Hashimoto – passt

Wie es scheint habe ich mit Hilfe meines Arztes endlich die richtige Dosierung für mich gefunden.
137,5 Mykrogramm. Keine Nervosität, keine Schlafstörungen, kein Nachtschweiß, keine Stimmungsschwankungen.
Mit anderen Worten: Ich bin frei von jeglichen Symptomen.
Das ist sehr erleichternd.

Hunger

Gestern schon habe ich mir eine niedrigere Dosierung L-Thyroxin verpasst, gemixt aus den Tabletten, die noch da waren. Es waren auch Tabletten darunter, von dem Hersteller, dessen Produkt ich nicht vertrage. Aber ich wollte nicht noch einen Tag zu hoch dosiert rum laufen, weil ich gemerkt habe, dass mir das auf Dauer eher schadet.

Was ist dann passiert?
Auf der Autobahn hatte ich nach langer Zeit mal wieder den Anflug einer Panikattacke, verursacht durch Extra-Systolen (ein paar Herzschläge mehr). Da hab ich mich anfangs doch erschreckt.
Trotzdem hab ich die Attacke souverän weggebügelt. Ich wusste ja, außer dieser Unbefindlichkeit passiert nichts und bin einfach ruhig atmend weiter gefahren.
Beim Training wurde es dann richtig „lustig“.
Wir hatten gerade eine dreiviertel Stunde des Cycling Kurses hinter uns, als mich ein wahnsinns Hunger überfiel. So heftig, dass ich mittendrin aus dem Kurs raus, hoch an die Theke bin, um mich mit einem Energie Riegel bewaffnet wieder auf das Bike zu schwingen.
Das war vielleicht eine Wohltat, was zu essen.
Allerdings hatte ich den Eindruck, der Riegel war nach 20 Minuten schon wieder verpufft.
Nach dem Kurs habe ich gleich noch einen gegessen, bevor es in die Sauna ging.

Heute Morgen gibt es dann endlich die richtige Dosierung, vom richtigen Hersteller.
Ich erwähnte ja schon mal, dass mein Körper wirklich schnell auf die jeweilige Veränderung reagiert. So auch diesmal.
Das letzte Essen liegt bereits 3 Stunden zurück und der Hunger bleibt aus. Auch der Druck in Brust und Kopf ist wieder weg.
Das entlastet mich sehr.

Die ständige Esserei begann mir allmählich ein Mü auf den nicht vorhandenen Sack zu gehen.
Und die Panikattacken muss ich auch nicht wirklich haben

Ich schätze in zwei, drei Tagen sind meine Werte wieder normal. In 5 Wochen ist wieder Aderlass. Dann werden wir sehen.

Gestatten: Hochofen

Hunger. Alle zwei Stunden. Nein, ich spreche nicht von Appetit. Ich meine richtigen Hunger. Und genauso schnell, wie ich es nachfülle verpufft es in mir.
Das ist der Vorteil (?) der leichten Überdosierung von L-Thyroxin.
Ich funktioniere wie die Hochöfen im Ruhrgebiet, als da noch Stahl gekocht wurde.
Heute kommt wohl das neue Rezept. Dann hat das bald ein Ende.
Dauernd Essen, ohne wirklich satt zu werden, geht ins Geld 😉

Körpergefühl

Mein Arzt ist beeindruckt.
Seine letzte Empfehlung war 150/125 Mykrogramm L-Thyroxin im Wechsel zu nehmen, da es von meinem Hersteller 135 Mykrogramm nicht gibt. Diese wechselnde Einnahme bewirkte aber, dass ich mich an den Tagen mit 125 Mykrogramm unwohl fühlte.
Also habe ich in Eigenverantwortung begonnen die 150er Dosis durch zu nehmen. Das ging auch ganz gut.
Im Urlaub merkte ich dann, dass wieder etwas aus dem Lot ist. Also bin ich letzte Woche zum Aderlass gepilgert.
Und ich sollte Recht behalten.
Nun bin ich ein wenig zu stramm eingestellt.
Der Arzt meint, es wäre erstaunlich, dass ich so schnell reagiere und solch minimale Veränderungen gleich bemerken würde. Das könnte uns in Zukunft bestimmt noch nützlich sein.
Ich finde, das ist es jetzt schon.
Außerdem habe ich mich damit abgefunden, dass die Einstellung evtl. Jahre dauern kann.
Nachdem ich die emotionalen Störungen weitestgehend behoben habe, sehe ich die Geschichte mit der Schilddrüse als Herausforderung.
Über mein „seismographisches“ Körpergefühl bin ich sehr erfreut.

Jetzt bekomme ich ein Rezept 112 und 25 Mykrogramm. Die nehme ich dann zusammen. Das kommt dem eigentlich empfohlenen Wert am nächsten.

Es bleibt spannend.

Schwierige Patientin

Mein neuer Arzt bremst mich ein wenig; habe ich doch mein L-Thyroxin selbst herauf gesetzt. Mit 100 Mykrogramm habe ich mich immer noch nicht wohl gefühlt. Als ich ihn anrufe und ihm das mitteile, schweigt er erst mal. 137,5 Mykrogramm findet er etwas viel. Anders war es aber mit den Tabletten, die ich zu Hause habe nicht zu machen.
Heute sollte das neue Rezept, über 125 Mykrogramm, im Briefkasten liegen. Der Doc meint, der Schuss könnte sonst nach hinten los gehen.
Heute, am dritten Tag, mit der hohen Dosis, verstehe ich, was er meint. Zwar fühle ich mich jetzt besser, jedoch fühlt es sich jetzt ein wenig an, wie auf Speed. Es fällt mir schwer, die Wartezeit am Halteplatz auszusitzen. Ungeduld plagt mich.
Dabei ist gerade in der Einstellungsphase Geduld gefragt.
Naja, es wird schon werden. Alles wird gut.