Von 8 auf 1- Nachtrag

Also, ich will ja nicht nur rum jömeln.
Eine Sucht ist das mit meinem Kaffeekonsum noch nicht.
Die Reduktion der Menge war eher ein Test und wie sich raus stellt, scheint das Koffein schon eine Rolle zu spielen, bei meinen Extrasystolen.
Ich kann nämlich vermelden, dass ich zwar leichte Kopfschmerzen habe und mich matt bis leicht traurig fühle (das hab ich sonst ja auch, also, mal traurig sein);
aber das Herzklabastern ist erst mal weg.
Das finde ich verdammt gut.
Selbst, wenn ich schreibe, dass mir der restliche Zustand nicht so gefällt.
Aber: Das geht vorüber.

Bin doch keine Jammertrine 🙂

Von 8 auf 1

3 Espressi morgens, bevor ich das Haus verlasse. Ein Cappuccino von der Tanke, auf dem Weg zur ersten Dialyse Vorbestellung. Der nächste am HBF, bei Sergio. Weiter zur Black Coffee Pharmacy, noch einer. Dann Posttower noch mal 2 Cappuccini bei Massimo. Wenn ich mit denen durch bin, sind es 12 Uhr.
Ist es ein Wunder, dass ich bei erhöhtem Stresspegel Extrasystolen hab?
Ich frage den Herrn Gemahl, der erst mal dicke Augen bekommt, ob der Menge, die ich aufzähle. Auch einige andere berichten, dass sie bei mehr als 4 Kaffee Herzklabastern bekommen.
Seit gestern habe ich stark reduziert. Heißt: Gestern morgen nur 2 Espressi und 3 Cappuccino Sensa (koffeinfrei).
Heute nur EIN Espresso zu Hause.
Jetzt sitze ich matt in meinem Auto und kann nicht definieren: müde, erschöpft oder traurig.
Der Zustand gefällt mir auch nicht. Ein Mittelmaß muss her.

Der gestrige Tag

War durchwachsen.
Morgens ärgern meine Nerven mich. Ich komme gerade von einer Vorbestellung, über die Autobahn, telefoniere mit dem Herrn Gemahl; berichte, was heute bei mir so anliegt. Dazu zählt natürlich der Banktermin.
Als wir auflegen geht es los: Ich, wie immer, linke Spur. Extrasystolen; und das nicht zu knapp. Sie hören auch nicht einfach auf, kommen vielmehr in Wellen. So schlimm war es seit dem ersten Mal nie mehr. Meine Hände: Schweißnass. Der Mund: Knochentrocken mir wird heiß. Ich fasse an meine Stirn trocken. Ich atme. Ruhig. Ruhiger. Muss ich erwähnen, dass ich immer noch auf der Überholspur bin?
Ich weiß, ich darf jetzt nicht von der Bahn, ich darf jetzt nicht nach Hause ins Bett, ich muss das aushalten, bis es vorübergeht. Keine Vermeidung. Das ist psychologisch gesehen der falsche Ansatz.
Als die Attacke vorbei ist fahre ich von der Bahn, Richtung Bahnhof.
Sergio ist da, mit der Kaffeebude. Er kennt meine Vorgeschichte, fragt, ob alles in Ordnung ist. Und, ob ich, wie immer, einen Cappuccino bekomme.
Mir ist noch etwas schwummrig; das merkt er und meint:“Iche glaube iste besser, iche mache eine Sensa für Dich.“ Will sagen koffeinfrei.
So wird es gemacht. Guter Sergio.
Nach ein paar Minuten geht’s mir wieder normal.
Ich fahre trotzdem in die Apotheke, weil ich das Gefühl habe, es lauert in mir; hole mir diesmal reines Vitamin B12 und werfe es auch gleich ein.
Seither habe ich keine Probleme mehr.

Von dem Banktermin hab ich ja schon berichtet.

Abends: Laufen mit der Dame.
Ich berichte ihr von meinen Unbefindlichkeiten, worauf sie kurz besorgt fragt, ob ich denn wirklich laufen will.
Natürlich will ich das!
Ich nehme mein Smartphone mit, wohl, um uns beide zu beruhigen. Wir laufen, wir sprechen, ich atme. Alles gut. Die letzten 100 Meter sprinten wir. Ich gebe alles.
Mein Herz tut, was es soll. Es pumpt. Und das macht es gut.
Gibt es einen besseren Beweis, dass alles in Ordnung ist (von einer ärztlichen Untersuchung mal abgesehen)?

Vor Tag X

Morgen ist es so weit. Der Tag der Prüfung. Und der Teil von mir, der Prüfungsangst hat, wirft noch mal alles in die Waagschale.
Beim Essen mit den Schwiegereltern, Herzrasen, Extrasystolen bis hin zu Panikattacken. Das Ergebnis von zweieinhalb Monaten unterschwelligem Stress, wegen diesem Scheiß.
Ich will nicht sauer auf mich selbst sein. Auch nicht auf diese Angststörung. Wenigstens weiß ich inzwischen, dass ich frei von irgendwelchen Herzkrankheiten bin, sprich, ich rase im Fall von diesen Attacken nicht mehr ins Krankenhaus.
Es ist ja im September letztes Jahr alles genauestens abgeklärt worden. Ich bin so weit entfernt davon, eine Herzpatientin zu sein, wie es eben möglich ist.
Leider macht das Wissen um meine tadellose Gesundheit, die Phasen, in denen das auftritt nicht angenehmer.
Es ist ein scheiß Gefühl.
Nicht mehr lange…

Befindlichkeiten – das letzte Drittel

Der Cycling-Kurs bei Czilla läuft gut. Ich habe ganz zu Anfang kurz ein paar Extrasystolen, doch ich beachte sie nicht weiter. Sonst ist mit dem Puls alles bestens.
Es gibt Intervall-Training. Ich überziehe nicht und die Sauna lasse ich heute auch ausfallen. Scheint, als hätte ich gestern einfach einen weniger guten Tag gehabt. Jetzt ist’s wieder gut.
Auch mental alles wieder grün. Es kommt in Welten und so geht es auch wieder.