Es funktioniert

Etwas „Ungewöhnliches“ tun. Ihr erinnert Euch, meine Aufgabe im Sachensucher Buch; ich entschied, dass aufräumen in meinem Fall ungewöhnlich sei. Auch hatte ich vermutet, dass ich mich dann, im Gegensatz zu diesem Moment, auch endlich daheim zu Hause fühlen könnte.
Tja, also habe ich einfach damit angefangen; anfangs, ohne das von der verehrten Nandalya empfohlene Buch: Feng Shui gegen das Gerümpel des Alltags.
Dieses sorgte dann dafür, dass ich auch dabei blieb, und immer noch dabei bin, mein Haus und gleichzeitig mein Leben zu entrümpeln.

Auch heute Morgen geht die erste Fahrt zur Müllverbrennung. Wieder ist der Kofferraum voll. Und wieder empfinde ich eine große Zufriedenheit, als ich den ganzen Kram auf die Container verteile.

Ganz besonders freue ich mich, durch mein/unser Haus zu gehen, und zu sehen, was ich vollbracht habe. Sogar der Raumklang ist ein anderer.
Jaaa, ich höre so was.
Es gibt noch Ecken,  Schränke und Räume, in denen ich noch nicht tätig war, doch das wird so bald wie möglich erledigt. Die Zeit nehme ich mir einfach. Denn ich merke, wie sich auch in mir etwas verändert.
Ein wenig fühlt es sich an, wie synchronisieren. So muss sich eine Vergaserbatterie fühlen, wenn sie nach und nach optimal eingestellt wird. Synchronisiert wird halt.
Ich fühle mich zu Hause. Daheim, und in mir.
Hach ja…. Das Leben ist schön 🙂

Sonntag 16.27 Uhr in Lengsdorf Deustchland

Um 16 Uhr ist es soweit:
Ich habe keine Lust mehr.

Das Erdgeschoss ist klinisch rein (ok, ich übertreibe ein klein wenig), by the way entferne ich auch noch Gerümpel aus dem Keller (Nummernschilder meines Vaters, der nächsten Monat 10 Jahre tot ist und solche Scherze), räume die Waschküche auf und wasche, was noch zu waschen ist.
Der Gemahl klinkt sich irgendwann aus, hat keine Lust mehr;
egal ich rotiere weiter, hab einen echten Lauf.

Als ich unten fertig bin, schnappe ich mir den Putzkram, um in der Ersten weiter zu machen.
Ich beginne mit meinem Sportschrank.
Eine Schublade ist voll mit Kram, den ich ewig nicht getragen habe, jedoch auch nicht allzu oft, weil ich die Sachen nicht mehr brauchte, da ich ja abgenommen habe.
Einen Teil, die richtig guten Sachen, werde ich an Sportkolleginnen verschenken, denen sie passen werden, weil sie größer sind, als ich.
Den Rest gebe ich in den Altkleidercontainer. Praktisch, der steht gegenüber.

Als der Schrank entrümpelt und neu sortiert ist, merke ich, wie mich die Lust verlässt.
Ich räume alles an seinen Platz und entscheide, nächsten Freitag wieder frei zu nehmen, um in einer letzten(?) großen Aktion, den Rest zu erledigen.
Denn ich will mit ganzem Herzen bei der Sache sein.
Und ich finde 10 Stunden reichen auf einen Sonntag.

Muss ich erwähnen, dass das Krafttraining heute ausfällt?

So, nun mach ich weiter. Der Gemahl will mich zum essen ausführen, zu unserem Lieblingsgriechen.
Ich möchte mich noch etwas herrichten.

Euch allen einen wunderbaren Restsonntag.
Tut nichts, was ich nicht auch tun würde:-*

Zurückerobert

Die erste Charge Akten ist vorsortiert.
Aus ganz vielen Zetteln, drei relativ kleine Stapel gezaubert.
Die Regale sind sortiert und entmüllt.
Der Schreibtisch ist nun komplett frei, sogar die Pinwand ist aufgeräumt.
Ich habe Briefe gefunden, die ich voller Kummer an jemanden geschrieben, aber nie abgeschickt habe und Tagebücher voll seelischem Schmerz.
Dazu noch die Rechnungen von der Psychotherapie.
Die Briefe habe ich in einem feierlichen Akt den Flammen übergeben; die Tagebücher und die Rechnungen dem fröhlichen Team von Bonn Orange überantwortet.

Danach habe ich die Musik bis zur Endstufe aufgedreht und in meinem zurückeroberten Raum einen wilden Tanz auf’s Parkett gelegt.

ATMEN. Das kann ich jetzt.

Und zur Belohnung gehen der kleine Saboteur, er war so artig heute, ich und eine Cycling Kollegin, auch bekannt als Rebellische Kriegerin, beim Griechen schön lecker essen.

Ich glaube, heute gibt es mal einen Wein 🙂

Küche oder Büro?

Das ist hier die Frage.
Und während ich beim Frühstück noch darüber sinniere, habe ich schon wieder Teile aus der Küche entfernt.
– Eine Leuchtreklame, aus meiner Stammkneipe (die vor 25 Jahren, wie mir gerade aufgeht) von Schwarzer Krauser. Mein favorisierter Tabak zu Punkzeiten.
– Eine Sprudelwassersäule, die ich schon seit Jahren nicht mehr in Betrieb nehme (ein Geschenk von Marcus zum 25.Geburtstag)
Ich habe Futtermittel in Schränke geräumt und einen Zollstock in die Werkstatt.
Denn, als ich heute morgen runter, in die Küche kam, habe ich mich sehr viel wohler gefühlt, als noch gestern morgen.
Oh, nein! Denkt Ihr jetzt hier sieht’s aus, wie bei Familie Messi? So schlimm ist es nicht.
Doch war es genug, um jetzt aufzufallen (und das nicht nur, wegen des Randes, den der schwarze Krauser hinterlassen hat).
Den Krauser mit eBay….. Neee, dann steht das Ding immer noch hier rum.

Jetzt werde ich erst mal einen Kaffee trinken. Es wird nur ein Senseo werden, leider ist mein Espresso leer.

Im Wohnzimmer habe ich auch schon einiges entdeckt, was rausfliegt. Doch am meisten grusele ich mich vor meinem Büro. Der Kram, der rum liegt, ist weniger problematisch. Tüte auf, Tüte zu, raus damit.

Akten sortieren. Als ich letztlich für den Steuerprüfer die Bankunterlagen gesucht habe, sind mir Genehmigungen für Krankenfahrten in die Hände gefallen, von Patienten, die schon seit 9 Jahren tot sind.
Wenn ich da eintauche, komm ich vor morgen früh nicht mehr raus, fürchte ich…

12 Quadratmeter Gruselkabinett. Dieses Wochenende ist Pützchens Markt. Ich könnte ja mein Büro als so eine Art Geisterbahn anbieten.

Ich muss mich übrigens korrigieren. Das Feng Shui Buch trägt den Titel Feng Shui gegen das Gerümpel des Alltags und nicht, wie von mir vorher angegeben,
… gegen das Alltagsgerümpel. Auch, wenn das am Sinn nichts ändert: Ordnung muss sein 😀