Flexibel

Jetzt muss ich nur noch Dienstag Abend nach Düsseldorf kommen. Habe noch ein Zimmer ergattern können. Das Hotel (ein halbwegs bezahlbares) liegt einen Kilometer vom Airport weg. Was ich mit dem Bahnhticket anfange weiß ich nicht. Dem Chef der GDL in den Rachen stopfen vielleicht. So tief, dass es ihm am A….  wieder, ach lassen wir das.
Ich komm schon nach Irland. Das wird auch die GDL nicht verhindern.

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Ruhestätte

War ich bis heute Morgen noch unschlüssig, mir in Koblenz ein Hotel zu nehmen, habe ich es jetzt gebucht. So kann ich morgen früh ausschlafen, in Ruhe frühstücken (angesichts von acht Stunden Indoor Cycling nicht unwichtig) und mich gemütlich zum zweiten Ausbildungszeit begeben. Heute muss ich halt mit wenig Schlaf da durch. Ich bin ein großes Mädchen. Ich schaff das schon. Nervös bin ich trotzdem. Die beißen doch nicht.

PORTUGUÉS

Was auffällt, sind Leute, die hier arbeiten und häufig aus Spanien bzw Portugal kommen.
Die Frauen, die unten im Frühstücksraum Dienst tun, kommen ausschließlich von dort.
Gestern brachte uns eine Frau den Kaffee, ich schätze sie auf ca. 50. Sie zittert, fragt ganz leise:“ english breakfast?“
Wir sagen ihr, was wir möchten (scrsmbled eggs and Toast) sie sieht sich erschrocken um und sagt, noch leiser:“ no sé. “
Kurze Zeit später steht eine Kollegin bei uns und fragt nach mal.
Heute morgen kommt die Dame von gestern wieder mit Kaffee. Ich begrüße sie: Buen día.
Sie antwortet das Gleiche und lächelt, fragt mich:“ fala portugués? “
“ No, no. Solo un poco español.“
Aha, sie ist also Portugiesin und sie muss schon weiter, Kaffee verteilen.
Doch sie sucht meinen Blick. Ich lächle ihr zu. Sie strahlt zurück und man merkt, wie gut ihr dieser ganz kurze Augenblick getan hat.
Sie freut sich.
So einfach ist das.

Ich ziehe meinen Hut.
In ein fremdes Land, ohne die Sprachzu sprechen, um Geld zu verdienen, weil es in der Heimat keine Jobs gibt.
Das war früher bei unseren Italienern, Griechen und Türken groß und das ist es auch heute noch.
Keine Ahnung, ob ich den Mut aufbringen würde.
Das geht mir durch den Kopf, während ich sie ansehe.

Ich verabschiede mich auf spanisch und sie winkt mir lächelnd zu.

London, London, London

Nach dem Frühstück brechen wir auf.
Ich finde hier alles spannend. Speziell die Tube. Geht es mir der Rolltreppe aufwärts, denke ich daran, wie man mit der Achterbahn auf die Höhe gezogen wird; so steil und lang sind die Rolltreppen. Geht’s abwärts, denke ich an alle möglichen Sciencefiction Filme, die ich mal gesehen habe. Und all die Menschen!
Ich gebe mir das London Eye. London aus 133 Metern Höhe, sehr cool. Ich muss allerdings alleine rauf. Susi hat Höhenangst. Zum Glück sind wir früh da. Als ich wieder runter komme, steht die Menschenschlange bis zur Straße.
Noch schnell die Duck Tours für Freitag gebucht. Mit dem Amphibienbus ein Rundfahrt durch die Stadt und einen Teil davon, im Bus, über die Themse. Ich freu mich drauf.

Unsere nächste Station ist Waterloo Little Venice. Von hier mit dem Waterbus über den Kanal nach Camden Lock.
Holla! Köln, Hohe Straße, ist da ein kleiner Furz gegen. Was für ein Treiben. Verhungern kann man nicht. Alleine, wenn man alles probiert, was einem unter die Nase gehalten wird, ist man pappsatt.
Eintauchen, Stable Market, den ehemaligen Pferdemarkt in Camden. Wieder auftauchen, kurz durchatmen, eintauchen Hauptstraße, die kleinen Geschäfte abklappern.

Gegen 16.30 Uhr haben wir alles durch. Jetzt wird es bunt, heiß und stickig. Rushhour in der Tube.

Viktoria Station noch schnell in den Supermarkt, Obst und Wasser kaufen.

Um 18 Uhr sind wir endlich zu Hause. Ja, ich nenne unseren begehbaren Wandschrank zu Hause.
Denn egal, wie klein die Bude und das Bett auch sein mögen. Es ist im Erdgeschoss, es ist kühl, es geht nach hinten raus, sprich es ist ruhig, ich hab freies WLAN, kann in Ruhe schreiben und unsere Beine dürfen in die Waagerechte, damit die Füße ein weiteres Mal abkühlen können.
Und wir haben den Schlüssel zu diesem kleinen Paradies.

Mehr braucht es momentan nicht für den Titel zu Hause.