Kleine Großstadt

Schwindende Nacht.
Der Horizont wechselt
von Schwarz zu Türkis.
Davor, die Welt im
Scherenschnitt.
Knorrige Finger strecken
sich, rosa Wattestreifen
vom Himmel zu zupfen.
Jenseits des Stroms, noch
im scheidenden Dunkel funkelnd,
die Lichter der Stadt.
Ein Turm,
hundertfünfundfünfzig Meter
reflektierendes Glas.
Posttower in rosė.
Der Fluss schillert
Ton in Ton, mit der gläsernen
Konzern Festung und dem darüber
spannenden Himmelszelt.
Die Stadt reibt sich den Schlaf
aus den Augen.
Bonn erwacht.

Wintercappuccinostrom

Noch ein halber Meter. Dann hat der große Strom seine alte Größe erreicht. Cappuccino braun, nicht, wie im Sommer, Smaragd grün, durchfließt er die drei Brücken der Stadt. Die „Rheinnixe“, so heißt die kleine Personen Fähre, muss keine umständlichen Pirouetten mehr drehen, um sich mit Ihrem Anleger zu vereinen. Durch die Stadt weht ein kalter November Wind. Von siebzehn auf drei Grad, in einer Nacht. Da frieren, neben Säufer und  dem Hurenbock, auch noch andere im Winterrock. Die Sonne gibt ein letztes Stelldichein, hinter Milchglaswolken, bevor sie gänzlich verdeckt wird. Der Winter naht. Pünktlich zu Glühwein, Eierpunch und Feuerzangenbowle. Heute in einem Monat ist Heiligabend. Dieses Jahr ist tatsächlich geflogen. Und ich mit. Na dann…

Bonn und der Schnee

Einen der tollsten Winter hatten wir, als die armen Hamburger im Schnee untergingen. Wenn ich mich recht entsinne (ich habe nicht nachgelesen), war das ’78-’79.
In unserem kleinen Garten, hinter dem Wohnhaus in der Altstadt, welche richtiger die innere Nordstadt ist (die eigentliche Altstadt wurde im Krieg zerbombt), konnte ich als kleines Gör einen riesigen Schneemann bauen. Erst Jahrzehnte später erfuhr ich vom Schicksal der Nordleute, die sich sicher ein paar Tonnen Schnee weniger gewünscht hätten.
Nun sitze ich in meinem Büro, schaue hinaus, sehe Schneeflocken im Laternenschein tanzen, sie mein Auto bezuckern und weiß, morgen werden trotzdem keine fünf Zentimeter Schnee liegen. Ein paar Meter den Hügel rauf, in der Waldau sieht es schon anders aus.
Ich wünsche mir Schnee für Bonn. Flächendeckend. Ich liebe Schnee. In der dunklen Jahreszeit bringt er ein Mehr an Helligkeit. Er dämpft die Kakophonie des Alltags. Sorgt für Stille.
Driften. Ein Spaß! Vielleicht irre ich mich und morgen liegt meine Welt unter weißem glitzerndem Satin.
Hach, was würde ich mich freuen.

Dirk Diggler

So heißt unsere neue Lieblingsadresse in Bonn Poppelsdorf.
Die kleine Bar, benannt nach einem Pornostar, hat echt Stil.
Überhaupt bietet Poppelsdorf auf einer einzigen Straße ziemlich viele Lokalitäten.
Da wären:
Libanese, Spanier, Italiener, Mexikaner, ein Tibet Imbiss, ein Indischer Imbiss, Argentinier (lecker Steaks) und dazu diverse Cocktail Bars.
Also, wenn Ihr mal in Bonn seid:
Poppelsdorf nicht vergessen 😉