Ersatzprogramm

Am 18.Mai findet die Melpomene statt. Ein 10 Kilometer Lauf durch meinen Hauswald, den Kottenforst.
Und am 14.Juni der Ahrathon. Hier habe ich, aufgrund des Streckenprofils, aber nur die 5 Kilometer gewählt.
Es gibt noch drei weitere Läufe, zu denen ich aber noch nicht gemeldet bin.
Den Abschluss soll der Herbsthalbmarathon des Reservistenverbandes bilden.
Wieder im Kottenforst, im November.

Schau’n  wir mal…

Ich laufe

Allerdings nur in der Statistik. Am Venusberg treffe ich Carsten, einen Kollegen. Er ist mit seinen 60 Jahren top fit, immer noch aktiver Triathlet und begeistert von der Idee mich zu vertreten.
Bei der Marathon Messe in Bonn werden wir gemeinsam die Startunterlagen abholen.
Und ab dem Wasserbahnhof, unterhalb des alten Zoll, werde ich ihn, beim Lauf, mit dem Rad begleiten.
So bin ich trotzdem dabei und in der Statistik steht dann eine Zielzeit von unter zwei Stunden.
Und die Start Gebühr hab ich auch nicht umsonst bezahlt.

Die Stimme der Vernunft

Erst Laufband: 10 Minuten. Dann abgebrochen, weil der Puls zu hoch war. 
Dann hab ich mich auf dieses Liegerad gesetzt, da ging es, die 70% zu halten. 
Gut, denk ich, Crosstrainer; um auf Stufe 1(!) festzustellen: Auch hier geht der Puls zu hoch. 
Ich treffe einen alten Bekannten; klage mein Leid. Er meint, ich soll mich auf’s Ergometer setzen, mit Cardioprogramm.
Das ist furchtbar langweilig, funktioniert aber. 40 Minuten tue ich mir das an, dann hab ich einfach keinen Bock mehr. 
Als er vorbei kommt, frage ich ihn, wie lange es wohl dauert, wieder so fit wie vorher zu sein.
Er antwortet trocken: N u r zwei Wochen.
Wenigstens den Milon Zirkel konnte ich durchziehen, ohne das Gewicht zu reduzieren; ein Lichtblick!

Als mich vorhin jemand fragte, ob ich den Halbmarathon tatsächlich antreten will, war ich noch zu 90% überzeugt, das könnte hinhauen.
Nun freunde ich mich langsam mit dem Gedanken an, das Unternehmen auf einen späteren Lauf im Jahr zu verschieben.
Schon vor dem Einbruch hätte ich es, nur mit Mühe, geschafft den Zielschluss von 3 Stunden einzuhalten.
Dieses Level habe ich zur Zeit leider nicht mehr. Vielleicht war auch der Termin zu ambitioniert, und die Vorbereitungszeit zu kurz.

Ich fange einfach noch mal an.
Ich, das Steh auf Männchen (Mädchen).

Sport, yes!

Den Infekt bin ich los. Trotzdem, diese Woche ist noch Schonprogramm angesagt. Der Beueler 10er fällt damit aus. Der war ja als Vorbereitung für den Halbmarathon gedacht.
Nun muss ich die Vorbereitung halt anders gestalten. Heute gibt’s erst mal Krafttraining. Danach in die Sauna. Cycling fällt bis zum Halbmarathon am 6. April ganz aus, da ich mich in der kurzen Zeit ganz auf Laufen und Krafttraining konzentrieren will; und auch die Woche danach werde ich wohl darauf verzichten. Da werde ich mich auslaufen und regenerieren. So der Plan.
Wenn mir nichts mehr dazwischen kommt, werde ich den Halbmarathon irgendwie packen. Die ersten Cycling Einheiten danach plane ich für den 14. + 16. April.
Ich freu mich schon drauf.
Genauso, wie auf den Muskelkater morgen. Es gibt auch schöne Schmerzen.

Amtlich

Soeben ist, per Mail, meine Meldebestätigung für den Deutsche Post Halbmarathon rein gekommen.
Ich lese, und während ich das tue, verblassen meine Zweifel.
Bis eben dachte ich noch, was das überhaupt alles soll. Ob das nach den Trainingseinbrüchen überhaupt Sinn macht. Jetzt hab ich sie gelesen, und weiß: Macht es! Jetzt erst recht. Basta!

Wie ich zurück zum Laufen kam

Davon habe ich noch nicht berichtet.
Ich trainiere ja nicht das erste mal für einen Marathon. Mir ist entfallen, wann mein Schwager seinen ersten Marathon läuft; jedenfalls denke ich: Ha! Das will ich auch!
Ohne Ahnung davon, wie man sich vorbereitet, laufe ich los. Mitten rein, in meinen vorprogrammierten Untergang.
Täglich zwischen 9 und 10 Kilometern. Regeneration? Ich doch nicht!
Vorher waren maximal 30 Minuten, alle zwei Tage, drin. Viel hilft viel, denke ich damals. Wenn ich mich recht erinnere geht das circa zwei Monate gut. Dann kommt es mitten im Wald über mich. Ich will mich auf der Stelle zusammenrollen und schlafen. Mir ist kalt. Ich bin sooo müde.
Ich schleppe mich zum Parkplatz, steige in mein Auto und fahre nach Hause. Dort lege ich mich ins Bett und treibe jahrelang keinen Sport mehr….

Durch Hot Iron komme ich wieder dazu, regelmäßig Sport zu treiben. Weil das Spaß macht. Die Trainerin kann begeistern.
Dann falle ich bei mir zu Hause die Treppe runter. Oben auf Stufe Eins hebe ich, bei Blitzeis, ab und schlage, nach freiem Fall, unten auf Stufe sieben wieder auf.
Glück: Nichts gebrochen. Aber geprellt und gezerrt, was für’s Training wichtig ist. Arme und Beine. Wieder verfalle ich dem Nichtstun. Wieder gebe ich mir alles, was kontraproduktiv ist. Her mit dem Rausch.

Vor drei Jahren dann ein anderes Studio; empfohlen von der Hot Iron Trainerin.
Beim Hot Iron finde ich den Einstieg nicht wieder. Dafür aber beim Indoor Cycling. Dafür brenne ich. Einmal habe ich noch einen Einbruch. Fange mich aber wieder. In 2013 fahre ich acht Cycling-Marathons. Und steige auch nach Übertraining, Krankheit und Depressionen wieder ein. Bei letzterem wage ich zu behaupten, der Sport hat mich am Leben erhalten.

Dann, im Januar, träume ich, wie ich durch das Zielband eines Marathon-Events laufe. Kurz nach dem Aufstehen, noch vor dem ersten Kaffee, bin ich angemeldet. Zu meinem ersten Deutsche Post Halbmarathon. Denn, was ich träume, kann ich auch realisieren. So meine Theorie.

Ob es klappt, lest Ihr dann hier auf : Tuepflischiesser.com

90-100

… Minuten stehen als lockerer Dauerlauf im Trainingsplan.
Inzwischen bin ich zurück an dem Punkt, wo das Laufen wieder Spaß macht. Nachdem ich mich vor Jahren ins absolute Übertraining gelaufen hatte, war mir die Lust ja schwer vergangen.
Jetzt bin ich neugierig auf jede Steigerung und scharre mit den Hufen.
Bei der Zeitvorgabe wird es auf jeden Fall schon mal die Brückenrunde. Ich freue mich drauf.

In den Wald brechen

Heute treffen wir uns mit meinem Schwager und seiner Angetrauten. Er erzählt mir, wie er mit einem guten Freund von uns versucht hat beim Halbmarathon mitzuhalten. So lange, bis er sich im Wald übergeben musste. Der Freund hat ihn dann zum nächsten Wohnhaus geschleppt und ein Taxi gerufen. Das brauche ich nicht; das meine ich, das ich nicht will.
Ich will ankommen; ich will mich gut fühlen und ich will danach wenigstens noch was mit Freunden trinken gehen können. Und nicht irgendwo in die Flora kotzen.

Der Lauf

8.30h hole ich die Dame von der Burg ab. Sie hat Halsschmerzen, will aber die Hälfte trotzdem mitlaufen. Ok, laufe ich Runde zwei alleine.
Es geht ganz gut an. Es hat 3 Grad, ich kann gut atmen. Nach zwei Kilometern merke ich, ich bin zu schnell und reduziere.
Jetzt geht es. Nach fünf Kilometern, denke ich: vielleicht doch nur schnelle zehn? Was die Dame dann laut ausspricht.
Fast gebe ich meiner Schwäche nach; doch ich entscheide: Heute will ich’s wissen.
Am Auto wenden wir; laufen die gleiche Strecke zurück. Kurz vor Kilometer zehn, die erste Mauer. Die Meter zählen rauf, zäh, wie Honig.
Bei elfeinhalb wird es noch schlimmer. Jetzt kommen die Schmerzen dazu. Mein Körper weiß scheinbar, dass jetzt eine neue Grenze überschritten wird. Ich muss gehen. Ein paar Meter nur. Wieder laufen. Bis Kilometer dreizehn, das rechte Bein knickt kurz weg. Ich fange mich, gehe wieder kurz. Will nicht mehr.
Jetzt meldet sich die Dame: „Du bist noch nicht durch. Das muss schließlich von Nutzen sein, dass Du mich mitgenommen hast.“
Genau dafür 🙂  Ich falle wieder in Laufschritt. Langsam, aber ich laufe. Merke, das funktioniert eigentlich besser, als zu gehen.
Ich hab ein Mantra (Lass die Musik an…) und denke an „Freeze“, sprich: Körperspannung, Dynamik.
Und Kilometer vierzehn Komma drei: Es packt mich. Ich beschleunige und das nicht mal wenig.
Die Dame hält mit. Überholt mich!
200 Meter machen wir das. Ich sehe das Auto und entscheide, es reicht. Cool down und dehnen.
Bei den Geräuschen, die wir von uns geben, müssen wir lachen. Klingt eher, als hätten wir Sex im Wald. Egal.
Meine Garmin zeigt 14,75 Kilometer.
Im Auto grinsen wir beide breit.
Jetzt weiß ich, den Insellauf schaffe ich und kann mich auf das Tempo konzentrieren.
Dank, an die Dame von der Burg. Nun ist sie doch komplett mit gelaufen. 😀
Sie war super!