Apportieren

Gegen Ende unserer Wanderung um Cochem, treffen wir eine Frau mit Elektrorollstuhl im Wald. Sie trägt Beinschienen, wie Forest Gump. Mit dabei, ein Schäferhund. Ohne Leine.
Der Hund kommt auf uns zu. Und Makrisa, ganz der Hundefreund, gedenkt gleich mal „Stöckchen“ zu spielen und zückt den Wanderstock, den er sich im Wald gegriffen hat.
Das versteht der Hund aber völlig anders. Ich sehe nur noch Zähne und gestreubtes Fell. Der Hund knurrt und bellt, was das Zeug hält. Makrisa wirkt sehr ratlos, ebenso das Frauchen; kann sie doch in ihrer Situation nicht eingreifen.
Ich höre mich sagen:“ Makrisa, Stock fallen lassen, den Hund nicht ansehen und einfach gehen. Nicht schnell, nach langsam, einfach gehen.“ Genauso machen wir es.
Und der Hund beruhigt sich. Will auch nicht hinter uns her.
Puh! So hab ich das auch noch nicht erlebt. Und Makrisa weiß jetzt: Nicht jeder Hund ist darauf aus, zu apportieren.

Kurzer Spaziergang

Ich habe eine kleine Wanderung geplant. Von Cochem nach Klotten. Vom Wohnmobil Stellplatz aus hat die Runde etwa 8 Kilometer. Wir gehen also los. Erst mal ins Zentrum von Cochem und dann mit der Seilbahn(!) rauf in den Wald, Richtung Freizeit Park.
Es ist nicht wahnsinnig anstrengend, aufgrund von einigen kurzen, heftigen An-und Abstiegen merkt man aber doch, dass es ein wenig fordert.
Oberhalb von Klotten geht es dann an den Abstieg, durch die Weinberge. Unten angekommen geht’s zur Einkehr in ein Weinhaus, auf Flammkuchen und alkoholfreies Weißbier.
Frisch gestärkt lassen wir uns von der Seilfähre übersetzen, auf unsere Seite der Mosel.
Abenteuerlust treibt mich, als ich nicht den eigentlichen Uferweg, Richtung Campingplatz, wähle, sondern bergan ein paar Stufen ansteuere, die zu einem Trampelpfad führen, der sich, voller Geröll, immer weiter den Berg rauf schlängelt.
Makrisa folgt mir kommentarlos (wahrscheinlich denkt er, ich kenne den Weg; was nicht der Fall ist).
Kehre um Kehre folgen wir dem Pfad und langsam beginne ich mir Gedanken zu machen, was ist, wenn wir den gleichen Weg zurück müssen. Es ist bergauf  schon nicht besonders griffig unter den Füßen.
Doch dann, endlich, kommt der eigentliche Wanderweg, dem wir wieder nach Cochem folgen und dort nach 13,8 Kilometern, auf dem Campingplatz ankommen.

Cochem

Makrisa hat die Woche den Wunsch
geäußert, am Wochenende mit dem Lovemobil zu verschwinden, was ich zugunsten des Kassenbuchs ablehnte. 

Heute Morgen, die Sonne scheint schon, als ich meine Dialyse Patienten fahre und kurzfristig meine Meinung ändere. Jetzt das Papier so lange gewartet…
Wieder zu Hause, krabbel ich unter Makrisa’s Decke und frage leise:“Cochem?“
Schon ist er wach. 🙂

Zwei Stunden später sind wir unterwegs, Richtung Mosel.

6.40h

Im Süden, auf der anderen Moselseite, über dem Hunsrück setzt die Sonne an aufzugehen.
Ein rosa Himmel verspricht einen schönen Tag.
Noch ist es kalt. 3 Grad. Erst mal werde ich die Herdkanne bemühen. Espresso muss her. Ein dreifacher. Dazu ein leichtes Frühstück.
Dann geht’s los. Nach Cochem. Und von dort auf der anderen Seite zurück.
Ob mir nicht doch ein Berg dazwischen kommt, auf dem Rückweg, auf der Hunsrück Seite, kann ich noch nicht sagen.
Die Täler dort sind wunderschön und eigentlich ist es ein Frevel, nicht wenigstens eines zu fahren.