Immer so?

Fühlt sich das immer so an? So ein Neustart mein ich. Mietvertrag unterschrieben zurück geschickt. Danach zwei ,drei Stunden euphorisch sein, um dann in Tränen aus zu brechen?

Als ich Herrn Faun gesagt habe, dass das mit uns nichts mehr bringt, war es ähnlich. Erst totale Erleichterung, dann heulen.

Auf dem Weg, heute in den Spessart, wegen des Symposiums, fahre ich bis Frankfurt. Bis dahin ist alles gut. Die „Apolcalyptischen Reiter“ begleiten mich. Ich singe laut mit. Dann weine ich. Und wie! Wie aus einem Brunnen laufen die Tränen über mein Gesicht. Und ich schreie die Windschutzscheibe an. Danach geht es besser.

Nun bin ich also frei von allem. Eben habe ich die Kaution für meine neue Wohnung überwiesen. Wo isse denn, die Freude? Nun sitze ich hier, schreibe, weil ich nicht schlafen kann. Um acht Uhr dreißig ist Treffpunkt vor der Ayurveda Akademie und ich werde wahrscheinlich aussehen wie eine Leiche. Guter Werbeträger für ein Ayurveda Resort. So möchte bestimmt jeder aussehen. Ich habe vier Wochen Urlaub und könnte einfach, ja was….?

Wenigstens der schwarze Humor scheint erhalten geblieben. Ist also noch nicht alles verloren.

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Mach’s Dir selbst

Topform. Kein Vergleich zu gestern. Die neue Trainerin hat zum zweiten Mal eine Vertretung bestellt.
In der Regel bin genügsam, glaube ich. Bisher hat die „Neue“ nicht brilliert. Erst der Einstieg, der mir nicht gefallen hat und zweimal Ausfall. Hinzu kommt: Die Vertretung hatte nur eine Stunde Zeit, obwohl der Kurs eineinhalb Stunden dauern soll. Ja, ich bin dankbar, dass der Kurs überhaupt stattfand. Doch, ein wenig enttäuschend ist das schon. Mag sein, wir sind von Mr. FREEZE und seiner Zuverlässigkeit verwöhnt. Ständig die neue Trainerin an ihm zu messen, ist womöglich nicht fair. Doch uns, die wir immer bei ihm gefahren sind, schmerzt es.
Die Vertretung sagt mir vom Trainingskonzept her eher zu, doch wir sind nicht beim Wunschkonzert. Gleichwohl die Trainingsgestaltung ok war, bin ich nach der ersten halben Stunde dazu übergegangen, Teile vom Freeze Programm zu fahren. Ich hab keine Lust, mich unterfordert zu fühlen. Beim Cycling will ich ackern. Jede Faser spüren. Es interssiert mich nicht mehr, ob es die anderen irritiert, wenn ich anders fahre, als der Rest des Kurses.
Endlich wieder cyceln. Das tut so gut. Die Sauna hilft auch die letzten Verspannungen zu lösen. Herrlich!

Irland. Ich freue mich so sehr auf meine Reise. Wünsche, mir noch mehr Klarheit für mich selbst. Das geht am besten mit etwas Abstand zum Alltag. Wenn ich an die Insel denke, lächle ich. Schon immer will ich dort hin. Endlich wird es wahr. Noch neun Tage, fast nur noch acht.

Die letzten Tage fallen unter die Rubrik Seelen Feng Shui. Ich habe viel alten Kram aufgestöbert und losgelassen. Fühle mich befreit. Zwangshandlungen aufgrund von Süchten, resultierend aus Mangel sind eine Belastung, die ich niemandem wünsche. Umso glücklicher bin ich, für mich den Schalter gefunden zu haben. Es ist unglaublich, von einer Stunde zur nächsten habe den Zwang abgestellt und damit das unterschwellige Leid.
Ein Gefühl der Freiheit durchdringt mich. Welch wunderbares Geschenk von mir, an mich. Selbst, wenn viel los ist in mir, ist da ein Ort der Ruhe. Wie früher bei Opa Adi unterm Dach, wenn wir den Tauben lauschten. Das Gehetztsein ist fort.
Frei von zwanghaften Gedanken, frei von Zwangshandlungen, an die grüne Insel denkend, werde ich mich nun ins Land der Träume begeben.

Das Leben ist eine Achterbahn. Und es ist schön.

Für freie Gedanken, freie Menschen, freie Meinungsäußerung, für RAIF BADAWIS

“Jeder soll glauben das er glaubt, dass er glaube muss.
Nur soll er nicht glauben, dass andere das auch glauben müssen.
Dann haben wir kein Problem!”[Klaus Eberhantinger] 

Gelesen bei Moonlight, von Gedankenteiler

„Freitag.
Schon fast Wochenende.
Während sich die meisten von uns auf diesen Tag freuen, so gibt es mindestens einen dem davor graut: 
Raif Badawis!Seines Zeichens Blogger.
Genau wie viele von uns. Genau wie ich. 
Auf seinem Blog tat er nichts Verbotenes. Er philosophierte über „Gott und die Welt“. Genau wie viele von uns. Genau wie ich.
Mit einem Unterschied: Der 31jährige Raif wurde wegen „Beleidung des Islams“ zu 7 Jahren Haft und 600 Stockschlägen (!) verurteilt. Tatbestand: „Abfall vom Glauben“. Er legte Widerspruch ein. Das neue Urteil: 10 Jahre Haft und 1000 Stockschläge!!![…..] “

Das ist mir wichtig zu erwähnen: Ich ziehe hier nicht gegen einen Glauben in den verbalen Krieg. Der Glaube wird hier als Instrument missbraucht.
Friede und Freiheit liegen mir am Herzen.
Ich möchte aufzeigen, dass man einen Menschen, der seine Meinung kund tut nicht zum Schweigen bringt, indem man ihn seiner Freiheit beraubt und foltert, eventuell gar ermordet.
Möchte eintreten für freie Meinungsäußerung überall auf der Welt.
Die Gedanken sind frei!
Deshalb veröffentliche ich seine Gedanken.
Hier die Sätze von Raif:

Säkularismus
Säkuralismus respektiert jeden und kränkt niemanden. Säkularismus ist eine geeignete Methode, um Staaten (unseren eingeschlossen) aus der Dritten in die Erste Welt zu hieven.

Arabischer Frühling
Es ist eine Revolution, angeführt von Studenten und Randgruppen. Eine Revolution im besten Sinne des Wortes. Ein entscheidender Wendepunkt nicht nur für Ägypten sondern für jeden, der nach arabischer Art regiert wird: diktatorisch und harsch. Noch ist nicht ausgemacht, ob sich Ägypten wirklich ändern wird. Aber wir hoffen, dass aus den Geburtsschmerzen heraus ein neues Ägypten entstehen wird, nach Jahren der Unterwerfung und Unterdrückung.

Liberalismus
Für mich ist Liberalismus schlicht: leben und leben lassen. Es ist ein prächtiges Motto. Allerdings braucht der Liberalismus, besonders die saudische Variante, eine Aufklärung. Entscheidend ist es, seine Eigenschaften und seine Rahmen zu skizzieren. Vor allem deshalb, weil die Gegenseite  die ganze Wahrheit für sich beanspruchen und damit die wahre Bedeutung des Wortes Liberalismus diskreditieren, ohne sie überhaupt zu kennen.

Religiöses Establishment in Saudi-Arabien
Sobald jemand beginnt, seine Ideen in den Umlauf zu bringen, hagelt es Hunderte von Fatwas (Rechtsgutachten/-auskunft, d.Red.), die ihn beschuldigen, ein Ungläubiger zu sein. Und das nur, weil er den Mut hatte, heilige Themen anzusprechen. Ich bin sehr besorgt, dass arabische Denker auf der Suche nach frischer Luft und auf der Flucht vor dem religiösen Schwert ins Ausland abwandern werden.

Ich finde, sowas muss man schreiben dürfen, ohne Angst vor Repressalien.

Leicht

Das Gefühl der Erleichterung wird größer. Jeden Tag mehr. Wenn ich Ende Januar verreise, wird das nach zehn Jahren, der erste wirklich entspannte Urlaub. Keine Sorgen, wie ich nach dem Urlaub meine Rechnungen bezahlen soll (es fehlen die Einnahmen einer ganzen Woche), wenn Personal, keine Sorgen, ob das Auto heil oder reparaturbedürftig ist. Wegfliegen und entspannen. Sonst nix. Auch diesmal nur eine Woche (seit zehn Jahren, nie länger als eine Woche verreist), doch maximaler Erholungseffekt.
Ich beschwere mich nicht. Ich habe dadurch den Absprung von der Taxi Zentrale geschafft, habe zehn Jahre Erfahrungen gesammelt, hatte genügend Freiraum für meine Therapie (das nimmt mir keiner mehr), ich habe heraus gefunden, dass ich eine fleißige Arbeitsbiene bin, aber keine Unternehmerin sein möchte, dass ich gerne helfe und noch einiges mehr, das mir so spontan nicht einfällt.
Ich gehe mit einem guten Gefühl in den nächsten Lebensabschnitt. Mit dem Gefühl, gewachsen zu sein und gewappnet, für neue Herausforderungen. Das Flugzeug, die offene Tür, der Wind, der Sprung, freier Fall. Ich bin mittendrin. Ich fliege.