Zurückerobert

Die erste Charge Akten ist vorsortiert.
Aus ganz vielen Zetteln, drei relativ kleine Stapel gezaubert.
Die Regale sind sortiert und entmüllt.
Der Schreibtisch ist nun komplett frei, sogar die Pinwand ist aufgeräumt.
Ich habe Briefe gefunden, die ich voller Kummer an jemanden geschrieben, aber nie abgeschickt habe und Tagebücher voll seelischem Schmerz.
Dazu noch die Rechnungen von der Psychotherapie.
Die Briefe habe ich in einem feierlichen Akt den Flammen übergeben; die Tagebücher und die Rechnungen dem fröhlichen Team von Bonn Orange überantwortet.

Danach habe ich die Musik bis zur Endstufe aufgedreht und in meinem zurückeroberten Raum einen wilden Tanz auf’s Parkett gelegt.

ATMEN. Das kann ich jetzt.

Und zur Belohnung gehen der kleine Saboteur, er war so artig heute, ich und eine Cycling Kollegin, auch bekannt als Rebellische Kriegerin, beim Griechen schön lecker essen.

Ich glaube, heute gibt es mal einen Wein 🙂

Land in Sicht

Ich sitze an einem Schreibtisch, dessen Platte ich sehen kann, in einem Raum, in dem das Chaos der Ordung weicht.
Mein Büro ist im Begriff, sich wieder als solches zu präsentieren.
Nachdem ich die sichtbare Unordnung beseitigt habe, starren mich die Akten und Zettel an.
Wie im Kolosseum, so spannend ist es.
Wer wird obsiegen?
Die heldenhafte Gladiatorin Silviana Maxima Taxifahria, oder der widerwärtige Aktenius Brutalus Chaoticus?

Ok, ich fantasiere….

Küche oder Büro?

Das ist hier die Frage.
Und während ich beim Frühstück noch darüber sinniere, habe ich schon wieder Teile aus der Küche entfernt.
– Eine Leuchtreklame, aus meiner Stammkneipe (die vor 25 Jahren, wie mir gerade aufgeht) von Schwarzer Krauser. Mein favorisierter Tabak zu Punkzeiten.
– Eine Sprudelwassersäule, die ich schon seit Jahren nicht mehr in Betrieb nehme (ein Geschenk von Marcus zum 25.Geburtstag)
Ich habe Futtermittel in Schränke geräumt und einen Zollstock in die Werkstatt.
Denn, als ich heute morgen runter, in die Küche kam, habe ich mich sehr viel wohler gefühlt, als noch gestern morgen.
Oh, nein! Denkt Ihr jetzt hier sieht’s aus, wie bei Familie Messi? So schlimm ist es nicht.
Doch war es genug, um jetzt aufzufallen (und das nicht nur, wegen des Randes, den der schwarze Krauser hinterlassen hat).
Den Krauser mit eBay….. Neee, dann steht das Ding immer noch hier rum.

Jetzt werde ich erst mal einen Kaffee trinken. Es wird nur ein Senseo werden, leider ist mein Espresso leer.

Im Wohnzimmer habe ich auch schon einiges entdeckt, was rausfliegt. Doch am meisten grusele ich mich vor meinem Büro. Der Kram, der rum liegt, ist weniger problematisch. Tüte auf, Tüte zu, raus damit.

Akten sortieren. Als ich letztlich für den Steuerprüfer die Bankunterlagen gesucht habe, sind mir Genehmigungen für Krankenfahrten in die Hände gefallen, von Patienten, die schon seit 9 Jahren tot sind.
Wenn ich da eintauche, komm ich vor morgen früh nicht mehr raus, fürchte ich…

12 Quadratmeter Gruselkabinett. Dieses Wochenende ist Pützchens Markt. Ich könnte ja mein Büro als so eine Art Geisterbahn anbieten.

Ich muss mich übrigens korrigieren. Das Feng Shui Buch trägt den Titel Feng Shui gegen das Gerümpel des Alltags und nicht, wie von mir vorher angegeben,
… gegen das Alltagsgerümpel. Auch, wenn das am Sinn nichts ändert: Ordnung muss sein 😀