Leicht

Das Gefühl der Erleichterung wird größer. Jeden Tag mehr. Wenn ich Ende Januar verreise, wird das nach zehn Jahren, der erste wirklich entspannte Urlaub. Keine Sorgen, wie ich nach dem Urlaub meine Rechnungen bezahlen soll (es fehlen die Einnahmen einer ganzen Woche), wenn Personal, keine Sorgen, ob das Auto heil oder reparaturbedürftig ist. Wegfliegen und entspannen. Sonst nix. Auch diesmal nur eine Woche (seit zehn Jahren, nie länger als eine Woche verreist), doch maximaler Erholungseffekt.
Ich beschwere mich nicht. Ich habe dadurch den Absprung von der Taxi Zentrale geschafft, habe zehn Jahre Erfahrungen gesammelt, hatte genügend Freiraum für meine Therapie (das nimmt mir keiner mehr), ich habe heraus gefunden, dass ich eine fleißige Arbeitsbiene bin, aber keine Unternehmerin sein möchte, dass ich gerne helfe und noch einiges mehr, das mir so spontan nicht einfällt.
Ich gehe mit einem guten Gefühl in den nächsten Lebensabschnitt. Mit dem Gefühl, gewachsen zu sein und gewappnet, für neue Herausforderungen. Das Flugzeug, die offene Tür, der Wind, der Sprung, freier Fall. Ich bin mittendrin. Ich fliege.

Intensiv – Nachtrag

Heute ist keiner in der Sauna, mit dem ich mich unterhalten möchte. Im Grunde ist mir auch nicht danach.
Der Aufguss: Lemongras
Danach sitze ich dampfend auf der Dachterrasse; schließe die Augen; merke wie sich die Welt zu drehen beginnt. Mein Kreislauf schaltet ein paar Gänge runter; ich lasse es geschehen; mache mir das erste Mal keine Gedanken darüber, was passieren könnte.
Da sind die Geräusche, die von der Straße rauf schallen. Und das pumpen meines Herzens, das ich als sehr kräftig wahrnehme und genieße das Gefühl des freien Falls, das sich einstellt.
Dann fängt sich mein Kreislauf wieder und dieser friedliche, magische Moment, mit mir alleine, ist vorüber.
Schön war’s.