Reklamation

„Hallo! Hey, Sie da!
Ja sie, mit dem Misepetergesicht und dem Finsterlicht. Kommen Sie mal her.
Was ich will?
Nehmen Sie mir bitte die Bleidecke von den Schultern
und den schwarzen Lappen vom Gemüt.
Bestellt habe ich Leichtigkeit und Frohsinn.
Wie, das muss ich selbst entsorgen?
Sie haben wohl einen Schatten! Klar ha’m se den.
Sonst würden sie ihn ja nicht verteilen können.
Jetzt stellen Sie sich nicht an und nehmen sie den Krempel mit.
Und vergessen Sie nicht, mir eine Tüte Frohsinn und den Eimer Leichtigkeit zu kredenzen.
Ich will mich nicht noch mal beschweren müssen.“

Synchron

Letztlich las ich einen alten Eintrag von mir. Ganz schön finster. Und ganz schön einsam war meine Welt. Während des Lesens wird mir bewusst, wie weit ich gekommen bin.
Keine Ängste, die mich mehr plagen. Abhängigkeiten (von anderen Personen und von Substanzen) die ich hinter mir gelassen habe.
Ich spüre mich wieder in mir verankert, fühle meinen Körper, kann mich wieder für andere freuen, kann mit ihnen fühlen, Trost Spenden, Liebe geben, ohne Erwartungen oder Forderungen zu stellen. die Welt und ihre Schönheit genießen, Spaß haben, einfach albern sein, Sprüche klopfen (ohne mir Gedanken zu machen, was wohl irgendwer von mir denkt).
Und das Schönste ist: Ich genüge mir selbst; jedenfalls die meiste Zeit 😉 Ich bin wieder ich. Silvia. Punkt.

Wenn ich überlege, wie lange ich an mir selbst gelitten habe und wie schnell sich die Genesung eingestellt hat, nachdem ich endlich(!) professionelle Hilfe in Anspruch genommen habe; ohne Vorwurf, stelle ich mir dann die Frage: „Worauf hast Du gewartet?“
Keine Ahnung, entscheidend ist, ich hab’s geschafft.