Haare

Schon wieder. Headbanging. Die Band ist nah am Original. Nette Gesellschaft, neben dem Herrn Gemahl, habe ich auch. Ich treffe meine älteste Freundin (zweiunddreißig Jahre sind es jetzt), nebst Lebensgefährten und meine beiden Cousins. Hatte ich schon mal erwähnt, dass die Herren meiner Familie, mütterlicherseits alle Musiker sind? Musikbekloppt kann man sagen. Ich schlage etwas aus der Art. Bin die einzige Frau, die ebenfalls musikbekloppt ist. Nur anders. Ich kann einfach nicht ruhig stehen. Auch nicht nur ein bisschen wippen, wenn Musik spielt. Es ist wie beim Sport. Ganz oder gar nicht. Tanzen, als ginge es ums nackte Überleben. Deshalb bin ich nach einer Veranstaltung, wie Silvester oder dem Konzert heute, völlig durch. Ich schaue meinen großen Cousin an, triefe(logisch, der ältere von beiden): „Mir ist nass“. Er lacht. Wir reden immer solchen Kauderwelsch, wenn wir uns treffen. Das gehört irgendwie mit dazu. Und wir reden Bönnsch. Weil Bönnsch Blood.
Mein kleiner Cousin kennt mich nicht so gut. Hat mich erst recht spät kennengelernt. Er ist Frontmann in einer Band.
Er scheint verwundert mich Headbangen zu sehen. Hat mich wohl für ruhiger(?) gehalten. Hinter mir höre ich eine echte „Szenekennerin“ ständig:“Guck mal, da Headbangen, die hat da ja gar keine Haare für.“ Das wiederholt sie bestimmt fünf mal. Da kann sie nicht drauf, dass jemand ohne langes Haar den Kopf Kreisen lässt. Ich drehe mich um:„Mädel, dazu braucht man auch keine Haare, sondern ein Herz voll Musik.“ Den Rest des Abends ist Ruhe hinter mir.
Ich habe mich wunderbar amüsiert, inzwischen eine Ibuprofen eingeworfen, um den Nackenschmerzen vorzubeugen und heiß geduscht.
Ach, und ich bin wieder fit. Die Erkältung ist fast weg. Morgen gibt’s endlich(!) wieder Sport.
Herrlich!

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Beim Friseur

Als ich da so sitze, es ist jetzt drei Tage her, kommt meine älteste Freundin Piwi mit ihrer Schwiegermutter in Spe rein.
Diese soll sich einen Bob schneiden lassen und nachdem sie meinen gesehen hat, ist sie auch überzeugt.
Sie meint, ich soll berichten, wie ich mit der neuen Frisur zurecht komme.
Klar, kein Problem.
Gestern fahre ich durch Lengsdorf. Sehe Frau Schwiegermutter auf dem Gehweg, stoppe, lasse das Fenster runter und rufe: „Hallo! Da, kannste gucken!“ Und zeige dabei auf meinen Kopf.
Sie:“Ja, was denn?!“
Jetzt sehe ich, sie ist das gar nicht.
Ich erkläre kurz den Irrtum und muss so heftig lachen, dass ich fast kein Auto mehr fahren kann.
Vom Lachen heftig geschüttelt, rufe ich Piwi an, Berichte von meinem Fauxpas.
Sie lacht nicht weniger als ich.
Ich kann förmlich sehen, wie sie sich den Bauch hält.

Ein neuer Kopf

Seit Monaten war ich nicht beim Friseur.
Und so sieht das Haar auch aus. Es gehorcht nicht mehr, ist viel zu lang.
Zu lang?
Eigentlich genau richtig, für einen Neuschnitt.
Nun sitze ich beim Friseur. Wenn ich fertig bin soll es ein Bob sein. Hinten kurz und vorne lang.
Ich bin ein klein wenig aufgeregt. Die Päckchen sind schon drauf. Ich habe schon gesagt, dass ich den Nacken noch kürzer wünsche.
Keine halben Sachen.
Es wird Fotos geben, versprochen!
Nur wann, weiß ich noch nicht.
Ach so, auch der Friseur ist neu. Eine echte Premiere.