alle Symptome, die ich aufweise, durch unterschwelligen Stress verursacht werden. Es gibt einmal die Möglichkeit, wieder zum Kardiologen zu gehen, um mir meine Gesundheit bestätigen zu lassen.
Oder, ich gehe, wie gewohnt zum Cycling-Kurs und gebe richtig Gas. Danach in die Sauna. Zwei Aufgüsse.
Das Ergebnis: Durch das Laufen ist mein Puls wieder viel elastischer, ich bin ganz schnell wieder unten, auf 65%, sobald ich weniger Gas geben.
In der Sauna kann ich die Hitze gut vertragen.
Mir geht es gut. Und meinem Herzen auch.
Das reicht mir als Beweis.
Es geht darum, die phobischen Gedanken zu widerlegen.

Um die Rückenschmerzen, darf sich der Physio nächste Woche kümmern. Ich war lange nicht zur Massage.
Und der Rest wird sich legen, sobald ich Mittwoch weiß, dass die Steuerprüfung abgeschlossen ist.

Unruhe

Unruhe, die lähmt.
Ist es die Steuerprüfung, die morgen in einer Woche ansteht?
Könnte sein. Ich habe diese seltsame Stimmung schon letzte Woche an mir bemerkt und habe auch versucht sie zu ergründen. Das ist aber nur mäßig gelungen.
Es äußert sich durch dieses Angstgefühl, dass ich auch kenne, wenn meine Werte nicht stimmen und stetige Müdigkeit.
Schon doof, wenn man weiß, es gibt drei Anlässe, die verantwortlich sein können.
Entweder, ich bin tatsächlich nervös, wegen der Prüfung,
die Werte Stimmen wieder nicht (ich will aber nach nur drei Wochen nicht schon wieder testen lassen, das ist ja dann auch irgendwie krank),
oder ich steuere wieder auf eine Depression zu.

Nur kann ich jetzt nicht wirklich viel machen.
Natürlich werde ich mit der kognitiven Verhaltenstherapie fortfahren, sprich meine Gedanken überprüfen, mich weiter sportlich betätigen (das kam auch 5 Tage zu kurz und kann mit einfließen), unter Menschen gehen.
Ansonsten, bleibt nur abwarten, wie es mir nach der Prüfung geht. Ich kann mir schon vorstellen, dass es mich sehr entlasten wird, wenn ich das aus meinem Hinterkopf löschen kann.
Ich bin mir nicht mal sicher, ob die Gedanken, über einen Verkauf der Firma nicht aus einem Fluchtreflex heraus entstehen.

Es fühlt sich einfach seltsam an. Als würde ich auf einen Aufprall warten, von dem ich nicht weiß, wie heftig er wird.

Eigentherapie

Um nicht ganz mit leeren Händen da zu stehen, habe ich mich jetzt mit Fachliteratur über Kognitive Verhaltenstherapie und CBASP eingedeckt. Schon klar, ich kann natürlich auch zu meiner Therapeutin gehen.
Da ich aber zu den Experimentierfreudigen dieser Welt gehöre, will ich es jetzt mit Eigentherapie versuchen. Die Therapeutin möchte ich nur noch unterstützend zu Rate ziehen, wenn ich alleine nicht weiter komme.
Ich finde das ziemlich spannend.