Spring! Von kleinen Krisen, der Entstehung von Unzufriedenheit und wie man wieder heraus kommt

Dreitausend Meter. Absprunghöhe. Die Tür ist offen. Da sitzt sie. Festgeschnallt vor dem Profi, der mit ihr per Tandem springen wird. Fallschirmspringen. Das wollte Sie immer schon.
Er rückt mit ihr vor, Richtung Tür. Sie bitte noch zu warten. Sie warten. Ihr Blick geht hinaus. Weiter warten. Er ist geduldig. Doch sie spürt, wie ihre Entschlossenheit mit jeder weiteren Minute ihr Herz verlässt. Letztlich gibt sie auf, lässt sich vom Gurtzeug lösen. Sie landen. Sie fühlt sich mies.

Das ist eine fiktive Geschichte, doch so ähnlich ging es mir die letzte Woche.

Doch anders als die Frau in der Geschichte hab ich dem Piloten gesagt er soll mich noch mal rauf bringen und bin  immer noch im Gurtzeug.
Worum geht’s?
Na, um den Verkauf meines Betriebes. Um kalte Füße, das Zurückfallen in die Komfortzone (seit meiner Therapie frage ich mich, wieso das so heißt, ich finde daran nichts komfortabel), um Selbstbetrug und daraus resultierende Verminderung der Selbstachtung.
Darum, dass man sich bewegen muss, will man eine Veränderung herbei führen;
die Zügel in die Hand zu nehmen, um den kraftvollen Zugpferden zu sagen, wo sie meine Kutsche hinbringen sollen.

Nach der anfänglichen Begeisterung kam mir Zögerlichkeit dazwischen. Ich lehnte mich zurück. Wird schon.
Ich begann mich schlecht zu fühlen, wusste aber nicht warum.
Die Entschlossenheit war mir flöten gegangen. Ich habe Sie mir zurück geholt. Mit ein wenig Hilfe von außen. Und mit Zuversicht. Mit Zuversicht habe ich den Ängsten ihre Macht genommen, um mich dann mit Entschlossenheit zu befüllen.

Heute Morgen habe ich mit dem potenziellen Käufer gesprochen. Er muss jetzt mit der Bank sprechen.
Klar ist da immer noch Respekt vor dem Unbekannten. Jedoch wieder in der Vorwärtsbewegung. Immer drauf zu und sich nicht beirren lassen. Eine Kunst für sich.

Ich springe.