Höllenhund mit Helfersyndrom – ein klitzekleines Bisschen Selbstdarstellung :-)

Marien Hospital Kinderambulanz.
Drei Fahrgäste. Ein Kind, zwei Frauen. Eine der Frauen reicht mir ein Papier. Genehmigungsschein für eine Krankenfahrt. Solch einen Schein, ausgestellt von der Bezirksregierung Arnsberg, kenne ich nicht, nehme ihn aber trotzdem an mich. Wird schon klappen. Es geht zur Deutschherrenstraße. Ich denke noch, dass das die Adresse des ehemaligen Landesvermessungsamtes ist. Man dirigiert mich zur hinteren Einfahrt. Erst sehe ich Container. An diesen Willkommensgrüße auf Bettlaken gemalt. In einem Nebengebäude des ehemaligen Amtes ist ein Asylbewerber Heim eingerichtet worden. In den Containern sind Duschen, Toiletten und oben das Büro der Leitung untergebracht.
Ich gehe mit in das Gebäude, wo die Menschen (inzwischen weiß ich u.a. Kosovaren) scheinbar leben. Die Dame mit den Papieren meint, dort bekäme ich mein Geld.
Zwei Damen in Kleidung einer Wachfirma nehmen mich in Empfang, wissen mit dem Schein aber nichts anzufangen. Fummeln am Funkgerät, bis man einen Alex (ebenfalls von der Wachfirma) erreicht , der auch flux gelaufen kommt. Aha, das geht über Rechnung. „Die Bezirksregierung Arnsberg zahlt problemlos“, meint er. Ich glaube ihm.
Dann erzählt er, vorgestern sei eröffnet worden. Alles sei noch etwas chaotisch. Dass er für jede Fahrt ein Fax schicken müsse, wäre unschön, weil es so lange dauere, bis ein Taxi käme.
Ha! Einsatz für Frau Zerberus.
Ich biete an, zu helfen. Also, raus ins Auto. Wozu hab ich zehn Jahre auf der Zentrale gearbeitet? Ich weiß, wer zuständig ist. Andrea, vom Büro der Zentrale, erklärt, sie habe keinen Ansprechpartner für das Heim, deshalb der komplizierte Ablauf (kenn ich ja).
Gut, ich weiß wo es hapert.
Wieder zurück zu Alex, fragen, wer im Heim der Ansprechpartner sei, Leitung o.ä.
Frau Dr. B. erfahre ich und erkläre von wann bis wann Fr. Dr. B. Andrea vom Taxibüro erreicht, gebe auch gleich die Telefonnummer vom Büro dazu.
Danach Rückruf bei Andrea, die gleich einlenkt als sie endlich eine Person hat, mit der sie kontakten kann, sollte mit den Scheinen was nicht klappen.
Also, beide Zuständige haben gegenseitig ihre Namen und Telefonnummer bekommen. So wird ein Schuh draus.
Draußen höre ich, es wird ein Inbusschlüssel gebraucht. Die Klinke einer der Toilettentüren hat sich gelöst. Werkzeug fehlt. Frau Zerberus hat auch ein Multitool im Auto. Schwupp jetzt ist McGiver dran. Die Klinke schnell festgezogen. Fertig.
Hurtig die Superheldenkostüme wieder eingepackt und ab durch die Mitte.
Die ganze Aktion hat keine zehn Minuten gedauert und mich keine Mühe gekostet. Dafür habe ich etwas bekommen: Viel Lächeln in dankbaren Gesichtern und die Gewissheit in diesen zehn Minuten mit wenig Aufwand geholfen zu haben.
Das zusammen schafft ein tiefes Gefühl der Zufriedenheit und zeigt mir erneut, wie gerne ich helfe.
Helfen macht Freude.

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Frau Zerberus – Eine Schlacht

Schwer atmend stand sie über ihm, ihre krallenbewehrte Klaue auf seiner Brust, die kräftigen Kiefer um seine Kehle, bereit zum Todesbiss. Er lag da, rührte sich nicht, die Augen geweitet. Wohl aus Angst. Sie konnte es riechen.
Wo war er hergekommen, der andere, dieser reudige Hund. Angeschlichen hatte er sich, und sie hinterrücks angegriffen. Er hatte wohl gedacht, so würde er obsiegen.
Doch hatte er nicht bedacht, welch feine Ohren und was für ein fast seismographisches Gefühl sie für Gefahren entwickelt hatte.
Er sah seltsam aus. Mehr wie ein Schwein, denn wie ein Hund und doch hatte er ihr die ein oder andere Wunde schlagen können. Er war groß, dieser Schweinehund.
Warum tötete sie ihn nicht? Sentimentalität? Weil er auch ein so anderes Wesen war, hier in der Welt der Menschen?
Langsam ließ sie von seiner Kehle ab, sah, wie er schwer schluckte. Da wo ihre Reißer gewesen waren, rann Blut durch sein Fell.
Sie richtete sich auf. Blickte auf ihn hinab und gab ihm mit einem Knurren zu verstehen, er möge sich trollen.
Er verstand, machte sich davon, jedoch nicht ohne sie im Auge zu behalten.
Er wusste nun um ihre Stärke.
Als der Abstand groß genug war, begann er zu rennen.
Sie blickte ihm nach, ahnend, dass er es wieder versuchen würde.

Westendstories Schreibprojekt VII – Frau Zerberus und Menschmarotten

Wieder hat die liebe Ahnungslose zum gemeinsamen Schreiben eingeladen. Die Worte, vom verehrten Herrn Salva kamen mir sehr zupass.
Und wieder einmal ist sie unter uns. Die Frau Zerberus.

Hach, dieses Menschsein hatte so seine Eigenheiten.
Sie hatte sich vorgnenommen, einfach nachzuahmen, was diese Wesen so trieben. Denn nach wie vor, wollte sie endlich die Liebe fühlen, ohne die Männerquote weiter zu gefährden.
Leider fielen ihr nämlich auch ihre Liebsten immer noch im sexuellen Wahn zum Opfer,
wenn sie im Rausch der Lust die Beherrschung verlor.
Haustiere halten, war ihr bisher auch nicht geglückt.
Im Vorratsraum stand noch Palettenweise Katzenfutter, von der Katze, die sie angenommen und dann, wie auch ihre verschwundenen Liebhaber, verspeist hatte.

Sie wollte das nicht mehr.

Inzwischen arbeitete sie in der Hämatologie. Dort stillte sie nun ihren Blutdurst indem sie dazu überging Spendenblut zu trinken.
Über all das dachte sie nach, während sie einer Beschäftigung nachging, die sie zu beruhigen schien; der Zustand den sie hierbei erlangete, kam an Meditation nah heran.
Unkraut jäten.

Sie stand auf, um vor dem Fahrrad fahren, auch so eine menschliche Marotte, noch ein Zitat von Mark Twain auszudrucken, das ihr gut gefiel:

Gib deine Illusionen nicht auf. Wenn du sie verloren hast, existierst du wohl noch, aber du hast aufgehört zu leben.

Westenstories Schreibprojekt mit Verspätung 6.Teil

Frau Zerberus

Ist sie eine Frau hat sie die Haut einer Aprikose.

Männer wie Anthony Hopkins findet sie interssant.

Sie lebte schon zur Zeit der Gothik.

Auch in Südafrika war sie schon auf der Jagd; das Wild hat sie natürlich verschont.

Sie liebt Seide auf nackter Haut.

Auf Ihrer Reise durch die Zeit überquerte sie schon häufig den Ozean.

Sie trägt ein Piercing, in Form einer Perle.

Sie liebt es heimelig.

Und von mancher Liebe musste sie schon Abschied nehmen.