Es lichtet sich

Drohte ich vor Stunden noch in einer Papierflut unterzugehen, kommt langsam Land in Sicht. Noch der Oktober und Dezember bis heute, dann habe ich das Kassenbuch geschafft.
Ich erkenne, welche Genugtuung es mir bereitet, Ordnung ins Chaos zu bringen. Ob ich es deshalb immer vor mir her schiebe?
Sicher ist das nur ein Aspekt. Häufig erscheint es mir nicht so wichtig, doch ist mir dieses mal extrem aufgefallen, wie es mich blockiert, bleibt es unerledigt. Das lag zum Teil an den fehlenden (zum Glück wieder aufgetauchten) Quittungen.
Weiter geht’s.

Anpacken

Wann habe ich entrümpelt, vor vier, fünf Wochen? Wenn ich durch das Haus gehe, sehe ich nichts mehr davon. Zwar liegt kein Gerümpel herum, das habe ich entsorgt, trotzdem herrscht fast überall Unordnung. Die einzige Ausnahme bildet mein Meditationsraum. Welch Glück.
Diesmal werde ich mit den unsichtbaren Teilen beginnen. Das Kassenbuch. Es hat durchaus einen Vorteil, es mit der Hand schreiben zu müssen: Ich kann es im Taxi erledigen.
Außerdem werde ich die Sachen für die Steuererklärung zusammensuchen und zur Steuerberaterin tragen. Die zwei Aufgaben drücken schon lang. Einkommensteuer überweisen. Weg damit, Hurra!
Danach kommt die offensichtliche Unordnung dran.
Jetzt erst mal die Morgengymnastik, dann die Sporttasche für heute Abend packen. Cycling. Das räumt den Kopf auf.

Done

Ich hab’s geschafft. Mir raucht das Hirn und die Synapsen glühen; doch sind fünf Monate Kassenbuch sortiert, geschrieben und chronologisch abgelegt.
Fast sieben Stunden hat das gedauert.
Ich denke, ich ziehe ab jetzt eine andere Taktik vor.
Das kommt Euch bekannt vor?
Mir auch 🙂
Aber ich gebe nicht auf. Ich werde das regelmäßiger erledigen.
Gleich erst mal meditierend die Synapsen kühlen, um sie später, gemeinsam mit der Dame, laufend, im Wald, mit Sauerstoff zu fluten.
Ich find, das ist ein guter Plan.

Überrascht

… bin ich über mich selbst. Ich weiß nicht, ob ich es schon mal erwähnte. Bisher verhalte ich mich ziemlich unordentlich. Ich lasse gerne was liegen. Und wenn es um meinen Papierkram geht, naja…
Jedenfalls, gedenke ich, mich endlich mal um meine Buchführung zu kümmern und gerate gleich in die Bredouille, weil ich die Quittungen der letzten zweieinhalb Monate nicht finden kann. Panik steigt auf, gegen die ich erfolgreich ankämpfe. Die können einfach nicht weg sein.
Ich flitze zum Auto, wo ein Teil meiner Buchführung, in einer Tasche vor sich hin dümpelt (hatte ich erwähnt, dass ich chaotisch veranlagt bin?).
Auch hier sind sie nicht zu finden. Mist.
Atme, Silvia. Ok. Ein und aus…
Erst mal Haare föhnen und frühstücken. An einen Apfel denken (super Tipp von der Dame, danke, bin runter von der Gedanken Autobahn;-)
Nach dem Frühstück steige ich ins Auto; fahre zu meiner ersten Vorbestellung; nehme die Tasche mit der Buchführung nochmals auseinander. Nix!
Mmmhhh…
Mein Blick schweift durch’s Taxi; bleibt an meinem Kalender hängen. Sollte das die Lösung sein?
Vorsichtig öffne ich das Buch und tatsächlich! Da sind meine Quittungen, schön sortiert, für jeden Tag.
Anfang des Jahres hatte ich mir zum x-ten mal vorgenommen ordentlicher mit meinem Papierkram zu werden.
Und halte es scheinbar für unmöglich, dass ich das tatsächlich umgesetzt haben könnte.
Habe ich aber.
Das finde ich sehr bemerkenswert 🙂

Neue Anwandlungen

Nun geht’s aber los!
Jetzt beginne ich auch noch Strategien zu entwickeln, wie ich noch mehr Spaß (?!) am Führen meines Kassenbuches bekomme. Ein befreundeter Kollege erzählte mir, er habe das alles so automatisiert, dass er, bis auf den Jahresabschluss, keinen Steuerberater mehr braucht. Das klingt spannend. Das seh ich mir an.