Tintenklecks und Co

image

Bevor ich in die Türkei reise, denke ich bei mir, dass die Distanz ihre Vorzüge haben wird. Bezüglich des Herzbuben und mir. Etwas fehlt, in der Beziehung und ich bin mir nicht klar, was.
Die Nachrichten, die er schickt erscheinen mir seltsam, ob ihres Inhaltes. Sende ich ein Bussi, fühlt sich dies verlogen an.
Dann das Telefonat. Zäh, wie Kaugummi. Nach dem Auflegen, Blick auf das Papier vor mir (s.o.) Kein Platz mehr für Zweifel. Diese Beziehung ist nicht, was ich mir wünsche. Verbundenheit und Austausch fehlt. Ich nehme es gelassen.
Freitags Ankunft in Köln, am Airport. Ich verabschiede mich von den anderen NLPlern. Der Herzbube steht neben dran. Küsschen (wieder dieses unechte Gefühl). Er bringt mich heim, fährt dann zur Arbeit.
Am nächsten Tag kommt er vorbei:
„Ich liebe Dich nicht.“
„Prima! Ich Dich auch nicht.“
Wir sitzen noch etwas zusammen. Ich horche in mich hinein. Kein Scherbenklirren. Ich fühle mich frei. Habe die Zukunft im Blick:
Hypnose Seminar, NLP Master, Eric Worre.
„Was grinst Du denn so?“, fragt der Herzbube.
„Tu ich das? Na, mir geht es gut.“

Wir verabschieden uns mit einem Küsschen, dass jetzt nicht mehr verlogen ist. Heute fahre ich ihn zum Airport. Das war die schönste Trennung meines Lebens 🙂
Und die ehrlichste.

Werbeanzeigen

Frei sein

Ich muss mich einer *gebrauchten Wahrheit bedienen, um auf den Punkt zu kommen:
Sauna. Es ist voll. Augenscheinlich kein Platz mehr frei. Auf einer der Bänke liegt lang ausgestreckt eine Frau. Die Kriegerin möchte dem Aufguss gerne beiwohnen, fragt, ob die Langgestreckte Platz machen könne, was diese verneint(!). Die Kriegerin hat sogleich Wut im Bauch. Einige der anwesenden Herren retten die Situation indem sie zusammen rücken, um Platz für die aufgebrachte Kriegerin zu schaffen. So erzählt sie es mir. Und seither hat die Langgestreckte einen schlechten Stand bei ihr.
Mit ihrem Mann unterhalten wir uns immer sehr nett. Ich empfinde ihn als besonders achtsam. Daher kann ich mir nicht vorstellen, dass die Langgestreckte so abscheulich sein soll, was nicht heißt, dass ich der Kriegerin keinen Glauben schenke. Nur die Aussage, das sei eine unmögliche Person, möchte ich selbst überprüfen, beobachte ich doch häufig, wie liebevoll und achtsam, die Langgestreckte und ihr Gatte miteinander umgehen.
Ein weiterer Tag in der Sauna. Es hat zwei Tage vorher geschneit. Die Kriegerin ist nicht zugegen, aber besagte Dame. Nach dem Aufguss betreten wir zeitgleich die Dachterrasse. Ich grüße mit einem Lächeln, beides wird erwidert. Sie erzählt einer anderen Saunagängerin, dass sie den Schnee auf der Dachterrasse so schön gefunden habe. Ich werfe ein, dass es mir gleich erging, als ich nach dem Aufguss barfuß durch den Schnee lief. Darauf schildert sie, wie erfrischend es sei, sich nach dem Aufguss mit Schnee abzureiben, was ich zu einer prima Idee erkläre.
Vorbei das Geplänkel.
Ich wende mich dem Blick über mein schönes Bonn zu, um zwei Minuten später überrascht zu werden: Die Langgestreckte spricht mich an,vier Schneebälle in der Hand. Zwei davon drückt sie mir in die Hand. „Hier, hast Du auch zwei zum abreiben.“ Ich bedanke und freue mich, werde ein weiteres Mal bestätigt. Bild Dir Deine eigene Meinung!
Schon, als die Kriegerin mir die Geschichte erzählte, mir der ich eröffnete, dachte ich: Welch starke und freie Persönlichkeit muss jemand sein, einfach „nein“ zu sagen, wenn man ihn bittet Platz zu machen, ungeachtet der Konsequenz, dann als Zicke oder unmögliche Person abgestempelt zu werden.
Mag sein, dass ich auch wütend gewesen wäre, hätte man mir den Platz verweigert. Aber so unabhängig von der Meinung anderer zu sein, finde ich beachtlich.
Ich habe nicht den Eindruck einer unmöglichen Person. Davon mal abgesehen, dass eine Bitte immer die Freiheit impliziert, abgelehnt zu werden. Sonst wäre es keine Bitte mehr, sondern ein Befehl. Gelle?

*gebrauchte Wahrheit ~ Höhrensagen

Freitag = Freier Tag

Am Morgen nehme ich erst in Ruhe mein Frühstück zu mir, bevor ich gemütlich die Laufsachen überstreife und in die Waldau fahre.

Ich laufe los, ohne Plan.
Doch, der Plan ist relativ lange, in einem moderaten Pulsbereich zu laufen, was ich auch umsetze.
Als ich meine Runde, nach 7,35 Kilometern beende, bin ich noch längst nicht erschöpft. Das gefällt mir.

Kurz nach Hause, duschen.
Hier kommt mir in den Sinn, dass ich mit der Dame die Mittagspause verbringen möchte. Ich rufe sie an, sie hat Lust.
Schon geht’s danach weiter, zu meiner Friseurin.
Mein Bob wird wieder in Form geschnitten und auch mein Markenzeichen, eine schwarze Strähne wird endlich wieder platziert.
Sie steht für den schwarzen Klecks auf meiner Seele.
Die letzten beiden Male war ich bei einem anderen Friseur, weil meine im Urlaub war, daher war nix mit Strähne.

Nach Hause, eigentlichwill ich entrümpeln, doch überkommt mich die Lust, mit dem Herrn Gemahl noch das Irish Pub aufzusuchen.

Da ich morgen auch noch frei habe, ist das nicht weiter tragisch.
So beginnt die Entrümpelung 4.0 gleich morgens. So funktioniere ich eh am besten.

Brücke

Den Brückentag heute nehme ich mir quasi frei.
Ich. habe nur eine Vorbestellung früh morgens. Danach wird der Tag sehr schön.
Um 9h hole ich die Dame ab, für einen 40 minütigen Trainingslauf, nach dem wir im Bäckerei-Cafe am Venusberg ein kleines Frühstück einnehmen.
Danach trennen sich unsere Wege und ich mache mich auf, in die SpoFa, um noch ein Krafttraining zu absolvieren.
Zum Abschluss wartet eine leere(!) Sauna auf mich. Nach dem Schwitzen liege ich mit einem Altmann in der Sonne; genieße die Ruhe.
Zu Hause angekommen geht’s in den Garten; grillen und Feuer machen, mit Makrisa und Freund Arne.
Ich fühle mich, als hätte ich seit einer Woche frei.
Alles richtig gemacht.