Durchhalten – raus aus der Finsternis

Ursprünglich war das hier die Antwort auf einen Kommentar von der werten Nandalya.
Und obwohl, oder gerade weil ich weiß, dass es in einer Depression so ist, wie es ist, poste ich das hier. Einfach damit Betroffene, wenn sie Hoffnung nicht fühlen, sie wenigstens davon lesen können. Sich erinnern können, wie es ist, welche zu haben:

Du hast natürlich recht. Außerdem könnte ich es ja aus eigener Erfahrung wissen, dass die Leute mit Herz und goldenen Zungen sprechen können und trotzdem nichts ankommt. Da braucht es nicht mal Medikamentendunst.
Wenn man in diesem Loch namens Depression sitzt, seiner Identität beraubt und nicht in der Lage etwas zu fühlen außer, wenn man dann doch was fühlt, bodenlose Traurigkeit, glaubt man einfach nicht, dass das jemals endet. Das ist das wirklich Schlimme daran.
Dadurch entsteht eine so große Hoffnungslosigkeit, die einfach unbeschreiblich ist. Und immer, wenn ich so etwas lese, naja, Du weißt schon…
Das kommt dann nicht an, keine Worte, kein Gefühl, keine gereichte Hand.
In diesem Zustand hilft nur, sich weiterschleppen, bis irgendwann ein Hauch von Licht am Horizont erscheint. Auf den krabbelt man dann zu, selbst, wenn Wolken ihn zwischenzeitlich wieder verdecken. Man weiß wieder, da ist Licht, man kennt die Richtung und dann heißt es durchhalten.
Durchhalten, um aus der Finsternis zu treten ins Licht, wenn man endlich, endlich den Ausgang gefunden hat.
Ja, so ist das… Ich weiß es ja…

Sinus Kurve

Es geht auf und ab. Beim Aufstehen geht’s mir gut. Ich meditiere, frühstücke, mein Spiegelbild gefällt mir.
Gegen halb acht kippt es.
Ich packe meinen Kram zusammen, merke, die Leichtigkeit verzieht sich. Ich fahre zum Arzt, habe mich doch zum Aderlass entschlossen.
Danach zur Bank, das Geld für die Arbeit am Rechner und die neuen Komponenten holen.
Zurück im Taxi: Tränen.
Ich hab keine Ahnung, weshalb genau.
Da ist der teil, der weiß: Annehmen, zulassen und zuhören ist die beste Strategie, weil wegdrücken es nur schlimmer macht.
Auf der anderen Seite, der Teil, der froh ist, aus diesem finsteren Loch gekrochen zu sein und befürchtet, dass das wieder so bleiben könnte, wenn man ich es zulasse.
Und zu all jenen gesellt sich natürlich die Geschäftsfrau, die sagt: Du kannst Dich jetzt nicht hängen lassen, Du musst Geld verdienen.
Dagegen noch ein anderer Teil, der fragt (leicht zynisch): Was für Geld? Hast du das Sommerloch noch nicht bemerkt?
Doch verdammt, habe ich. Und, das macht es nicht wirklich besser!

Dann frage ich mich, was ich überhaupt will.
Bis auf die Schilddrüse bin ich gesund, von den zwischenzeitlichen Tiefs mal abgesehen (die vielleicht damit zusammen hängen).
Ich hab Arbeit (wenn sie auch momentan nicht viel einbringt).
Ich lebe in einem Land, in dem ich ohne Raketenbeschuss auf die Straße gehen kann, in dem sauberes(!) Wasser aus dem Hahn kommt.
Ich habe ein Dach über dem Kopf, einen liebenden Ehemann und und und.

Was ist denn nicht erfüllt?
Gut, zu wissen, dass das irgendwann wieder vorbei ist.

Ich freue mich darauf, zu berichten, wenn es wieder besser geht.

Zuversichtlich,
Silvia

Unruhe

Unruhe, die lähmt.
Ist es die Steuerprüfung, die morgen in einer Woche ansteht?
Könnte sein. Ich habe diese seltsame Stimmung schon letzte Woche an mir bemerkt und habe auch versucht sie zu ergründen. Das ist aber nur mäßig gelungen.
Es äußert sich durch dieses Angstgefühl, dass ich auch kenne, wenn meine Werte nicht stimmen und stetige Müdigkeit.
Schon doof, wenn man weiß, es gibt drei Anlässe, die verantwortlich sein können.
Entweder, ich bin tatsächlich nervös, wegen der Prüfung,
die Werte Stimmen wieder nicht (ich will aber nach nur drei Wochen nicht schon wieder testen lassen, das ist ja dann auch irgendwie krank),
oder ich steuere wieder auf eine Depression zu.

Nur kann ich jetzt nicht wirklich viel machen.
Natürlich werde ich mit der kognitiven Verhaltenstherapie fortfahren, sprich meine Gedanken überprüfen, mich weiter sportlich betätigen (das kam auch 5 Tage zu kurz und kann mit einfließen), unter Menschen gehen.
Ansonsten, bleibt nur abwarten, wie es mir nach der Prüfung geht. Ich kann mir schon vorstellen, dass es mich sehr entlasten wird, wenn ich das aus meinem Hinterkopf löschen kann.
Ich bin mir nicht mal sicher, ob die Gedanken, über einen Verkauf der Firma nicht aus einem Fluchtreflex heraus entstehen.

Es fühlt sich einfach seltsam an. Als würde ich auf einen Aufprall warten, von dem ich nicht weiß, wie heftig er wird.