Noch mehr kleine Tode

Wen man alles zurück lässt. Es gibt Menschen, die gehören mit zum Alltag. Doch ist einem das nicht bewusst, bis man erkennt, auch diese Menschen wird man zurück lassen. Meine Dialyse-Patienten. Huh, jetzt hab ich ein wenig Pipi in den Augen. Das wird noch was, Ihnen zu erklären, dass ich gehe.
Vor allem bei meinem Mr. Chairman. Vor sechs Jahren seine Frau verloren, ist er ein einsamer Wolf. Hat außer seinem Nierenleiden noch andere Baustellen.
Dem Alter nach könnte er mein Vater sein. Auch die Ruppigkeit ist sehr ähnlich. Und ich weiß, er hängt an mir. Weil wir uns gegenseitig „zanken“. Immer freundschaftliche Knuffer. Ich Fröhlichkeit mit bringe, wenn ich ihn abhole. Und weil ich für ihn die Genehmigung für die Fahrten bei der Krankenkasse beantragen gehe, damit er nicht so weit fahren muss, ohne dafür extra Geld zu verlangen. Es sind die Kleinigkeiten.
Letzte Woche bot er mir das Du an, was ich jedoch nicht fertig bringe. Ich fahre ihn schon so lange, wir verstehen uns fantastisch, so wie es ist. Ich sage ihm, dass „Du“ würde sich für mich seltsam anfühlen, was er auch ohne beleidigt zu sein akzeptiert.
Das wird ein schwerer Abschied. Es wird weh tun. Beiden.

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