Schluss mit lustig

Es reicht. Ich habe es satt. Empathie ist schön. Sie ist schön, solange man nicht den Anspruch an dich hat, ständig empathisch zu sein. Seit ich das versuche geht mehr in die Hose, als gut geht. Ich lass das jetzt. Ab heute gibt’s meine Meinung wieder ungefiltert, mitten ins Gesicht. Nein, ich meine verbal, nicht mit der Faust.
Ich habe auch keine Lust mehr, mir Gedanken um das Befinden anderer zu machen. Die merken das eh nicht. Fährt jeder seinen eigenen Film. Somit fahre jetzt ich meinen. Echt und ohne Flitter.
Ich freu mich, wenn ich mich freue. Und wenn ich sauer bin, bin ich sauer. Ab sofort, werde ich nicht mehr gucken: „mmmh, was macht das in mir. Woran liegt denn das?“ Drauf gepfiffen! Du kommst mir blöd? Gut, dann bekommst Du ein Echo. Ende.

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Wirkliche Freundschaft

Zeichnet sich wohl unter anderem dadurch aus, dass man sich versteht. Die Dame und ich verstehen uns. Und wie! Unser Gespräch hat mir gezeigt, wie nah wir uns sind.
Es ist ein wunderbares Gefühl zu wissen, dass ich mich auf mein Gefühl verlassen kann.
Als ich ihr von meiner Seelengerümpel These erzähle, stellt sich heraus, sie hatte genau so ein Bild, als sie das Wort beladen benutzte.
Ich erzähle ihr von dem Bild: Gerümpel von meinem Haus in ihr Haus tragen und sie fragt, ob sie mir von ihrem Bild erzählt hätte. Denn das käme ihrem ziemlich nah.
Zwar bedauere ich, dass ich bisher so gehandelt habe, doch bin ich in dem Moment so erstaunt darüber, dass ich so empathisch mit einem anderen Menschen sein kann, dass das Bedauern einem kleinen bisschen Zufriedenheit platz macht.
Wir sitzen im Auto und freuen uns gemeinsam für- und miteinander, dass wir, jede für sich, so bei uns sind. Und, dass wir uns beide so gut auf unser Gefühl verlassen können.
Außerdem bekomme ich von ihr ein ehrliches Feedback. Das ist so wichtig. Auch, wenn etwas unangenehm ist.
Ich bin wirklich sehr dankbar, eine solche Freundin zu haben.

Darf ich fröhlich sein?

Habt Ihr manchmal das Gefühl, nicht glücklich sein zu dürfen, oder keinen Spaß haben zu dürfen, weil ein Euch nahestehender Mensch gerade leidet?
Also, mir ging das lange Zeit so.
Ich habe mir versagt glücklich und fröhlich zu sein, wenn es mir wichtigen Menschen schlecht ging, oder sie traurig und niedergeschlagen waren. Ich hielt es für unangemessen, pietätlos.
Das ist zum Glück vorbei.
Denn, es bringt überhaupt nichts. Was bitte hat der Andere davon, wenn ich auch noch Trübsal blase? Nichts. Überhaupt nichts.
Im Gegenteil.

Ich spreche jetzt mal aus meiner Erfahrung:
Als ich so tief in meiner Depression steckte, war ich für jeden fröhlichen Menschen dankbar. Oft wurde ich davon angesteckt.
Selbstverständlich war ich froh, wenn ich mit jemandem darüber sprechen konnte, wie es mir geht. Doch hat es immer wahnsinnig gut getan, wenn mich andere aus meiner Lethargie und Melancholie gerissen haben.
Sogar, wenn das durch blöde Scherze über mich selbst passierte.
Denn: In dem Moment, in dem man lacht, kann man nicht traurig sein.
Genauso, wie man nicht wütend auf jemanden sein kann, wenn man ihm gerade etwas Gutes wünscht, vorausgesetzt man meint die Wünsche ernst.

Mitgefühl, nicht Mitleid, hilft.
Also, bleibt fröhlich und lebensbejahend, das hilft dem Anderen wahrscheinlich am meisten.

Traurig ist er schon selber genug. 😉